Ein bisschen so wie Fahrradfahren

KOL Mitte: Marius Hampl vor Duell mit Ex-Club in Top-Form

20. April 2018, 16:00 Uhr

Marius Hampl fügte sich schon in seinem ersten Spiel bei Dipperz/Dirlos hervorragend ein. Foto: Charlie Rolff

Im Jahr 2017 suchte der osthessische Fußballfan Marius Hampl auf den Sportplätzen vergebens. In Warschau hatte der 28-Jährige nach seinem BWL-Studium als Buchhalter gearbeitet und ein neues, vorübergehendes Lebensdomizil gefunden. Umso beeindruckender daher, wie der Offensivspieler seit seiner Rückkehr in die Heimat wieder auftritt: Mit der SG Schlitzerland gewann er seit seiner Rückkehr vor wenigen Monaten in der Restrunde alle fünf Spiele und war bereits an sechs Treffern direkt beteiligt.

Ein bisschen so wie Fahrradfahren bezeichnet Hampl daher eine Rückkehr auf den Fußballplatz, das Fußballspielen verlernen könne man ja schließlich nicht. "Nur die Spritzigkeit hat am Anfang gefehlt", muss der 28-Jährige, der in Polen nur sporadisch gekickt hatte, zugeben. Was sich in den Spielen aber nicht zwingend zeigte: Schon im ersten Spiel beim 2:0-Sieg bei Dipperz/Dirlos war Hampl auffälligster Akteur, schon sechs Vorlagen stehen inzwischen auf dem Konto. Fehlt eigentlich nur noch ein eigener Treffer. "Ich würde mir wünschen, dass der Knoten so schnell wie möglich platzt."

Doch auch ohne seine Treffer läuft es bei Schlitzerland hervorragend. Alle fünf Spiele nach der Winterpause wurden gewonnen. "Es läuft gut bei uns, auch wenn die Vorbereitung alles andere als ordentlich verlief", sagt Hampl, dessen Truppe in dieser Saison schon neun Spiele mit einem Tor Differenz gewonnen haben. "Das spricht auch ein Stück weit für unsere Qualität, dass wir relativ wenig zulassen. In einigen Spielen hatten wir aber auch Phasen, in denen der Ausgleich mal fallen kann, wenn es schlecht läuft", hebt der Offensivspieler den mahnenden Zeigefinger.

Denn gerade vor dem kommenden Wochenende dürfte Hampl extra motiviert sein. Nach dem Spiel am Freitag gegen Pilgerzell geht es Sonntag schließlich zu Ex-Club Hünfeld II. "Natürlich freut man sich auf so ein Spiel und bleibt nachher sicherlich noch auf ein Bierchen da", sagt der passionierte Schlagzeuger, der unter anderem mit dem jetzigen HSV-II-Trainer Johannes Helmke zusammengespielt hatte. An der Rhönkampfbahn durfte Hampl unter anderem einen 2:0-Sieg gegen Borussia Fulda zu Verbandsliga-Zeiten bejubeln, der damals 25-Jährige erzielte dabei einen Treffer gegen den späteren Meister.

"Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine Zeit dort. Am Sonntag werden beim Spiel sicherlich ein paar Zuschauer da sein." Nettigkeiten soll es dann aber erst einmal keine geben: "Wir wollen das Spiel gewinnen, auch wenn uns der Doppelspieltag sicher in den Knochen stecken wird", prophezeit Hampl, der mit seinem Team am Ende der Saison vor Hünfeld II landen möchte. "Wir wollen mindestens die Aufstiegsspiele bestreiten."

Autor: Steffen Kollmann

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