Daumen drücken und Hausaufgaben erledigen
Verbandsliga: SVS kann vorzeitig Meister werden
Fabian Wiegand (rechts) kann mit dem SV Steinbach am Sonntag vielleicht schon den Titel feiern, während für Niklas Wahl mit dem Hünfelder SV bei Lehnerz II ein ganz normales Spiel ansteht. Foto: Siggi Larbig
SV Steinbach - 1. FC Schwalmstadt (Sonntag, 15 Uhr).
Nein, aus Eschwege will Karl-Josef Müller nichts mitbekommen, zumal der Steinbacher Trainer nach der formidablen Rückrunde der Kassler ohnehin davon ausgeht, dass sie sich keine Blöße geben werden. „Außerdem sind wir in der ganzen Saison schon gut damit gefahren, uns nur darauf zu konzentrieren, was wir selbst beeinflussen können und das sind die 90 Minuten gegen Schwalmstadt“, insistiert Steinbachs Trainer.
Zumal die Schwälmer, die sich Müller vor Wochenfrist gegen Bad Soden zu Gemüte führte, keine Laufkundschaft sind und mit Hessen Kassel II noch um den zweiten Platz ringen, sie liegen einen Punkt dahinter. „Der 3:0-Sieg war hochverdient für Schwalmstadt. Die Mannschaft hat Qualität, ist unheimlich kompakt und verfügt in Preuß auf der Sechs und in Cetinkaya als Zehner, der immer wieder zu Liebermann in die Spitze stößt, über überragende zentrale Spieler.“ Deshalb geht Müller davon aus, dass Steinbach erneut ein enges Spiel bevorstehe.
Davon gab´s in 2016 schon jede Menge. „Ob Sand, Eschwege, Bad Soden, Hessen Kassel II oder die ganzen Derbys. In jedem Spiel war unglaubliche Brisanz. All das sind Spiele, die uns für die Zukunft weiterbringen.“ Die Leistung habe außer bei der 2:4-Pleite gegen Kassel immer gestimmt und eben so wichtig sei es Müller gewesen, dass sich seine Spieler nie zu etwas hinreißen ließen.
Viele Gründe, dass am Sonntag die Krönung herbeigeführt wird - und Müller hofft erneut auf Unterstützung der Fans: „In Hünfeld waren 200, 250 Steinbacher, die uns verbal hervorragend unterstützt haben. Wir sind nachher zum Maifest nach Steinbach und wurden dort mit Gesängen empfangen. Das war einfach überragend.“
Verpassen wird das Spiel aus seinem Kader niemand. Wie schon in Hünfeld wird Müller die Qual der Wahl haben, lediglich Mittelstürmer Florian Münkel ist ob eines im Hünfeld-Spiel erlittenen Pferdekusses angeschlagen, wird aber auch spielen können.
TSV Lehnerz II - Hünfelder SV (Sonntag, 15 Uhr).
Nicht nur im Hinblick auf Sonntag bei Lehnerz II bedarf es beim HSV noch mal eine Leisterungssteigerung im Gegensatz zum 2:1-Sieg gegen Willingen, um das im Winter von Vorstand Lothar Mihm aufgestellte Saisonziel, nämlich Platz fünf, zu erreichen. „Wir sollten uns daran halten“, sagt Weber lachend und kann sich sicher sein, dass seine Mannen im zweiten Durchgang genug Körner gespart haben, um am Sonntag wieder eine bessere Leistung abrufen zu können. Bei Lehnerz II ist nach der Rückkehr von Marco Lohsse und dem nicht zu erwartenden 4:0-Sieg in Neuhof alles super, schließlich ist der Klassenerhalt auch rechnerisch in der Tasche. Doch Lohsse warnt: „Schon beim Hinspiel mussten wir ans Limit gehen, um in Hünfeld einen Punkt zu holen. Hünfeld ist viel besser, als es der Tabellenplatz aussagt“, blickt der zurückgekehrte Coach nach vorne.
SG Bad Soden - SV Willingen (Sonntag, 15 Uhr).
Die SG Bad Soden hat auch in Ziegenhain die Kurve nicht gekriegt. Nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Schwalmstadt ist in der Verbandsliga der zweite Tabellenplatz und damit der Traum von der Hessenliga futsch. Die zweitbeste Hinrundenmannschaft ist zur fünftschlechtesten der Rückrunde geworden.
