"Das kriegen die selbst in der Bundesliga nicht hin"

Verbandsliga: Moaremoglu glaubt nicht an Konzentrationsprobleme

01. Oktober 2015, 18:00 Uhr

Fast wäre Bad Soden um Ex-Kapitän Tuna Moaremoglu über Hessen Kassel II gestolpert, am Ende langte es zu einem 5:4-Sieg. Foto: Charlie Rolff

Nord-Süd-Regionsduell in Asbach, Spitzenspiel in Kassel, Verfolgerduell in Melsungen und Hoffnung auf Wiedergutmachung in Hünfeld. Der Sonntag in der Verbandsliga verspricht Spannung in allen Begegnungen.

SVA Bad Hersfeld - SG Bad Soden (Sonntag, 16 Uhr).

Nachdem Asbach gestern den Kreispokal-Finaleinzug wie erwartet realisieren konnte, soll jetzt die erfolgreich begonnene Serie mit zwei Heimsiegen in Folge in der Verbandsliga fortgeführt werden. „Es war gut, dass wir in Schenklengsfeld noch einmal Wettkampfpraxis sammeln konnten, da wir ja spielfrei waren“, erklärt SVA-Trainer Frank Ullrich, der sich Bad Soden in Lehnerz (1:1) zu Gemüte führte und dabei vor allem eine starke spielerische Klasse beäugen konnte. Bitter: Alex Ebinger zwickte es im Pokalspiel im Oberschenkel und droht auszufallen.

Gegner Bad Soden hat da was dagegen, und weiß immer noch nicht, was da ganz genau gegen Hessen Kassels Reserve vor Wochenfrist passiert ist: „Wir schießen eine Halbzeit lang eine Spitzenmannschaft ab, die gar nicht weiß, was da passiert und dann lassen wir uns die Fäden komplett aus der Hand nehmen“, sagt Tuna Moaremoglu. Der „Sechser“ nimmt das Positive mit, sagt aber auch: „Die erfahrenen Spieler müssen in den Spielphasen, in den es nicht so läuft, dafür sorgen, dass wir zumindest kompakt stehen, die Ordnung halten, um dann wieder in die gute Phase zu kommen. 90 Minuten konzentriert spielen, bekommen die ja selbst in der Bundesliga nicht hin.“ In Asbach könnte Moaremoglu auch mit einem Punkt leben, setzt sich als Ziel aber einen weiteren Sieg: „Das Selbstvertrauen ist da und so langsam sind wir auch in der Liga angekommen, wir müssen uns vor keinem verstecken.“

Hünfelder SV - KSV Baunatal U 23 (Sonntag, 16 Uhr).

„Es gilt drei Punkte zu holen, und es gilt wieder einmal ein gutes Spiel zu machen“, gibt HSV-Trainer Dominik Weber die Marschroute vor, der erwartet, dass seine Schützlinge „den Schalter umlegen“. Heißt im Klartext: Laufarbeit verrichten, Zweikämpfe annehmen. „Es ist ja sicherlich ein Vorteil, dass sich alle Spieler gut kennen, dass wir Freunde sind. Aber hauptsächlich geht es erst einmal um die 90 Minuten am Wochenende“, versucht Weber zu verdeutlichen und stellt klar: „Wem das alles nicht anficht, der soll sonntags beim Mario Rohde in der Zweiten spielen.“ Durch die drei Heimspiele in Serie - nach Baunatal kommen Bad Soden und Korbach auf die Rhönkampfbahn - soll der Rückstand zur Spitze verkürzt werden. Sturmführer Robert Simon, Allrounder Sebastian Alles (beide gesperrt) und Steffen Witzel (Knieprobleme; MRT steht noch aus) werden allesamt ausfallen. Ganz vorne könnte Maurus Klüber in die Starelf zurückkehren, sofern seine Oberschenkel-Blessur bis dahin keine Zicken macht, ähnliches gilt für Kapitän Niclas Rehm, der am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen ist. Definitiv wieder dabei ist Johannes „Johnny“ Helmke. „Gerade Nici und Johnny werden uns auch allein vom Alter her wieder guttun“, glaubt Weber.

KSV Hessen Kassel II - SV Steinbach (Sonntag, 15 Uhr).

„Das spricht natürlich für die Moral, wenn die es schaffen ein 0:5 fast noch zu drehen“, wird SVS-Coach „Kalle“ Müller eine Menge Respekt abgenötigt, den sich Kassels Regionalliga-Reserve nach dem Spiel in Soden auch redlich verdient hatte. Müller schaute bei der Aufstellung des KSV aber ganz genau hin und entdeckte dabei einige Spieler, die sonst eher hinten dran stehen: „Da habe ich schon gedacht, wir haben ein bisschen Glück, aber dann habe ich gesehen, dass die erste Mannschaft ihr Spiel verlegt hat.“ So erwartet er „volles Programm“ seitens der Gastgeber und somit eine „echte Hausnummer“. Mut geben die Topspiele aus der vergangenen Saison, die fast alle außerordentlich positiv bestritten wurden: „Da hat immer die Einstellung gestimmt. Und die muss auch jetzt stimmen, sonst haben wir so ein Spiel schon vorher verloren.“ Fehlen wird einzig Petr Kvaca, der in der Vorwoche von Marcel Ludwig glänzend vertreten wurde.

Melsunger FV - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

„Dass Melsungen so eine gute Runde spielt, kommt für mich nicht von ungefähr“, sagt TSV-Coach Marco Lohsse, der dies vor allem auf eine eingespielte homogene Mannschaft mit Ausnahmespielern wie Torwart Sascha Beetz, Spielmacher Boris Bajic sowie Stürmer Mario Kilian zurückführt. Deswegen und auch ob der Tatsache, dass es in Melsungen bislang für Lehnerz II noch nicht zu etwas Zählbarem reichte, könnte Lohsse mit einem Punkt leben. „Und wenn wir dann das Nachholspiel gegen Schauenburg gewinnen, stehen wir super da.“ Verzichten muss Lohsse auf Dennis Sorg, der sich bekanntermaßen am Kreuzband verletzt hat: „Er hat bis zu seiner Verletzung fünf der letzten sechs Tore vorbereitet. Er wird uns natürlich richtig fehlen.“ Die Kapitänsbinde hat vorübergehend der erst 20-Jährige Maximilian Balzer von Sorg übernommen. Fragezeichen stehen noch hinter Paul Hohmann (Oberschenkelzerrung) und Michael Scholz (Schlag auf den Fuß).

Autor: Johannes Götze

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