Später Gegentreffer kostet Sieg
Die zwei Gesichter des Weihers
Fliedens Niko Zeller (links) und Griesheimns Noah Lorenz lieferten sich einige heiße Zweikämpfe. Foto: Charlie Rolff
Leere Gesichter und Fassungslosigkeit machte sich bei den Fliedener Spielern und Verantwortlichen nach Abpfiff breit. Und das zurecht, schließlich war das Gegentor in der Nachspielzeit mehr als vermeidbar. Wie bei einer Schülermannschaft herrschte zwischen Innenverteidigung und Torwart Lukas Hohmann Unklarheit. Keiner klärte den Ball und Stürmer Youness Breier sagte „Dankeschön“ und schob zum Remis ein (90.+1).
„Ich habe mich bereits an die Nachspielzeit im Weiher gewöhnt. Zwei Mal hatten wir das glücklichere Ende, jetzt hat es uns getroffen“, bedauert Heimtrainer Zlatko Radic. Dass es zum späten Gegentreffer kam, ist auch ein Verdienst von Ex-Eintracht-Profi Mohamadou Idrissou, den Griesheim erst unter der Woche verpflichtete – ein Königstransfer. „Uns hat bis zu seiner Einwechslung die Durchschlagskraft gefehlt. Von Mohamadous Erfahrung und Fähigkeiten können wir noch viel lernen“, freut sich Gästetrainer Richard Hasa.
Dabei fing die zweite Halbzeit so gut für die Mannen aus dem Königreich an. Der Führungstreffer von Aaron Neu (50.) war Dramatik pur. Marc Götze schickte den Torschützen per langen Ball auf die Reise. Im Laufduell mit Niklas Kern und Oliver Schumacher setzte sich der 22-Jährige durch. Im gleichen Augenblick kam Schlussmann Paul Jivan aus seinem Kasten, doch den Ball spielte nur einer: Der eine Fliedener zwischen den drei Griesheimern. Danach kullerte das Spielgerät Richtung Tor und das Fliedner Publikum schrie das Leder quasi über die Linie.
„Danach hatten wir noch die ein oder andere Möglichkeit, hören dann aber aus unerklärlichen Gründen auf, Fußball zu spielen“, hadert Radic, wodurch die Gäste Oberwasser bekamen. Eine klare Torchance erspielte sie sich allerdings nicht. „Dennoch haben wir nie aufgehört und an uns geglaubt. Es ist ein Punkt für die Moral“, betont Hasa.
Etwas spektakulärer – aus Chancensicht – ging es in der ersten Halbzeit einher. „Zur Pause kann es 2:2 stehen. So gehen wir mit einem 0:0 in die Kabine“, erläutert Hasa. Auf Fliedener Seite hatte Marc Götze zwei große Chancen (24., 45.). Der Offensivmann umlief unter anderem Jivan, doch der Winkel wurde zu spitz, weshalb er nur das Außennetz traf. Auf der Gegenseite scheiterte Breir am Aluminium (39.).
Die Statistik
SV Flieden: L. Hohmann – Kullmann, Zeller, Leibold, Hack – Gaul, Kress – Rumpeltes, Götze (75. Birkenbach), Neu (90. Müller), Betz (85. Odenwald).
SC Griesheim: Jivan – Royo, Schumacher, Kern, Bender – Volk (31. Nagayoshi), Arslan – Sanchez Ruiz Diaz, Breir, El Fahfouhy (64. Idrissou) – Lorenz (64. Makengo).
Schiedsrichter: Timo Wlodarczak (Bebra). Zuschauer: 100. Tore: 1:0 Aaron Neu (50.), 1:1 Youness Breier (90.+1).

