Eine Mischung aus Pech und eigener Dummheit

Die SG Steinau steht auf dem letzten Tabellenplatz der KOL Mitte

15. September 2015, 18:00 Uhr

Es läuft nicht rund bei Mario Martinez (links) und der SG Steinau. Foto: Charlie Rolff

Mario Martinez weiß, was es heißt, in der Kreisoberliga Mitte in den unteren Tabellenregionen zu rangieren. Allein im vergangenen Jahr hat er als Spielertrainer mit Bimbach nur knapp den Abstieg in die A-Liga vermeiden können. Durch seinen Wechsel zu Ligakonkurrent SG Steinau versprach sich der 30-Jährige eigentlich, die obere Tabellenhälfte der KOL Mitte besser kennenzulernen. Nach acht Spielen steht die SG allerdings auf dem letzten Tabellenplatz.

Nur einen Sieg gab es dabei (4:0 gegen Martinez' Ex-Club Bimbach), sonst wurden alle Spiele verloren. "Das ist im Moment eine Mischung aus Pech und eigener Dummheit", erklärt Martinez. "Einerseits haben wir einen sehr dünnen Kader mit vielen Studenten, der komplette Kader stand mir noch nie zur Verfügung. Andererseits ist es auch Blödheit, wenn wir wie gegen Müs vier Gegentore in zehn Minuten kassieren."

Hinten drückt also der Schuh - drei Gegentreffer pro Spiel bedeuten die zweitschwächste Defensive der Liga. Die Umstellung zur Viererkette und zur neuen 4-4-2-Formation trägt sicherlich seinen Teil dazu bei. "Dass das neue System Zeit benötigen würde, war mir schon bewusst. Es hängt viel vom Kopf ab, wenn einmal die Konzentration nicht da ist, wird das sofort vom Gegner bestraft. Das ist das Schlimme beim Fußball: Wird einmal nicht aufgepasst, dann knallt's", weiß Martinez.

Den Kopf in den Sand stecken will allerdings keiner in Steinau: "Wir lassen die Köpfe nicht hängen, die Stimmung im Team ist weiterhin gut", ist der Spielertrainer überzeugt. "Wir werden weiter hart arbeiten, damit wir zu unseren Erfolgen kommen." Das Saisonziel, am Ende einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen, will der ehemalige Gruppenliga-Torschützenkönig auch noch nicht aufgeben. "So schlecht, wie wir aktuell dastehen, sind wir nicht. Auch andere Teams sind schlecht gestartet, zum Tabellenzehnten sind es nur sieben Punkte. Da ist noch nichts verloren, erst am Schluss werden die Punkte gezählt."

Ob allerdings schon am Wochenende der erste Schritt in Richtung Mittelfeld getätigt werden kann, darf bezweifelt werden - Gegner ist nämlich der verlustpunktfreie Tabellenführer Borussia Fulda II. "Borussia ist definitiv eine Klasse für sich, egal, ob sie noch Unterstützung von oben bekommen." Da Steinau am darauffolgenden Wochenende spielfrei ist, wäre es hilfreich, schon gegen den Spitzenreiter Punkte einzufahren, um nicht noch länger auf dem letzten Tabellenplatz zu rangieren. Das weiß auch Martinez: "Ein Punkt würde sich sicherlich schon anfühlen wie ein Sieg. Wir werden alles dafür tun, so wenig Gegentore wie möglich zu kassieren, aber dennoch versuchen, selbst Tore zu schießen. Wir werden uns nicht verstecken. Ich erwarte ein Spiel mit offenem Visier."

Autor: Steffen Kollmann

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