Als nachteilig hat sich erwiesen, dass es der SG Bad Soden in der Winterpause trotz aller Bemühungen nicht gelang, den (freilich durchaus üppig besetzten) Kader noch einmal aufzufrischen. Mittlerweile hat Mehic erkannt: „Wir brauchen Konkurrenz.“ Sinnvolle Verstärkungen, verrät Mehic gegenüber den Kinzigtal Nachtrichten, habe man zum Jahreswechsel zwar gesucht, doch habe der Markt nichts hergegeben. Andererseits habe es nahegelegen, „dieser Mannschaft nach der tollen Hinrunde das Vertrauen zu schenken. Dieser Schuss ist nach hinten losgegangen, alle, wirklich alle, haben als Mannschaft versagt.“
Denn, betont Mehic, „wir haben in dieser Mannschaft keinen Leader. Der Erfolg in der Hinrunde war einzig und allein auf eine starke Mannschaftsleistung zurückzuführen. Aber schon die Rückserie in der Gruppenliga, und wohl auch die Zeit bevor ich gekommen bin, haben gezeigt, dass sich die Spieler in besseren Zeiten sehr schnell mit dem Erreichten zufrieden geben. Kaum einer hat mir in der Rückrunde gezeigt, dass er sich verbessern will, dass er ehrgeizig ist, dass er alles aus sich herausholen will.“ Und so stellt der Trainer fest: „Mittelmaß ist nicht unser Ziel. Die Mannschaft braucht ein neues Gesicht.“
Gegen Willingen geht´s indes einzig und alleine darum, dem Heimpublikum eine vernünftige Leistung inklusive positivem Ausgang zu präsentieren. Die Upländer sind allerdings noch mitten in den Abstiegskampf verstrickt und werden dementsprechend auch auftreten.
TSV Korbach - SVA Bad Hersfeld (Sonntag, 15 Uhr).
"Wir sind so gut drauf, dass wir mit dem Selbstbewusstsein nach Korbach fahren, dort drei Punkte mitnehmen zu wollen", sagt SVA-Trainer Frank Ullrich, der nach wie vor vom 3:0-Sieg gegen Sand schwärmt: "Das war mit Abstand die beste Saisonleistung. Wir haben den Fußball gespielt, den ich mir vorstelle." Schnell über die Außen, dazu kompakt im Team verteidigt. Wenig zugelassen und sich selbst gute Chancen erspielt.
Erstaunlich ist es dabei schon, wie die Mannschaft das ganze Drumrum abschüttelt und ganz fokussiert am selbst gesteckten Ziel, dem sportlichen Klassenerhalt, arbeitet. "Ich bin ein Trainer, der so großen Wert auf Teamgeist legt. Und wir sind wirklich ein gutes Team geworden, das hat aber alles seine Zeit gebraucht", sagt Ullrich. In die Karten spielt zudem die hervorragende Personalsituation: "Das hat ja auch lange genug gedauert, aber jetzt sind endlich alle an Bord", freut sich Ullrich.
SSV Sand - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).
Beim SV Neuhof schaut eher etwas skeptisch in Richtung kommenden Sonntag. Dann spielt der bislang so starke Neuling beim SSV Sand. Personell wird sich im Vergleich zum Lehnerz-Spiel wahrscheinlich nicht viel ändern. Allenfalls Tobias Manns könnte wieder ins Team zurückkehren. Dafür sieht es in Sachen Dogus Albayrak wohl eher schlecht aus. Der Torwart verletzte sich gegen Lehnerz, konnte nicht mal mehr einen Flachabstoß schießen. Dazu sind Spielertrainer Radek Görner, Jan Moravcik und Patrik Kaizar allesamt am Oberschenkel verletzt. „Wenn wir aber so auftreten wie am Mittwoch, dann brauchen wir erst gar nicht dort hinfahren“, warnt Alex Bär.
Der SSV Sand hat seine überragende Ausgangsposition im Kampf um Platz zwei, die dank sechs Siege in Serie erarbeitet wurde, innerhalb von acht Tagen hergeschenkt. Aufgrund der Niederlagen gegen Hessen Kassel II (0:1) und in Asbach (0:3) sind die Junglöwen acht Punkte weg, die Schwalmstädter deren sieben. Sand hat allerdings noch ein Spiel mehr zu absolvieren. Ergo: Nicht nur Steinbach drückt dem SV Eschwege am Sonntag die Daumen.

