El Aadmi trifft doppelt und sieht Rot

Kreisoberliga Frankfurt: FV Hausen festigt Rang zwei

02. April 2017, 22:15 Uhr

Auch ohne Kapitän Issam Chami gelang Griesheim Tarik ein Auswärtssieg. Foto: Jörg Schulz.

27 Tore in acht Spielen brachte der 26. Spieltag der Kreisoberliga Frankfurt ein. Dazu gab es noch drei Platzverweise zu vermelden. An der Tabellenspitze zieht der FFV Sportfreunde 04 weiter einsam seine Kreise, der FV Hausen festigte den Aufstiegsrundenplatz. TuS Makkabi gewann das Verfolgerduell bei Concordia Eschersheim mit 1:0. Das 1:1 im Kellerduell zwischen Heddernheim und Bockenheim hilft so wirklich keinem der beiden Kellerkinder weiter.

SG Westend - 1. FC 02 Rödelheim 7:0 (3:0)

Siehe Extra-Bericht!

FC Tempo - BSC SW 19 4:1 (1:1)

In der Neuauflage des Relegationsspiels vom vergangenen Mai brachte ein Eigentor von Harun Akdag die Serben mit 1:0 in Führung. Die Gäste vom Rosegger zeigten spielerisch eine gute Vorstellung, das erkannte auch Tempos Co-Trainer Miroslav Marinkovic an: "Spielerisch hatte der BSC die Übermacht , hat gut kombiniert und versucht das Spiel aufzubauen". So kam der Aufsteiger durch Henok Yemane zum mehr als verdienten Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel sorgte Mato Mirkov Papic mit einem gefühlvollen Heber aus 25 Metern für das 2:1 der Gastgeber. Das Spiel blieb lange offen, bis Nenad Malbasa nach einer Ecke per Kopfball und Papic mit seinem zweiten Treffer den 4:1-Endstand sicher stellten.

"Das ist am Ende ein glückliches 4:1 und eventuell zu hoch ausgefallen. Wir haben momentan viel Spaß, sind gut drauf und bestechen durch die Geschlossenheit", resümierte Marinkovic. Trainer Zoran Marcetic sah ein Spiel, "in dem beide Teams hätten gewinnen können. Der BSC hatte Feldvorteile, aber wir haben Qualität von der Bank eingewechselt". Bei den Gästen lautete die Spielanalyse ähnlich. Spielertrainer Selim Aljusevic meinte: "Wir haben das Spiel klar bestimmt und waren das bessere Team. Leider fehlt uns vorne ein Knipser. Wir haben Tempo den Schneid abgekauft, aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da und ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen". Der Sportliche Leiter Benjamin Heinrich sagte: "Das hätten wir niemals verlieren dürfen. Das Ergebnis spiegelt in keinster Weise den Spielverlauf wider".

Schiedsrichter: Marcel Guth (Bickenbach). Zuschauer: 120.

Tore: 1:0 Harun Akdag (12./Eigentor), 1:1 Henok Yemane (31.), 2:1 Mato Mirkov Papic (63.), 3:1 Nenad Malbasa (84.), 4:1 Mato Mirkov Papic (90.).

FV 1920 Hausen - FC Posavina 5:0 (2:0)

Der FV Hausen festigt immer mehr den zweiten Tabellenplatz und tritt auch immer öfter als Torfabrik in Erscheinung. 64 Tore haben die Schützlinge von Trainer Martin Reyschmidt bereits in dieser Saison erzielt. Die Lila-Weissen siegten gegen den FC Posavina mit 5:0 und sind nun seit acht Spielen ungeschlagen. Nicht so gut läuft es dagegen derzeit bei den Kroaten vom Riederwald, die ihre vierte Niederlage in Folge hinnehmen mussten. Neuzugang Slobodan Zivkovic schlägt an der Mühlwiese immer mehr ein und brachte die Platzherren mit einem Doppelschlag mit 2:0 auf die Siegerstraße.

