Cagritekin erwartet von Sandzak "die typische Balkan-Härte"
Verbandsliga Süd: Türk Gücü Friedberg will gegen den Frankfurter Aufsteiger nachlegen
Christopher Nguyen von Rot-Weiß Darmstadt (rechts) gegen Lehnerz-Akteur Alexander Scholz, führt die Torjägerliste mit sechs Toren an. Foto: Thomas Zöller.
Rot-Weiss Frankfurt II - Hanau 93 (Sonntag, 15 Uhr)
Der 6:1-Sieg bei der SG Bruchköbel war für die "jungen Roten" ein echter Befreiungsschlag. Durch den ersten Saisonsieg konnte sich der Aufsteiger für die guten Leistungen in den ersten Spielen auch in Form von Punkten belohnen. "Mit uns ist schon zu rechnen und die Jungs sind jetzt in jedem Spiel gefordert. Wir sind mit unserer jungen Truppe auch in der Verbandsliga Süd auf Augenhöhe", freute sich Trainer Hicham Tahrioui nach den ersten drei Saisonpunkten seiner neuformierten jungen Mannschaft. Auch gegen den Mitaufsteiger FC Hanau 93 soll möglichst ein Heimsieg nachlelegt werden, schließlich war die U23 schon im Heimspiel gegen Spitzenteam FV Bad Vilbel (1:2) ganz nah an einem Punktgewinn. "Wir freuen uns auf ein solches Spiel und auf die Namen, die dort kursieren. Darüber hinaus können sich unsere Jungs vor den Augen des Hessenliga-Trainers Daniyel Cimen empfehlen", sagt Tahrioui.
Denn der ehemalige Bundesligaspieler, der regelmäßig sonntags für die Hanauer aufläuft, wird gegen Rot-Weiss II auf eigenen Wunsch auf seinen Einsatz verzichten. "Wir haben da absolutes Verständnis, denn Daniyel Cimen würde sich gegen seinen eigenen Arbeitgeber stellen. Den moralischen Aspekt können wir nachvollziehen und deswegen akzeptieren wir seine Entscheidung, nicht aufzulaufen", erklärt Hanau 93-Spielertrainer Christoph Prümm. Der Hanauer Coach erwartet ein Spiel auf Augenhöhe und zollt der jungen Mannschaft der Gastgeber seinen Respekt: "Sie agieren mit viel Leidenschaft und Dynamik. Wir müssen dagegen halten". Mit einem "erfahrenen Mix aus jung und alt" wollen die Hanauer, die zuletzt gegen Hessenliga-Absteiger Rot-Weiß Darmstadt mächtig unter die Räder kamen (0:5), auf dem kleinen Kunstrasenplatz wieder in die Erfolgsspur finden. (pa)
Germania Ober-Roden - Eintracht Wald-Michelbach (Sonntag, 15 Uhr)
Beide Mannschaften haben den Platz zuletzt zweimal als Verlierer verlassen und wollen am Sonntag wieder punkten. Gerade für Wald-Michelbach verlief die letzte Partie gegen Vatanspor Bad Homburg unglücklich. "Gegen Friedberg war die Niederlage verdient aber gegen Vatanspor war es schon sehr enttäuschend. Da haben wir in der zweiten Halbzeit richtig gut gespielt und hatten sogar die Chance zum Sieg. Wenn du dann quasi mit dem Abpfiff durch einen Distanzschuss verlierst, ist dass schon sehr unglücklich", sagt Trainer Ralf Ripperger zur letzten Niederlage. Denn kommenden Gegner aus Ober-Roden kann der neue Mann an der Seitenlinie der Eintracht "noch schlecht einschätzen. Die haben gute Spieler drin, aber ich weiß nicht so wirklich, wie die als Mannschaft funktionieren." Dennoch hat der Trainer "alle Mann an Bord" und möchte im dritten Auswärtsspiel in Folge endlich "auch was mitnehmen. Wir haben uns selbst gezeigt, dass auch gegen eine Mannschaft wie Vatanspor was möglich gewesen wäre."
Bei den Gastgebern hört sich das nackte Resultat von 0:3 gegen Rot-Weiß Darmstadt deutlich an, aber auch die Germania hat das zweite und dritte Tor durch einen Doppelschlag erst kurz vor dem Ende kassiert und möchte im zweiten Heimspiel der laufenden Runde die ersten Punkte einfahren. (db)
Türk Gücü Friedberg - SV FC Sandzak (Sonntag, 15 Uhr)
In Friedberg kommt es zum Aufeinandertreffen zweier sehr gut in die Saison gestarteten Teams. Die Gastgeber haben drei ihrer vier Spiele gewonnen und mussten sich nur Aufsteiger Viktoria Nidda knapp geschlagen geben. Mit der Leistung beim 3:0 gegen Bad Vilbel war Friedbergs Co-Trainer Gültekin Cagritekin sehr zufrieden. "Wir haben das extrem gut gemacht und zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt." Jetzt wartet mit dem SV FC Sandzak der nächste Aufsteiger. "Das wird ein hartes Spiel. Die kommen mit der typischen Balkan-Härte in Verbindung mit der spielerischen Komponente. Da werden wir im Training auf eine Lösung hinarbeiten, um dann mit der stärkstmöglichen Elf zum Sieg zu kommen", so Cagritekin.
