Bruchköbels erstes Spiel nach Trainerentlassung

Verbandsliga Süd: Usingen empfängt Nidda

23. August 2017, 14:40 Uhr

Carsten Keller wird in Alsbach als Interimstrainer die SG Bruchköbel coachen. Foto: Patrick Scheiber

Während die ersten Entscheidungen in der englischen Woche bereits am Mittwoch Abend fallen, sind sechs Mannschaften der Verbandsliga Süd erst am Donnerstag gefordert. Dabei werden viele wohl gespannt nach Alsbach blicken, wo Tabellenschlusslicht Bruchköbel nach der Trainerentlassung gastiert. Außerdem empfängt die Usinger TSG den Aufsteiger aus Nidda und Bensheim möchte gegen Urberach erstmals in dieser Saison etwas Zählbares mitnehmen.

Usinger TSG - Viktoria Nidda (Donnerstag, 19.30 Uhr)

Die Gäste haben für einen Aufsteiger einen hervorragenden Start hingelegt und dementsprechend ist Kapitän Jannik Jung auch "sehr zufrieden. Ich glaube, wir haben uns sehr schnell an die neue Liga gewöhnt. Auch wenn man bedenkt, dass wir dazu noch einen neuen Trainer bekommen haben. Ganz entscheidend war bisher, dass wir in jedem Spiel an unsere Grenzen gegangen sind", so der Stürmer, der mit bislang drei Treffern entscheidend zum Erfolg seiner Mannschaft beigetragen hat. Zum kommenden Gegner sagt Jung. "Usingen hat eine sehr starke Mannschaft. Die haben im letzten Jahr als Aufsteiger eine sehr starke Runde gespielt. Da müssen wir wieder alles geben." Ein wichtiger Aspekt zum derzeitigen Erfolg seiner Mannschaft sieht Jung darin, dass "fast alle Spieler an Bord sind. Das habe ich eigentlich noch nie erlebt." Einzig Alexander Müller fehlte dem neuen Trainer Carsten Weber zuletzt.

"Zu Beginn der Saison hätte ich noch gesagt, dass wir als Favorit in die Partie gehen, nun sieht das anders aus. Der Gegner kommt mit viel Selbstvertrauen und wir haben eine extreme Personalnot", äußert sich Usingens Spielertrainer zur derzeitigen Situation. Marcel Kopp stehen am Donnerstag Abend gerade einmal elf Spieler aus der ersten Mannschaft zur Verfügung, weshalb der Kader mit Akteuren aus der zweiten Mannschaft aufgefüllt wird. "Wir wollen trotzdem Fußball spielen und nicht nur die kämpferischen Mittel und die langen Bälle setzen. Außerdem werden wir uns nicht kampflos ergeben, auch wenn es extrem schwierig wird", so Kopp, dessen Mannschaft ein Sieg aus den ersten drei Spielen holte und zwei Niederlagen kassierte. Neben den Langzeitverletzten werden auch Torben Selzer und Torben Grill fehlen sowie die gesperrten Lars Günther und Christian Kaus. Dafür konnte Torwart Jan Eric Dreikausen nach seiner Gehirnerschütterung im Bad Homburg-Spiel am Dienstag Abend wieder mittrainieren. Ob es allerdings für einen Startelfeinsatz reicht, wird erst nach dem Abschlusstraining entschieden.

Die Partie war eigentlich für 19 Uhr angesetzt, doch wie Klassenleiter Thorsten Bastian bekannt gegeben hat, haben sich beide Teams darauf geeinigt, eine halbe Stunde später zu starten. (db/se)

FC Alsbach - SG Bruchköbel (Donnerstag, 20 Uhr)

Es ist die erste Trainerentlassung in dieser Saison in der Verbandsliga Süd. Nach drei Niederlagen und 17 Gegentoren zum Start haben die Verantwortlichen in Bruchköbel die Konsequenzen aus der Misere gezogen und ihren Chefcoach Andreas Arr-You entlassen. Auch der Sportliche Leiter Jochen Dickerhoff hat sich dazu entschieden zu gehen, seine Position wird nun vorübergehend Oliver Gust einnehmen, der auch schon Interimstrainer war, als Sahin Arslanergül in der Winterpause der vergangenen Saison entlassen wurde. Allerdings wird Gust am Donnerstag in Alsbach nicht coachen, sondern der bisherige Co-Trainer Carsten Keller wird als Interimstrainer an der Seitenlinie stehen.

