Buchonia Flieden lebt wieder
Verbandsliga: Dominantes Voll-Team schlägt Bosporus Kassel 5:1
Andreas Drews hatte allen Grund zum Jubeln: Er gewann mit Flieden 5:1 und machte ein überragendes Spiel.
Entsprechend erleichtert war Meik Voll gerade einmal eine Woche nach der schmerzhaften 2:5-Schmach gegen Sand: "Wir haben den Gegner nie ins Spiel kommen lassen, ihn läuferisch mürbe gemacht und auch spielerisch überzeugt. Die Mannschaft hat ihr Potenzial endlich ausgeschöpft." Von Anfang an ließ die Buchonia in Nordhessen keinen Zweifel aufkommen, dass die Punkte mit ins Königreich gehen. Die sehr verunsichert auftretenden Kasseler wurden früh unter Druck gesetzt, dazu wurde in Fliedener Reihen wieder viel mehr geredet und untereinander gepushed als in den vergangenen Wochen.
Dass die Buchonen nicht nur kämpfen, sondern auch schön kombinieren können, zeigte die Entstehung des Elfmeters zum 0:1, als der Ball sauber über fünf, sechs Stationen lief und Marc Götze von Ugur Kahraman nur per Foul zu stoppen war. Leibold verwandelte anders als noch gegen Sand sicher (21.) - und Kahraman knüpfte an seine indisponierte Leistung nur sieben Minuten später an, als er nach einem eigenen Einwurf als letzter Mann gegen Fabian Schaub den Ball vertändelte. Diese Einladung nahm Fliedens Nummer 18 dankend an, Kahraman wurde kurze Zeit später von Trainer Tuncay Aral vom Feld genommen. Nach einem Kontertor durch Marco Gaul (31.) und ein weiteres Elfmetertor durch André Leibold (43.) - zuvor war Andreas Drews von Kassels Keeper Antonio Rega gelegt worden - war das Spiel beim Stand von 4:0 für Flieden bereits zur Pause entschieden. Auch nach dem Seitenwechsel rückten die Fliedener nicht von ihrem Spielstil ab, sondern agierten weiter diszipliniert. Schaub steckte nach 63 Minuten klasse durch auf seinen Kumpel Marco "Poldi" Gaul, der das 5:0 erzielte. Ein für Jonas Ritzel unhaltbarer Fernschuss von Tolga Yantut war für Bosporus lediglich Ergebniskosmetik (65.).
Keiner der insgesamt zwölf Fliedener fiel leistungstechnisch ab, wobei sich Kapitän Andreas Drews ein Sonderlob verdiente: Nach Einsätzen als Innenverteidiger und Sechser bekleidete der Weiperzer in Nordhessen bereits die dritte unterschiedliche Position in dieser Saison - Drews war als "Zehner" für den gesperrten Imal Schersadeh unterwegs. "Andi hat gerackert wie ein Irrer und ist als Kapitän vorangegangen", freute sich Meik Voll für seinen Spielführer, dem einzig ein eigenes Tor trotz vieler Versuche nicht vergönnt war. "Kassel hat natürlich viele Fehler gemacht, doch wir waren auch richtig gut heute", befand Voll, der nur ein kleines Haar in der Suppe fand: "In der letzten halben Stunde haben wir teilweise ein bisschen zu viel wie Handballer um den Strafraum herumgespielt. Wir hätten heute vielleicht noch mehr fürs Torverhältnis tun können." Angesichts von nun vier Punkten aus den letzten beiden Partien ist die Erleichterung im Königreich groß, allerdings bremste der 41-jährige Coach, "dass jetzt nicht die Zeit für wildes Hüpfen im Kreis ist. Gegen Petersberg müssen wir am Freitag genauso weitermachen, um dahin zu kommen, wo wir uns letztlich sehen."
Bosporus Kassel: Rega; Döring, Kahraman (35. Hajzeraj), Hofmann, Cemali - Nasseri, Mobarak (35. Yilmaz) - Yegül, Yantut, Sezer - Tanjic (55. Hess).
Flieden: Ritzel; Leibold, Bartel, Hohmann, Rumpeltes - Kreß, Kovacevic - Götze, Drews, Gaul (71. Hack) - Schaub.
Schiedsrichter: Felix Berger (Herleshausen). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 André Leibold (21., Foulelfmeter), 0:2 Fabian Schaub (28.), 0:3 Marco Gaul (31.), 0:4 André Leibold (43., Foulelfmeter), 0:5 Marco Gaul (63.), 1:5 Tolga Yantut (65.).


Bitte melde Dich an, oder registriere Dich, um Kommentare schreiben zu können