Auf der Gegenseite ist Sandzaks Murat Sejdovic mit dem bisherigen Saisonverlauf "sehr zufrieden. Dennoch ist Türk Gücü klarer Favorit. Die laufen nach dem Sieg gegen Bad Vilbel mit breiter Brust auf. Ich erwarte ein taktisch geprägtes Spiel in dem entscheidend sein wird, wer das erste Tor macht", so der Stürmer, der anfügt, dass "wir alles geben werden." Personell sieht es auf beiden Seiten gut aus. (db)
FC Alsbach - Usinger TSG (Sonntag, 15 Uhr)
Obwohl Lars Günther und Christian Kaus gegen Viktoria Nidda gesperrt waren, konnte die Usinger TSG beim 4:3-Erfolg gegen den Aufsteiger Viktoria Nidda ihren ersten Heimsieg feiern, und das taten sie auch kräftig nach dem Spiel im Mannschaftskreisel mit "Karneval in Usingen"-Gesängen. Wenn es jetzt zum FC Alsbach geht, dann steht zwar Kaus wieder zur Verfügung, aber Pascal Bretschneider fällt urlaubsbedingt definitiv aus, und hinter dem Einsatz von Tim Tilger steht noch ein Fragezeichen, der sich gegen Nidda eventuell mehr als nur einen Krampf zugezogen hat: "Gegen Alsbach gab es bis jetzt immer heiße Duelle. Ich erinnere mich an ein 3:3, 4:5 und 2:5. Deswegen gehe ich auch am Sonntag davon aus, dass viele Tore fallen", prognostiziert Usingens Spielertrainer Marcel Kopp, der gegen Nidda einen maßgeblichen Anteil am ersten Heimerfolg seiner TSG hatte.
Bei den Alsbachern war Trainer Sascha Huy mit der Einstellung beim 1:1 gegen Schlusslicht SG Bruchköbel überhaupt nicht zufrieden und fordert gegen den Klub aus dem Hintertaunus ein anderes Auftreten: "Wir müssen eine viel bessere Leistung abliefern und den Dreier holen. Dann sind wir wieder im Soll". Bereits nach der Partie gegen Bruchköbel versammelte der Alsbacher Coach seine Spieler in einem großen Kreis. "Da haben wir einige Dinge angesprochen. Es wird noch das eine oder andere Einzelgespräch geben. Wenn wir die Müdigkeit raus bekommen und die zwei Leistungsträger zurückkommen mit Willhardt und Emig, dann bin ich mir sicher, dass wir ganz anders auftreten werden", sagte Huy am Donnerstagabend. (pa/cw)
FC Bensheim - TS Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)
Der FC Bensheim hatte gestern Abend gut lachen und konnte schlussendlich gegen Viktoria Urberach seine ersten drei Punkte verbuchen. Trainer Ludwig Brenner sah den Sieg vor allem aufgrund der couragierten Leistung seiner Mannschaft als verdient an. Mit der TS Ober-Roden lädt der FC jetzt erneut zu einem Heimspiel: "Die werden auf Wiedergutmachung nach dem 1:5 gegen Sandzak brennen. Das wird ein ganz schweres Spiel. Wir müssen jetzt schauen, dass wir nach unserem schweren Spiel gegen Urberach schnell regenerieren und wiederum Leistung auf den Platz bringen. Es hakt aber noch an vielen Dingen, vor allem unserer Chancenverwertung. Da lassen wir noch zu viel liegen und münzen zu wenig in Tore um. Gut für uns ist, dass Daniel Piller, der die ersten beiden Spiele gesperrt war, wieder unsere Abwehr festigt. Auf jeden Fall stellen wir uns auf ein schweres Spiel ein", so Brenner.
