Ein Dorf steht Kopf: Die SG Rönshausen steigt auf
KOL-Süd-Relegation: Gundhelm/Hutten hadert mit Schiedsrichter-Entscheidungen
Die Gästefans hatten vor dem Anpfiff nicht nur mit Pyrotechnik auf sich aufmerksam gemacht, sondern gar eine kleine Choreographie für ihr Team vorbereitet.
Vor sensationeller Kulisse hatten sich die beiden A-Ligisten in Rönshausen lange Zeit ein ausgeglichenes Duell geliefert, in dem Nico Spahn die Gäste aus Gundhelm/Hutten nach 20 Minuten mit einem tollen Freistoßtreffer ins linke obere Eck in eine komfortable Ausgangsposition gebracht hatte. Spahn war es auch, der zuvor auf der anderen Seite das 1:0 für Rönshausen verhindert hatte, als er nach 16 Minuten einen Kopfball noch von der Linie holen konnte.
Doch eine umstrittene Entscheidung von Referee Andreas Henkel (Ufhausen) nach 39 Minuten sorgte für die Wende im Spiel. Rönshausens Nico Wischermann hatte in jener Szene im Strafraum den Ball am herausstürzenden Keeper Jens Scheel vorbei in Richtung Tor gebracht, dort verhinderte jedoch Mittelfeldspieler Sebastian Richter den Ausgleich. Während Henkel dabei ein Handspiel erkannt haben wollte und auf Rote Karte sowie Elfmeter entschied, sorgte diese Entscheidung im Lager der Gäste für großen Protest. "Ich weiß nicht, ob das eine Rote Karte war", haderte Gundhelms Kapitän Jonas Christ mit der Entscheidung, die den Ausgleich per sicher verwandeltem Elfmeter von Marcus Kress zur Folge hatte. Auf Seiten der Gäste hatten alle Beteiligten den Ball nur an Richters Brust gesehen.
Richtig hoch kochten die Emotionen dann allerdings in Abschnitt zwei. Gundhelm/Hutten hatte nach der Pause selbst in Unterzahl durch Michael Rose (51.), Nico Spahn (52.), Christ (56.) und erneut Spahn per Freistoß (65.) einige gute Gelegenheiten, kassierte dann jedoch ein ganz bitteres 1:2: Nach einem Zweikampf im eigenen Strafraum war Gundhelms Niklas Ochs verletzt liegengeblieben. Während beide Teams auf den Pfiff des Referees warteten, ließ Henkel weiterlaufen. Der eigentlich geklärte Ball kam zurück in die Gundhelmer Hälfte, wo der verletzte Ochs das Abseits aufhob und Marvin Plummer ganz alleine vor dem Tor der Gäste den Ball erhielt. Plummer zögerte zunächst, setzte den Ball dann aber platziert ins rechte untere Eck. 2:1 für Rönshausen, Gundhelm/Hutten brauchte nun mindestens ein Tor.
"Nach dem 2:1 war dann ein bisschen die Moral gebrochen und hinten raus hat vielleicht auch ein bisschen die Luft gefehlt, wir waren ja einer weniger. Es ist einfach schade, dass wir es wieder nicht geschafft haben. Auch für die Fans, die uns heute sensationell unterstützt haben", bedauerte Christ nachher, denn in der Schlussphase ließen die Gastgeber nichts mehr anbrennen. Ein Doppelschlag von Nico Wischermann und David Vogt (75., 77.) sorgte eine Viertelstunde vor Abpfiff für die Vorentscheidung und damit völlige Ekstase bei den Gastgebern.
"Wir haben in Petersberg schon gefeiert, dass wir in die Relegation gekommen sind. Dann haben wir in Bad Soden mit unseren Fans gefeiert. Und jetzt das. Die Relegation war einfach der Wahnsinn für uns", ließ Rönshausens Kapitän Timo Gelhard nachher seinen Emotionen freien Lauf und auch der scheidende Spielertrainer Michael Jäger (er wird neuer Trainer beim frischgebackenen Gruppenligisten Kerzell) war überglücklich: "Das tut schon weh, diese Truppe jetzt zu verlassen. Wir hatten eine wahnsinnig tolle Zeit. Und dass die jetzt auch noch so endet, ist unglaublich."
Die Statistik
Rönshausen: Bau; Heil, Grösch, Kress, Farnung – Gelhard, F. Jehn (88. D. Jehn), Kutsche, Vogt (88. Jäger) – Melcher (34. Plummer), Wischermann.
Gundhelm/Hutten: Scheel; Christ, Link, Ochs, M. Heil (59. Klüh) – Fieres (59. Klüh), Richter, Drebert, Spahn (72. Henkel) – Staubach, Rose.
Schiedsrichter: Andreas Henkel (Eiterfeld-Ufhausen).
Zuschauer: 1300.
Tore: 0:1 Nico Spahn (20.), 1:1 Marcus Kress (40., Handelfmeter), 2:1 Marvin Plummer (67.), 3:1 Nico Wischermann (75.), 4:1 David Vogt (77.). Rote Karte: Sebastian Richter (Gundhelm/Hutten, 40. wegen Handspiels)

