Die Winterpause kommt Thalau ungelegen

Gruppenliga: Munir Tekleyes über drei Elfmetertore und den Dreikampf um den Aufstiegsrundenplatz

21. Dezember 2018, 18:00 Uhr

Munir Tekleyes (links) fühlt sich in Thalau pudelwohl und nimmt nach zwei gescheiterten Aufstiegs-Relegationen einen neuerlichen Anlauf mit dem FSV. Foto: Max Lesser

Seit nunmehr drei Spielzeiten ist Munir Tekleyes beim FSV Thalau aktiv und durchlebte während seiner Zeit im Wittiggrund fast ausschließlich positive Zeiten. In der jetzigen Saison lief es für den FSV zunächst bescheiden, ehe zum Ende hin noch fleißig Boden auf die Aufstiegsplätze gut gemacht wurde. Geht es nach dem 23-Jährigen, soll im Mai das Vize-Triple perfekt gemacht werden – und anschließend der Aufstieg in die Verbandsliga folgen.

Wirklich in Tritt kam Thalau zu Saisonbeginn nicht. Nur zwei Zähler standen aus den ersten drei Partien zu Buche, wobei es auch gegen Kaliber wie Hosenfeld oder Ehrenberg ging. „In den ersten Spielen der Saison hat bei uns noch die Relegation im Kopf mitgespielt“, meint Munir Tekleyes. Doch nicht nur die bittere Niederlage am 10. Juni gegen die TuSpo Grebenstein war der ausschlaggebende Punkt: „Wir hatten dementsprechend auch erneut nur eine ganz kurze Pause. Hinzu kamen noch Spieler, die im Urlaub waren, und mit Florian Storch und Arpad Palfi fehlten uns zwei Leistungsträger über einen längeren Zeitraum, so dass teilweise Spieler aus der zweiten Mannschaft mit aufrücken mussten.“ So verwunderte es den 23-Jährigen wenig, dass auch nach dem Start keine richtige Konstanz in Thalau reinkam. Sein Tiefpunkt war die 0:2-Niederlage beim RSV Petersberg: „Dort haben wir richtig verkackt, da die bislang auch kaum etwas gewonnen hatten.“

Vielleicht aber war die Niederlage so etwas wie ein kleiner Weckruf für die Mannschaft von Jörg Meinhardt. Nach einem weiteren trostlosen 0:0 gegen Bronnzell und der Niederlage in Schlüchten, kam nämlich in den acht Begegnungen vor der Winterpause keine weitere Niederlage hinzu. „Dann haben wir endlich ein anderes Gesicht gezeigt“, meint Tekleyes. Die Pause kommt Thalau deshalb eigentlich ungelegen, doch auch im Wittiggrund müssen irgendwann mal die Beine hochgelegt werden, „denn jeder braucht eine Pause, auch wenn wir zuletzt viel Spaß hatten und super drin waren.“

Mit nur einem Punkt Rückstand auf Rang zwei nimmt Thalau im kommenden Jahr die Vorbereitung auf die Rückrunde auf und möchte so lange wie möglich den Dreikampf mit Elters/Eckweisbach/Schwarzbach und Ehrenberg aufrechterhalten. „Wir haben in Bad Soden einen Punkt geholt und in Ehrenberg gewonnen. Deshalb können wir auch zurecht sagen, dass wir da oben hingehören. Entscheidend wird sein, wie wir aus der Winterpause kommen“, sagt Tekleyes und fügt an, „dass eine Relegation immer cool ist. Was hier immer los ist, ist der Wahnsinn. Das sind geile Zeiten, vor allem für ein so kleines Dorf. 3000 Zuschauer kommen sonst nur bei den Derbys in der Hessenliga.“

Im Gedächtnis geblieben sind dem 23-Jährigen, der aus Eritrea mit 14 Jahren nach Deutschland gekommen ist, auch seine drei Elfmetertore im Heimspiel gegen Elters. Beim 4:3 schnürte Tekleyes ganz souverän vom Punkt aus einen Dreierpack – und machte sich dabei überhaupt keine Gedanken. „Der erste Elfer war noch unsicher, doch der Trainer meinte, dass ich auch weiterhin geschossen hätte, wenn wir fünf oder sechs Elfmeter bekommen hätten. Man braucht schon Eier dafür, doch Angst hatte ich keine.“

Für ihn persönlich soll die Gruppenliga jedoch nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Als Fußballer ist es eben so, dass du immer so hoch wie möglich spielen willst. Bei Lehnerz habe ich bereits gesehen, wie es in der Verbandsliga ist. Vielleicht schaffen wir es auch mit dem FSV. Einige Anfragen habe ich, doch Thalau bleibt mein erster Ansprechpartner. Gesprochen haben wir noch nicht“, meint Tekleyes. Zuvor gilt für ihn nur, mit dem FSV Thalau zum dritten Mal die Relegation zu erreichen.

Autor: Tobias Konrad