Bei den Gästen aus Ober-Roden ist noch keine klare Linie zu erkennen. Am ersten Spieltag Rot-Weiss Frankfurt II geschlagen, setzte es zuletzt eine klare 1:5-Niederlage beim Aufsteiger SV FC Sandzak : "Ergebnismäßig können wir nicht zufrieden sein, das stimmt. Aber wir hatten auch nicht Fortuna auf unserer Seite. Sowohl gegen Bad Vilbel als auch gegen Sandzak hat uns ein Elfmeter das Genick gebrochen. Wir müssen einige Sachen besser machen, und zwar individuelle Fehler abschalten. Wir haben ja nicht generell unsere Gegner zum Toreschießen eingeladen", sagt Ober-Rodens Coach Daniel Nister. Mannschaftlich sah Nister seine Elf "gut gegen den Ball arbeiten und in Bensheim erwarte ich ein Duell auf Augenhöhe, was gegen Bad Vilbel und Sandzak von vornherein nicht gegeben war." (cw)
FV Bad Vilbel - SG Bruchköbel (Sonntag, 15 Uhr)
Nach drei Siegen in Folge musste der bisherige Tabellenführer FV Bad Vilbel mit der 0:3-Niederlage bei Türk Gücü Friedberg einen herben Dämpfer einstecken. Trotz eigener Spielstärke hielten die Brunnenstädter vor allem in der ersten Hälfte nicht dagegen und bekamen drei unnötige Gegentore eingeschenkt, womit das Spiel verloren war. "Wir sind in der Lage gegen jede Mannschaft zu gewinnen, das hat man in der zweiten Halbzeit gesehen, als wir das Spiel kontrolliert haben", sagte Trainer Amir Mustafic nach der Partie und richtete den Blick schon auf das Spiel gegen Schlusslicht Bruchköbel: "Für mich gibt es keinen Favoriten in der Liga. Nach drei Siegen ist noch keiner Meister geworden. Die Ergebnisse von Bruchköbel interessieren mich überhaupt nicht. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Wir sind auch zu TG Friedberg gefahren um zu gewinnen, aber es ist uns nicht gelungen".
Das Schlusslicht zeigte sich beim Gastspiel in Alsbach verbessert, holte mit dem 1:1 den ersten Punkt unter Interimstrainer Carsten Keller. Die SGB präsentierte sich mit einer kämpferischen Leistung besser als in den Spielen zuvor. "Wenn wir das Ding zum 2:1 einschieben, gewinnen wir das Spiel", sagte Keller und sieht das Gastspiel am Niddasportfeld als schwierig an: "Bad Vilbel ist immer eine schwere Aufgabe. Die haben letztes Jahr schon oben mitgespielt. Die haben sich mit unserem Torjäger Ugur Erdogan verstärkt. Es wird ein heißer Tanz, aber wenn wir defensiv genauso stehen, rechne ich mir dort einen Punkt aus".
(pa)
Rot-Weiss Darmstadt - Viktoria Urberach (Sonntag, 15 Uhr)
Die Formkurve bei Rot-Weiß Darmstadt ist eindeutig. 14:0 Tore aus den letzten drei Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Die Gäste aus Urberach kennt die Lohrer-Elf noch bestens aus der vegangenen Saison in der Hessenliga. Den Gang eine Etage tiefer mussten beide als Absteiger gehen: "Sie sind ein Wegbegleiter durch viele Ligen. Gestern habe ich sie in Bensheim gesehen. Die strahlen immer eine gewisse Gefahr aus, ob mit Tim Kalzu, der schon fünf Tore geschossen hat, oder über die Außen mit Makengo. Über Mokhtari müssen wir erst gar nicht reden", kennt Rot-Weiss Darmstadts Trainer Dominik Lohrer die Gefahren. Seine Mannschaft betreffend "müssen wir aus den letzten drei Spielen zufrieden sein, das Bruchköbel-Spiel außen vor gelassen. Dennoch haben wir zu viele Chancen liegen gelassen und hatten gegen Hanau eine 20-minütige Schwächephase und gegen Germania Ober-Roden in der zweiten Halbzeit über eine halbe Stunde große Probleme. Stand jetzt bin ich natürlich zufrieden, weil es gut zu sehen ist, dass die Jungs immer eine Antwort haben. Wir wisen, dass wir nur gut sind, wenn wir viel investieren."
Bei Urberach war das bis jetzt immer ein ganz "enges Ding": Entweder knapp gewonnen oder knapp verloren. So wie gestern in Bensheim soll das aber nicht schon wieder laufen, als die Viktoria in der Nachspielzeit noch einen sicher geglaubten Punkt hergeschenkt hat: "Das tut immernoch weh. Falsch wäre es aber definitiv, die Niederlage auf Torwartfehler zu reduzieren. Wir waren selbst daran Schuld, dass wir uns 87 Minuten auf das Kick & Rush-Spiel der Bensheimer eingelassen haben, anstatt über Ballzirkulation unser Spiel zu machen. Heute müssen wir Bensheim abhaken. Das ist das Gute an einer englischen Woche. Zum Glück spielen wir am Sonntag schon wieder", blickt Urberachs Co-Trainer Marco Saul in die Zukunft, und weiter: "Rot-Weiss Darmstadt haben wir in Ober-Roden beobachtet. Uns ist bewusst, dass die großes Selbstbewusstsein haben. Unsere junge Mannschaft braucht vielleicht noch ein oder zwei Spieltage, und so ist das Spiel ein weiterer Schritt in unserer Entwicklung, und Darmstadt ein guter Gradmesser. Einen Punkt wollen wir aber schon mitnehmen." (cw)

