Dogus Albayrak erlebte aufregende Tage

Champions-League-Luft geschnuppert

30. November 2020, 18:16 Uhr

Dogus Albayrak (rechts) begleitete den Türkischen Meister Piyalepasa Istanbul beim Champions-League-Spiel in Deutschland und war Ansprechpartner für alle Anfragen. Fotos: privat

Ereignisreiche Tage liegen hinter Dogus Albayrak. Der ehemalige Keeper des SV Neuhof hat am Wochenende in der UEFA Futsal Champions League mitgewirkt. Zwar nicht auf dem Platz, jedoch als sportlicher Direktor für den Türkischen Meister Piyalepasa Istanbul neben dem Parkett.

Dogus Albayrak und Burak Isik, Headcoach von Piyalepasa.

Schauplatz des Spektakels des höchsten europäischen Vereinswettbewerbs war das Sportzentrum im sächsischen Hohenstein-Ernstthal. In einem Play-off-Spiel trafen der gastgebende Deutsche Meister VfL 05 Hohenstein-Ernstthal sowie der türkische Titelträger aufeinander – beim 6:2 hatten die Hausherren das bessere Ende für sich und zählen somit zu den besten 32 Futsal-Mannschaften in Europa. Für Albayrak allerdings war das Ergebnis der einzige negative Punkt, ansonsten hatte der 31-Jährige alle Hände voll zu tun und erlebte aufregende wie emotionale Dinge. „Es war eine coole Erfahrung, eine super Veranstaltung. Aber leider ohne Zuschauer“, merkt er an.

Zu seiner Direktortätigkeit kam Albayrak über Umwege. Vor vier Jahren absolvierte er ein einjähriges Praktikum beim Deutschen Fußball-Bund, organisierte dabei unter anderem das erste Futsal-Länderspiel in der Geschichte des DFB oder die Deutsche Beachsoccer-Meisterschaft am Strand von Warnemünde. Erfahrungen sammelte er zudem selbst, agierte als Torwart in der Hessenauswahl, wo er gar zu einem Sichtungslehrgang für die Nationalmannschaft eingeladen wurde, und bei Germania Ober-Roden. Doch auch nach seinem Praktikum verlor er die Kontakte zum DFB nicht, managte so beispielsweise die türkische Nationalmannschaft beim Nations-Cup 2017 in Ulm, bei dem es gegen Deutschland, Belgien und die Schweiz ging. „Durch meine türkischen und deutschen Sprachkenntnisse sowie meine Erfahrungen beim DFB war ich wohl der richtige Ansprechpartner“, sagt Albayrak, der anschließend noch ein Jahr als Werksstudent bei HRG Sports Europe im Bereich Travel Management tätig war und dort seine Finger bei der Bewerbung der Europameisterschaft 2024 in Deutschland im Spiel hatte. „Da ging es eben um das Travel Management, welches wir übernommen haben. In all dieser Zeit konnte ich Kontakte in der Sportbranche knüpfen, wodurch nun Piyalepasa Istanbul, durch meinen Draht zur türkischen Nationalmannschaft, wieder auf mich zukam.“

Am Samstag ging die Partie in der Königsklasse über die Bühne, bereits am Freitag war Albayrak im Lager des Türkischen Meisters angelangt. Ein Großteil der Arbeit hatte der 31-Jährige allerdings im Vorfeld zu erledigen. „Die Vorgaben der UEFA mussten berücksichtigt werden, die Kaderauflistung, Trikots oder die Spielveranstaltung mussten vorbereitet werden. Alle Anfragen liefen über mich, die Visaanträge mussten gemacht werden, das Hotel sowie der Bus mussten gebucht werden, die An- und Abreise per Flugzeug geplant werden. Außerdem hatte ich mit dem Generalkonsultat Kontakt. Und natürlich standen die Covid19-Tests für die Spieler an“, erklärt der gebürtige Sodener, der an den drei Tagen selbst dafür Sorge trug, dass die Richtlinien der UEFA befolgt wurden. Zudem stand er als Übersetzer zur Verfügung, besuchte das Technical Meeting, hatte mit dem Schiedsrichtergespann aus Portugal sowie den UEFA-Delegierten aus Frankreich zu tun und war mit für den Dopingtest nach Abpfiff zuständig. Die emotionalen Momente hingegen kamen am Spieltag selbst. Dieser fiel auf den Todes- und Geburtstag seiner Schwester Tugce, außerdem lief Istanbul beim Warm-Up mit einem Bild seiner Schwester auf den Shirts auf. „Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen“, merkt Albayrak an.