Da ist selbst die Neuhofer Feuerwehr machtlos

Verbandsliga: SVN kassiert 1:8-Klatsche gegen Sand

27. August 2017, 16:30 Uhr

Hier wird Neuhofs Radek Görner elfmeterreif gefoult, doch insgesamt ist der SVN weiterhin im tiefen Sinkflug. Foto: Charlie Rolff

Nein, mit Verbandsligafußball hatte das rein gar nichts zu tun, was der SV Neuhof am Sonntagnachmittag anbot. Insbesondere die Abwehr ließ es zu, vom SSV Sand lächerlich gemacht zu werden. In dieser Verfassung steigen die Neuhofer sang- und klanglos ab, die Mannschaft, die mit null Punkten auf dem letzten Platz verharrt, muss dringend die Kurve bekommen.

Zur Pause herrschte noch ein wenig Hoffnung: Es stand 1:3, Spielertrainer Radek Görner hatte nach dem 0:3-Zwischenstand mit einem an ihm selbst verwirkten Foulelfmeter verkürzt. Klar war da allerdings schon, dass sich für eine Aufholjagd die Spielweise des SVN nach der Pause dringend würde ändern müssen. Zu nachlässig präsentierte sich bis dato schon die Deckungsarbeit: Die Rückwärtsbewegung bei Ballverlust fand kaum statt, auf den Außenverteidigerpositionen offenbarten sich riesige Löcher, die Innenverteidiger wirkten hypernervös.

All das wurde aber zur zweiten Halbzeit nicht besser – im Gegenteil. Als Steffen Bernhardt in der 51.Minute den fälligen Foulelfmeter nach einer überflüssigen Aktion von Radacic an Wagner zum 4:1 für Sand verwandelte, ging es nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Doch genau das glückte dem SV Neuhof nicht, weil er weiterhin ähnlich naiv zu Werke ging wie zuvor.

Der SSV Sand fand jetzt immer mehr Spaß daran, die Abwehr der Gastgeber vorzuführen und musste sich wie im Training vorkommen. Die Görner-Schützlinge waren nun so konfus, dass sie sich die Bälle weiterhin fast selbst ins Tor legten, und bei Sand durften sich sogar Spieler feiern lassen, die ansonsten nicht auf der Scorerliste erscheinen.

Dass es für den SV Neuhof ein fürchterlicher Tag werden würde, ließ schon die Aktion in der 2. Minute erahnen, als Ristevski einen harmlosen Ball eigentlich nur klären musste, stattdessen Labudovic anschoss und das Leder danach ins Tor eierte.

Neuhofs Sportlichem Leiter Alexander Bär schlugen die 90 Minuten in der Glückauf-Kampfbahn mächtig aufs Gemüt und er zeigte sich ratlos darüber, wie diese Demontage zustande kommen konnte. Zum Sprechen war ihm nicht zumute. „Ich will jetzt nichts sagen, dann sage ich auch nichts Falsches. Wir werden dieses Spiel intern aufarbeiten.“

Nebenan feierte die Neuhofer Feuerwehr ein Fest und war mit einigen Einsatzwagen vor Ort. Doch so viele Brände, wie im Strafraum der Grün-Weißen loderten, hätte auch sie nicht mehr löschen können. / hw

Die Statistik:

SV Neuhof: Ditzel – Müller, Radacic, Labudovic (46. Ganovsky), Ristevski – Manns, Gomez – Stachelski, Sosa Perez, Curic – Görner (53. Schmitt).
SSV Sand: Schmeer – Itter (69. Kraus), Amert, Bräutigam – Guthof, Klitsch (62. Simon Bernhardt), Moskaltschuk, Steffen Bernhardt, Oliev – Jan-Philip Schmidt (78. Knigge), Wagner.

Schiedsrichter: Thomas Heckmann (Rauischholzhausen).
Zuschauer: 90.
Tore: 0:1 Tomislav Labudovic (2., Eigentor), 0:2 Pascal Itter (30.), 0:3 Viktor Moskaltschuk (31.), 1:3 Radek Görner (33., Foulelfmeter), 1:4 Steffen Bernhardt (51., Foulelfmeter), 1:5 Jan-Philip Schmidt (55.), 1:6 Maximilian Kraus (72.), 1:7 Florian Amert (82.), 1:8 Viktor Moskaltschuk (87.).

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