Defensiv stabil, vorne fehlt das Quäntchen
Hessenliga: HSV verpasst historischen vierten Sieg
Sven Bambey (links) kam spät, konnte aber nicht mehr den entscheidenden Akzent zum Siegtor setzen. Foto: Siggi Larbig
Denn aufgrund einer engagierten Leistung war der HSV den Nordhessen über weite Strecken des Spiels überlegen, verzeichnete nicht nur ein deutliches Mehr an Torabschlüssen, sondern auch ein Übergewicht an klaren Torchancen. Zu nennen wären da Maximilian Fröhlichs Gelegenheiten, der zunächst nicht mehr an Sebastian Schuchs Flanke heranreichte (3.) und später den linken statt den rechten Fuß zum Abschluss nutzte (19.). Ebenfalls brandgefährlich: Schuchs Kopfball aus bester Position (26.) oder Andre Vogts strammer Schuss aus zweiter Reihe (75.).
Hinzu kamen zahlreiche aussichtsreiche Gelegenheiten, die in Durchgang eins meist über die rechte Seite initiiert wurden. Doch dem HSV fehlte im Spiel nach vorne das letzte Quäntchen. Kein Problem für Kapitän Julian Rohde, der feststellte, „dass das Remis insgesamt schon okay geht, auch wenn wir sicherlich die besseren Gelegenheiten hatten. Wichtig ist, dass wir erneut ohne Gegentor geblieben sind, einen direkten Konkurrenten auf Distanz halten konnten und jeder engagiert war.“
Weber und Noja sind sich einig
Sein Trainer Dominik Weber schlug in dieselbe Kerbe, wusste allerdings auch um die Situation des Gegners, der zuvor dreimal verloren hatte und trauerte daher den früh vergebenen Chancen hinterher. „Wenn wir schnell das 1:0 erzielen, kann so ein Spiel zum Selbstläufer werden. Aber so müssen wir 90 Minuten Gas geben und haben das auch gemacht.“ In der Tat agierte Lohfelden gerade in der Anfangsphase extrem fahrig, mit Tobias Orth war der Torwart zusätzlich vollkommen verunsichert. Doch nach einer guten halben Stunde berappelte sich der FSC, auch geschuldet von leichten Fehlern des HSV im Aufbauspiel. Dominik Schneider verzog seinen Abschluss aus Strafraumnähe knapp (35.), Enis Salkovic vergab einen Kopfball der Schuch-Kategorie (70.).
Und so waren sich die Trainer einig, Weber wie sein Gegenüber Alfons Noja konnten mit der Punkteteilung gut leben. Nun wird die derzeit glänzende Defensivarbeit des HSV jedoch auf die Nagelprobe gestellt: am Samstag gastiert der Hessenliga-Aufsteiger beim Überfavoriten in Gießen. „Wir freuen uns auf das Pokalspiel, zumindest sollten wir es als solches annehmen“, blickte Weber schmunzelnd voraus.
Die Statistik:
Hünfelder SV: Ernst – Dücker, Faulstich, Rehm, Budenz – Alles, Rohde – Krieger (53. Neidhardt), Vogt (77. Bambey), Fröhlich – Schuch.
FSC Lohfelden: Orth – Szczygiel (86. Berninger-Bosshammer), Haidari, M. Bandowski, Keßebohm – Fiolka, Schneider – Zukorlic, Noja (77. Lensch), T. Bandowski – Salkovic.
Schiedsrichter: Sascha Bauer (TSV Obermelsungen).
Zuschauer: 300.

