SVS

Druck, aber anders

Hessenliga: Richtungsweisendes Spiel

28. Februar 2020, 11:54 Uhr

Tom Wiegand (am Ball) bildet derzeit gemeinsam mit Neuzugang Lukas Hildenbrand das Innenverteidiger-Pärchen des SV Stenbach. Foto: Charlie Rolff

Während die Partien der SG Barockstadt und des SV Neuhof witterungsbedingt abgesagt wurden, steht für den SV Steinbach am Samstag (15 Uhr) ein richtungsweisendes Spiel im Kampf um den Hessenliga-Klassenerhalt an. Denn einerseits gilt Gastgeber Viktoria Griesheim als schlagbar und andererseits ist der Rückstand auf das rettende Ufer mit noch gut gerechneten acht Punkten bereits jetzt saftig.

Und Petr Paliatka nimmt tatsächlich das Wort "Druck" in den Mund. Doch, und das unterstreicht Steinbachs Trainer, stehe dies nicht im Zusammenhang mit dem Ausgang des Spiels. Vielmehr setze er seinen Mannen auf eine andere Art und Weise unter Druck. "Dem Team habe ich gesagt, dass ich eine Leistung wie in Ginsheim erwarte. Dann sind unter Garantie auch Punkte möglich. Sauer werde ich wenn die Einstellung nicht stimmt, kein Wille zu sehen ist." Die Grundtugenden will er umgesetzt wissen, um solch eine Leistung wie in Ginsheim (0:2-Niederlage in der Vorwoche) überhaupt erst zu ermöglichen. Denn da gefiel dem Trainer insbesondere das herausragende Pressingverhalten, durch das zahllose Angriffe des Gegners im Keim erstickt worden waren und ähnlich viele Balleroberungen gelangen.

"Das hat sogar mich überrascht, das war im Vergleich zum Herbst der größte Schritt nach vorne", lobt Paliatka, dem außer der erneut ungenügenden Chancenverwertungen zwei Dinge negativ aufgestoßen sind: drei, vier unnötige Ballverluste sowie einige Stellungsfehler in der Innenverteidigung. Die Ballverluste könne man aber nicht in Gänze abstellen, und dass die ganz jungen Innenverteidigern Tom Wiegand und Lukas Hildenbrand bei einer sonst tadellosen Leistung nicht jedes Mal die richtige Entscheidung treffen könnten, sei auch klar. Der Lernprozess sei entscheidend, alle Spieler dahingehend wissbegierig. Vielmehr bleibt ein "tolles Spiel" hängen. Und Paliatka scheint sich mit Blick auf Samstag sicher: Gleiche Leistung, anderer Ertrag, wenngleich seine Mannen schon nahe am Optimum unterwegs gewesen seien.

Keine Rolle spielte in der Vorwoche Winterneuzugang René Melzer, der Stürmer stand gar nicht im Kader. Auch für Griesheim wird es eng, wie Paliatka berichten muss: "Er hat eine alte Knöchelverletzung aus Borsch mitgebracht. Deswegen hat er noch Rückstand, muss die Einheiten immer wieder abbrechen und kann das geforderte Hessenliga-Tempo noch nicht gehen." Dass er seine Chance erhalten werde, stünde bei entsprechenden Trainingsleistungen fest. Das gelte aber für jeden Spieler, wie er betont: "Wer Gas gibt, der spielt. Da spielt kein Name eine Rolle. Vielleicht ist unser Training genau deshalb qualitativ so hochwertig." Ganz sicher werden der zentrale Mittelfeldspieler Sasa Dimitrijevic (krank) sowie Innenverteidiger Alin Neacsu (gesperrt) fehlen.

Autor: Johannes Götze