Drei Spieltage vor Schluss ist noch kein Team verloren
Gruppenliga-Abstiegskampf bleibt weiter spannend
Wie stark der Abstiegskampf an den Nerven der Spieler zerrt, zeigte sich vor allem auf Seiten der Kerzeller, die gegen Schlitzerland völlig verkrampft wirkten und vor heimischem Publikum völlig zurecht als Verlierer vom Platz gingen. „Man hatte den Eindruck, dass Schlitzerland sehr viel Selbstvertrauen hat und wir eben nicht. Es war schon enttäuschend. Wir hätten einen großen Schritt machen können und wären mit einem Sieg so gut wie gerettet gewesen. Jetzt wird es natürlich ganz schwer“, glaubt Kerzells Trainer Michael Jäger, dessen Team noch nach Ehrenberg und Rothemann muss, ehe am letzten Spieltag das Heimspiel gegen Thalau auf dem Plan steht.
Wieso seine Spieler derart gelähmt waren, kann sich Jäger nur schwer erklären: „Vielleicht haben wir etwas zu viel über die Bedeutung dieses Spiels gesprochen. Eigentlich waren wir gut vorbereitet.“
Schlitzerland hat dagegen nach 246 Tagen ohne Sieg wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben und kann damit doch noch einmal auf den Klassenerhalt hoffen. Dank des gewonnenen direkten Vergleichs gegenüber Haimbach sowie des Rückzugs von Borussia Fulda II müsste die SGS bei derzeitigem Stand in der Gruppenliga nur noch eine weitere Mannschaft abfangen, um doch noch die Liga halten zu können. „Wenn wir so weiterspielen, ist noch etwas drin“, ist sich Schlitzerlands Trainer Simon Grosch sicher. „Was die anderen machen, interessiert uns da aber nicht zu sehr. Wir wollen vor allem weiter unseren Fußball spielen. Das ist uns in den letzten Monaten ein wenig abhanden gekommen, aber gegen Kerzell hat wieder jeder gesehen, was möglich ist.“ Auf die SGS warten in den letzten vier Saisonspielen noch Ehrenberg (H), Rothemann (A), Eiterfeld/Leimbach (H) und Schlüchtern/Elm (A).
Allmählich ratlos ist Schlüchterns Coach Marco Link, dessen Team in Künzell lange Zeit den nötigen Biss vermissen ließ und in der Schlussphase schließlich Pech hatte. „Es sollte einfach kein Tor für uns fallen. Wir bekommen die Bälle vorne nicht rein und haben auch sonst nicht richtig ins Spiel gefunden. Jetzt haben wir wieder eine große Chance verpasst, zumal Künzell kein Gegner war, der uns an die Wand gespielt hat“, haderte Link, denn mit dem Sieg im direkten Duell hätten sich die Schlüchterner wohl nahezu aller Abstiegssorgen entledigen können. Da nun zunächst die Auswärtsauftritte in Eichenzell und Bronnzell auf dem Programm stehen, „sind wir jetzt wieder mittendrin statt nur dabei“, bedauert der Coach, der ein Abstiegsendspiel am letzten Spieltag gegen Schlitzerland unbedingt vermeiden möchte.
Kaum noch Chancen auf den Klassenerhalt hat derweil der Haimbacher SV: Durch die zwei Niederlagen des Wochenendes sowie Schlitzerlands Sieg ist die Radic-Truppe nun auf den letzten Rang abgerutscht und hat mindestens vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Die personelle Situation sowie das Restprogramm (Großenlüder, Johannesberg, Künzell) lassen wenig Hoffnung auf die Last-Minute-Rettung zu.

