SCW eiskalt

Brutal und niederschmetternd zugleich – Fotos

Verbandsliga: Ehrenberg wirft Spiel binnen drei Minuten weg

28. September 2019, 14:40 Uhr

Robert Schorstein (rechts) zeigte mit Ehrenberg gegen Sebastian Butz und Willingen vollen Einsatz – etwas Zählbares gab es trotzdem nicht. Foto: Julian Belz

Der erhoffte Befreiungsschlag der SG Ehrenberg war zum Greifen nah. Lange Zeit lief alles nach Plan für die Rhöner, doch am Ende zeigte der SC Willingen seine ganze Klasse und schlug beim 4:2 (0:1)-Auswärtssieg eiskalt zu.

Normalerweise verlief bis zur 77. Minute alles nach dem Geschmack der Hausherren. Ehrenberg fightete, Ehrenberg rannte, Ehrenberg hatte das Glück auf seiner Seite und Ehrenberg war in der Offensive unglaublich effizient. Doch was in den folgenden drei Minuten passierte, war schier für die Zuschauer nicht in Worte zu fassen. Erst traf Florian Heine zum Anschlusstreffer (78.), dann foulte Ehrenbergs Spielertrainer Robert Schorstein und Matthias Bott blieb vom Punkt cool (80.), ehe Sebastian Butz den Wahnsinn perfekt machte und aus 20 Metern per Innenrist zum 3:2 vollendete (81.). Schorstein probierte dennoch das Geschehene zu beschreiben, suchte für die drei Gegentore in nur drei Minuten gar keine Ausreden: „Den Jungs fehlt es nicht in den Beinen, sondern den Jungs fehlt es im Kopf. Dass das 2:2 der Genickbruch war, als ich viel zu dumm in den Zweikampf gehe, lässt sich nicht abstreiten.“

Dass die Rhöner nach den drei Nackenschlägen keine Antwort mehr fand, war zu erwarten. Das 4:2, als Heine einen Konter zu Ende spielte, fast logisch. „Gigantisch“, meinte Willingens Stürmer Max Ullbrich kurz und knapp, der nach einem Zehbruch zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stand. Der attestierte Ehrenberg zwar, „dass sie mehr verdient gehabt hätten, doch wir sind geduldig geblieben.“ Generell hatte Ullbrich einen schweren Stand als einzige Spitze, war meist gegen die Defensive der SGE nur zweiter Sieger, so dass die Upländer zwar spielbestimmend waren, die Rhöner sich jedoch in alles aufopferungsvoll warfen. Oftmals schien der Ball bereits im Tor, doch Heine traf per Kopf nur den Innenpfosten, ehe Sekunden später Ehrenbergs Felix Beck den Ball von der Linie kratzte (33.). Zum Haare raufen war es für die Gäste, dass Mark Jaksch selbst nach 69 Minuten noch auf der Linie stand und für den geschlagenen Toni Leimbach klärte. Kurz vor Spielende musste der ehemalige Borusse nach wiederholtem Foulspiel jedoch mit Gelb-Rot vom Platz.

„Dass der Sieg nicht unverdient ist, steht außer Frage. Brutal ist allerdings das Zustandekommen. Wir arbeiten hart, trainieren super, doch der Kopf geht zu schnell runter. Wir kassieren wieder vier Tore, was zu viel ist“, so Schorstein. Dass seine Mannschaft aber vorne aus zwei Möglichkeiten zwei Tore machte, sei immerhin positiv. Erst, als Marius Bublitz von Jaksch nach einer geklärten Ecke auf die Reise geschickt wurde (14.), und später, als Dennis Scheffler mit seiner flachen Hereingabe das Schienbein von Willingens Tobias Schumann fand (68.). Der erhoffte erste Dreier nach sechs Niederlagen in Serie schien fast in trockenen Tüchern. Dass das Glück kurz vor Spielende aber eine 180-Grad-Wendung machte, war so nicht vorherzusehen.

Die Statistik:

SG Ehrenberg: Leimbach – Dinkel, Mo. Schäfer, Schorstein, Beck (59. Bleuel) – Jaksch, Bau – Ma. Schäfer, Scheffler (84. Bambey) – Bublitz, Brehl.
SC Willingen: Wilke – Kroll, Keindl, Albers, Schumann – Kuhnhenne (90.+2 Theiss), Bott – Heine, Butz, Müller (75. Kesper) – Ullbrich (90.+2 Querl).
Schiedsrichter: Emil Schwarz (SG Bruchköbel).
Zuschauer: 140.
Tore: 1:0 Marius Bublitz (14.), 2:0 Tobias Schumann (68., Eigentor), 2:1 Florian Heine (78.), 2:2 Matthias Bott (80., Foulelfmeter), 2:3 Sebastian Butz (81.), 2:4 Florian Heine (90.+1).
Gelb-Rote Karte: Mark Jaksch (86.). / tok

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