Dankbar für jede Minute auf dem Platz
Ex-Zweitligaspielerin Sarah Hohmeyer beendet Leidenszeit
Denkt die Frischbornerin an die vergangenen Jahre zurück, prägen vor allem viele Arzt- und Krankenhausbesuche das Bild. Dabei hatte die Fußballkarriere der 24-Jährigen so vielversprechend begonnen: Nach der Jugendzeit bei der JSG Lauter und Engelrod war Hohmeyer 2009 zu den Juniorinnen der TSG Hoffenheim gewechselt. Im Alter von 16 Jahren war die Vogelsbergerin auf sich alleine gestellt: „Ich habe damals zuerst alleine gewohnt, wurde aber von einem älteren Ehepaar unterstützt, das mir beispielsweise gekocht oder die Wäsche gemacht hat. Später habe ich dann in einer WG gewohnt“, erzählt die 24-Jährige.
Hohmeyer schaffte den Sprung in Hoffenheims Zweitliga-Frauenteam, merkte jedoch schnell, „dass ich meinem Körper damals zu schnell zu viel zugemutet habe. Von zwei-, dreimal Training die Woche in Engelrod, bin ich auf sieben Einheiten bei Hoffenheim gesprungen. Ich habe dann bald Probleme bekommen.“
Insbesondere Knieschmerzen machten der Mittelfeldspielerin Sorgen. Im Training verletzte sich Hohmeyer am Meniskus, der jahrelang Probleme bereitete. So beschloss die 24-Jährige, zur Saison 2013/2014 in die Heimat zurückzukehren und mit Gläserzells Frauen das Abenteuer Regionalliga zu wagen. Doch auch dort waren Knieschmerzen an der Tagesordnung, eine Operation war unumgänglich: „Mir sollte dann zunächst der Meniskus geglättet werden. Es wurde dann aber festgestellt, dass auch der Knorpel gelitten hatte und alles deutlich komplizierter war als gedacht. Irgendwann hatte ich gar keinen Meniskus mehr und im ersten Grad Arthrose. In einer Operation vor dreieinhalb Jahren habe ich dann einen künstlichen Meniskus bekommen.“ Die Fußballkarriere war abgehakt.
Nach viel Lauf- und Aufbautraining in den vergangenen Jahren wurde Hohmeyer zuletzt aber immer mehr bewusst, wie sehr ihr der Fußball fehlte. „Als die Platten dann draußen waren und das Knie wieder einigermaßen fit, habe ich immer mal daran gedacht, wieder anzufangen.“ Und so habe sie kürzlich Gläserzells Michelle Beck nach den Trainingszeiten gefragt und vergangene Woche dann auch die erste Einheit unter dem neuen Trainer Goran Gajic absolviert. „Nachher kam er dann zu mir und meinte: 'Du musst am Samstag spielen!' Ich wusste erst einmal gar nicht, wie ich reagieren soll.“ Doch Hohmeyer nahm die Herausforderung an, kam gegen Zierenberg prompt in der Startelf zum Einsatz und feierte nach einer Trainingseinheit über 70 Minuten ihr Comeback.
„Das Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen, war unbeschreiblich. Ich war einfach nur glücklich, als ich in der Kabine wieder die Fußballschuhe und das Trikot anziehen konnte. Es hat einfach nur Spaß gemacht“, beschreibt die 24-Jährige die Glücksfühle, die in ihr aufkamen. Nun möchte sie diese so lange wie möglich genießen und versuchen, noch weitere Einsätze zu sammeln. Allerdings kann Hohmeyer aufgrund ihres dualen Studiums als Fitnesstrainerin in einem Lauterbacher Studio nur selten trainieren, weshalb die Vogelsbergerin alles ganz in Ruhe auf sich zukommen lassen möchte. „Ich bin einfach dankbar für jede Minute, die ich jetzt wieder auf dem Platz stehen darf.“


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