Verbandsliga: Ehrenberg siegt ganz spät
Ehrenberg grüßt von der Tabellenspitze
Akrobatisch zeigte sich Yasin Bingül (rechts). Den Sieg nahm dennoch Moritz Schäfer (verdeckt) und die SG Ehrenberg mit. Foto: Charlie Rolff
Einige Stammkräfte fehlten Trainer Sebastian Vollmar, unter anderem konnten Neuzugang Christoph Neidhardt und Julius Brehl nicht mitwirken. Die beiden Offensivkräften – Neidhardt mit seiner Schnelligkeit und Brehl mit seinem Körper in vorderster Front – hätten dem Spiel sicherlich gutgetan. Denn was die Rhöner über weite Teile des Spiels zeigten, war teils ansehbar, doch der allerletzte Tick, der letzte Pass und das letzte Quäntchen haben der SGE gefehlt. Dass nach dem 0:0 gegen Dörnberg erneut eine Nullnummer, trotz 45-minütiger Überzahl, herausspringt, war fast sicher. Doch in der aufkommenden Dunkelheit hatte einer plötzlich den Durchblick: Marius Bublitz.
Erst verwandelte der 25-Jährige nach 87 Minuten einen Foulelfmeter (Klüber war von den Beinen geholt worden), ehe er in der Nachspielzeit cool den gegnerischen Torwart überlupfte. "Er ist sicherlich einer unserer Unterschiedsspieler in der Offensive", wusste Vollmar. Wie sehr Unterschied Bublitz ist, zeigte sich auch in seinem Tempo kurz vor der Halbzeit. Trotz Türkgücü-Überzahl war der Außenbahnspieler plötzlich zur Stelle, Hakan Demirbas konnte nur noch per Foul Bublitz stoppen. Rot war die Folge. "Wir sind leider nicht die spielstärkste Mannschaft. Das hat man gesehen. Uns fehlt ein wenig die Idee", sagte Vollmar, der anfügt: "Dafür muss man Türkgücü ein Lob aussprechen. Sie haben super gefightet, am Ende hatten wir das Glück auf unserer Seite. Und wir haben wieder kein Tor kassiert"
Bereits in den ersten 45 Minuten waren die Hausherren tonangebend, der Torschrei war ein ums andere Mal auf den Lippen. Michael Geier drehte beinahe eine Ecke direkt rein (17., Pfosten), Niklas Bleuel verzog knapp (34.) und Niklas Theisen versagten die Nerven im Eins-gegen-eins (37.). Als die Hausherren eine überragend Kontersituation vertändeln (63.), stand den 230 Zuschauern die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. SGE-Keeper Simon Voll musste derweil bei Flanken auf der Hut sein, auszeichnen konnte sich der Franke lediglich ein, zwei Mal. Auch, weil die Gäste mit dem Punkt sichtlich zufrieden waren. Bis Bublitz kam.
Die Statistik:
SG Ehrenberg: Voll – Kemmerzell, Heil, Mo. Schäfer, Beck – Bleuel (65. Stumpf), Geier (78. Diel), Bambey, Bublitz – Klüber (89. Keidel), Theisen.
Türkgücü Kassel: Perzel – Kurt, Büyükata, Janek, Kwiedor – Demirbas, M. Bingül (74. Yazici) – Özdemir (66.Dereli), Kara, Eryilmaz – Y. Bingül (80. Keita).
Schiedsrichter: Thorsten Eick (TSV Eifa).
Zuschauer: 230.
Tore: 1:0, 2:0 Marius Bublitz (87., 90.+1).
Rote Karte: Hakan Demirbas (Türkgücü) wegen einer Notbremse (43.).

