Der Name Götze steht für wichtige Tore

Hessenliga: Flieden triumphiert in der Johannisau

22. August 2015, 20:23 Uhr

Hier hatte Fuldas Matija Poredski gegen Gabriel Müller ausnahmsweise das Nachsehen. Foto: Steffen Kollmann

Spätestens seit heute weiß Osthessen, warum Marc Götze den Spitznamen Mario trägt: Ausgerechnet an alter Wirkungsstätte erzielte er für Buchonia Flieden den 3:2 (1:1)-Siegtreffer gegen Borussia Fulda. Der Name Götze steht eben für die ganz wichtigen Tore.

"Wie eine E-Jugend-Mannschaft lassen wir uns da auskontern. Das darf uns einfach nicht passieren", analysierte Borussias Kapitän Mark Jaksch treffend das Tor Götzes. Fabian Schaub behauptete an der Mittellinie gegen drei den Ball, drehte sich um die eigene Achse und spielte Götze frei, der dann ganz abgezockt ins linke Eck traf (87.). "Leck mich am Arsch, ist der kalt gewesen", staunte Wegbereiter Schaub nicht schlecht, der den späten Sieg selbst kaum fassen konnte: "Nach dem 2:2 hätte ich einen Punkt sofort unterschrieben, danach hatten wir dann natürlich auch Glück."

Fuldas Alleinunterhalter Matija Poredski hatte das 3:2 für den Gastgeber nämlich genauso am Kopf wie Daniel Schirmer (85.). Doch so richtig verdient wäre das nicht gewesen, schließlich machten die Fuldaer erst in den letzten 20 Minuten ernst. "Den Willen kann man uns nicht absprechen, aber vielleicht hat der letzte Biss gefehlt und auch ein bisschen Glück", meinte Jaksch, der von einem "unglücklichen Elfmeter" sprach, als Sebastian Ruhl gegen Stefan Dietz einen Schritt zu spät kam und André Leibold den dritten Strafstoß im dritten Saisonspiel zum zwischenzeitlichen 2:1 für Flieden verwandelte (59.). Es war auch der Startschuss in eine tolle letzte halbe Stunde, in der zunächst Schaub das 3:1 gegen Wolf liegen ließ (63.). "Den muss ich machen, dann sind wir schon durch", sagte der Mittelstürmer selbstkritisch, der sich mit Ruhl und Nikola Milankovic ganz heiße Duelle lieferte. Diese Unzulänglichkeit strafte Jonathan Müller, der nach Poredskis Schuss gegen seinen Heimatclub zum 2:2 abstauben konnte (81.). Und als dann alles danach aussah, dass Fulda auch noch das 3:2 macht, schlug die Stunde Götzes.

Erste Halbzeit erfüllt Erwartungen nicht

Die erste Halbzeit wurde den Erwartungen hingegen nicht gerecht: Flieden konnte mit recht wenig Aufwand gegen nach vorne harmlose Borussen verteidigen. Kein Wunder, dass der Ausgleichstreffer ein Eigentor war: Matija Poredski setzte sich nach Trägler-Hereingabe herrlich durch, wollte gerade Jonas Ritzel überlupfen, als ihm Fliedens Innenverteidiger Sascha Rumpeltes zuvorkam (36.). Abgesehen von einem Schuss aus spitzem Winkel Träglers (12.) und einem Kopfball Ruhls an die Unterkante der Latte (13.) hatten die Borussen keine klaren Chancen, vielleicht auch ob der Tatsache, dass sie sich selbst erst einmal an das neue System gewöhnen mussten. Vor der Viererkette, in der überraschend Schad für Dennis Müller verteidigte, agierten alle sechs Akteure weitgehend zentral, erst nach gut einer Stunde wurde auf 4-2-3-1 umgestellt. Ungefährlicher waren die Buchonen nicht, die früh durch Kapitän Andreas Drews in Führung gingen. An alter Wirkungsstätte ließ er eine Osman-Ecke über den Scheitel rutschen (10.). Zweimal hatten sie zudem Pech, dass Patrick Broschke (34.) und Fabian Schaub (42.) einen Schritt zu spät kamen.

Die Statistik:

Fulda: Wolf - Schad (46. Dimitrijevic), Milankovic, Ruhl (64. Jerkovic), Schwab - Jaksch, Krause - Pomnitz, J. Müller - Poredski, Trägler (64. Schirmer).
Flieden: Ritzel - Leibold, Drews, Rumpeltes, Hohmann - Betz, G. Müller - Broschke (56. Ankert), Osman (90.+1 Fischer), Dietz (72. Götze) - Schaub.
Schiedsrichter: Marco Unholzer (VfL Birkenau).
Zuschauer: 2250.
Tore: 0:1 Andreas Drews (10.), 1:1 Sascha Rumpeltes (36., Eigentor), 1:2 André Leibold (59., Foulelfmeter), 2:2 Jonathan Müller (81.), 2:3 Marc Götze (87.).
Gelb-Rote Karte: Nikola Milankovic (88., Borussia Fulda).

Autor: Johannes Götze

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