Ob dann am Sonntag in Bad Vilbel schon ein neuer Trainer auf der Bank sitzen wird, ist noch nicht bekannt. "Es ist nicht zum Besten bestellt um uns, denn neben der Trainersuche stellt sich auch die Frage, wer von den Verletzen wann zurückkehrt", äußert sich Bruchköbels Medienvertreter Michael Kwasniok zur derzeitigen Lage und hätte sich ein bisschen mehr Geduld von den Verantwortlichen gewünscht. Gegen Rot-Weiss II standen dem Trainerteam lediglich drei Ersatzspieler und ein Ersatztorwart zur Verfügung, viele Neuzugänge sind derzeit noch verletzt. Für das Alsbach-Spiel kehren zumindest die zuletzt gesperrten Cihan Aydin und Kenan Ferguson zurück. Doch ob es zu einer wesentliche Leistungssteigerung nach den ersten drei Saisonspielen kommen wird, bleibt abzuwarten.

Der Gegner hingegen möchte sich nicht zu sehr mit den Geschehnissen in Bruchköbel befassen, sondern auf die eigenen Leistungen vertrauen. "Wir gehen mit Vorsicht daran, weil wir nicht wissen, wie sie auftreten, aber es sollte uns auch nicht interessieren", so Alsbachs Pressesprecher, Andreas Rothermel, der sich wünschen würde, dass die Mannschaft von Sascha Huy an die "kleine Serie" von einem Sieg und einem Unentschieden anknüpft. Nun soll an der Bergstraße der erste Heimsieg der Saison gelingen, was allerdings keine leichte Aufgabe wird, da die Offensive der Alsbacher derzeit "sehr dünn ist", wie der Pressesprecher anmerkt. Lediglich Marcel Daniel steht als echter Stürmer am Donnerstag Abend zur Verfügung, denn sowohl Philipp Ehmig als auch Cengiz Gencer fehlen gesperrt. (se)

FC Bensheim - Viktoria Urberach (Donnerstag, 20.15 Uhr)

Neben Bruchköbel ist der FC 07 Bensheim in der Liga derzeit der einzige Verein, der noch ohne Punkt da steht. Nach dem Ausfall des ersten Spiels beim SV FC Sandzak (wie berichtet) folgten gegen die Usinger TSG (2:4) und Vatanspor Bad Homburg (0:2) zwei Niederlagen. "Wir haben jeweils eine Hälfte gut gespielt. Nun muss es uns gelingen über 90 Minuten konstant unsere Leistung abzurufen", sagt Bensheims Trainer Ludwig Brenner, der weiß, dass ein Sieg oder zumindest ein Punkt wichtig wären für das Selbstvertrauen seiner Mannschaft. Vor allem an der Chancenverwertung hapert es derzeit bei den Bensheimern. "Gegen Bad Homburg haben wir zwei Hochkaräter in der ersten Hälfte liegen gelassen und sind dann durch einen Gegentreffer nach einem Eckball, der zu verteidigen war, auf die Verliererstraße geraten", äußert sich Brenner rückblickend auf die Auswärtspartie.

Bensheims Coach hofft, dass es gegen Urberach nun besser klappt und seine Mannschaft an die erste Hälfte aus dem Bad Homburger Spiel anknüpfen kann. "Kleinigkeiten werden entscheidet sein und jeder wird versuchen die Fehler des Gegners auszunutzen. So wie in jeder Verbandsliga-Partie", so Brenner, der von einer Liga spricht, in der kein Verein einen anderen dominieren kann. Für das Heimspiel kann Bensheims Trainer dabei wieder auf Daniel Piller zurückgreifen, der bislang noch eine Sperre absitzen musste. Auch Stürmer Benedikt Saltzer ist wieder einsatzbereit. "Beide sind erfahrene Verbandsliga-Spieler, die in der Abwehr beziehungsweise im Sturm hilfreich sein könnten." Dafür fällt David Halla nach seinem Innenbandriss vier bis sechs Wochen aus. Fraglich ist zudem Ricardo Zocco, der sich in Bad Homburg die Schulter ausgekugelt hatte.

Während die Bensheimer noch auf die ersten drei Punkte warten, durften die Gäste aus Urberach diese am vergangenen Sonntag im Derby gegen Germania Ober-Roden bejubeln. "Wir hoffen, dass uns der Sieg beflügelt. Es muss uns Selbstvertrauen geben für die englische Woche", sagt Urberachs Co-Trainer zum 2:1-Erfolg. Wichtig sei es nun schnell zu regenerieren, weil der Kader momentan sehr klein sei, erklärt Marco Saul, damit auch die Partie in Bensheim erfolgreich bestritten werden kann. Wie die Partie verlaufen werde, dazu konnte Saul keine Einschätzung abgeben: "Für mich ist diese Mannschaft schwer einzuschätzen. Dazu kommt noch, dass das Spiel abends um viertel nach acht ist", so Urberachs Co-Trainer, der hinzufügt: "Auf dem Kunstrasen wird es ein ganz anderes Spiel als gegen Germania Ober-Roden. Darauf müssen wir uns einstellen, damit wir weiter punkten." (se)

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