Darko Ilic erhöhte noch vor dem Seitenwechsel auf 3:0. Der erst in der 67. Minute eingewechselte Mutat Tiryaki schraubte das Resultat mit zwei Toren gegen Ende noch auf 5:0 hoch. "Posavina hat am Ende aufgemacht. Der Sieg ist einen Tick zu hoch ausgefallen", zeigte sich FVH-Trainer Martin Reyschmidt bescheiden und lobte die Kroaten als "guten Gegner". Trotz vier Punkten Vorsprung sieht Reyschmidt seine Hausener noch nicht in der Aufstiegsrunde: "Wir haben noch schwere Spiele. Noch ist nichts entschieden".

Schiedsrichter: Jan Rene Seif (Langen). Zuschauer: 90.

Tore: 1:0 und 2:0 Slobodan Zivkovic (10./16.), 3:0 Darko Ilic (40.), 4:0 und 5:0 Murat Tiryaki (84./90.).

SV 07 Heddernheim - VfR Bockenheim 1:1 (1:0)

Das Unentschieden hilft im Kellerduell keinem der beiden stark abstiegsgefährdeten Teams weiter. Die 125 Zuschauer an der Brühlwiese erlebten einen flotten Beginn. Beide Mannschaften spielten trotz der tabellarisch angespannten Situation durchaus mutig nach vorne. Nachdem Gökhan Simsek die erste Chance für das Schlusslicht kläglich vergeben hatte, machte es auf der Gegenseite Deniz Yatci nach einem Steilpass von Soufiane Moussaoui besser. Auf der linken Seite tankte sich der Offensivspieler durch und seine Flanke landete zum Entsetzen von VfR-Torhüter Dennis Hehr im Tornetz. Nach dem 1:0 blieben die Heddernheimer am Drücker, Antonie Willeführs Distanzschuss landete am Pfosten, den Nachschuss bugsierte Oliver Solarz ins Tor, stand dabei aber im Abseits. Kurz vor der Halbzeit musste bei den Gastgebern Stürmer Solarz vorzeitig Duschen gehen. Schiedsrichter Pascal Schiff aus Hofheim wertete Solarz´ Einsteigen von hinten als übertriebene Härte und zeigte dem Heddernheimer die Rote Karte. Zu Beginn der zweiten Hälfte hätte Heddernheim das Spiel trotz Unterzahl früh entscheiden können, doch Moussaoui gab den Ball statt selbst zu schießen uneigennützig zu Kurosch Alimoradian ab, der den Ball verpasste. "Bis zur Roten Karte haben wir sehr vieles richtig gemacht. Der Platzverweis hat den Bockenheimern in die Karten gespielt. Ärgerlich ist, dass dies zum wiederholten Male vorkommt. Bockenheim hatte dann Chancen, aber gegen Ende müssen wir mindestens eine Chance verwerten. Da fehlt uns der Killerinstinkt, ärgerlich auch weil das 1:1 aus meiner Sicht Abseits war", resümierte SVH-Trainer Andreas Berggold.

Der Coach meinte die Situation, als Sedat Bicakci vermeintlich im Abseits stand, dennoch frei vor Torhüter Marcin Czukiewicz zum Abschluss kam und zum Ausgleich traf. In der Schlussphase konnte Czukiewicz gegen Moritz Ramge in höchster Not mit dem Fuß abwehren. In der Nachspielzeit blieb das Pech an den Schuhen der Gastgeber kleben, der Fußball-Gott war zum wiederholten Male nicht auf der Seite des SVH. Der eingewechselte Koreaner Lee köpfte eine Yatci-Flanke freistehend am Tor vorbei. Dann tauchte Yatci frei vor Hehr auf, der parierte. Wiederum Yatci konnte Hehr nicht überwinden und dann köpfte auch noch Marko Bracic gegen die Latte. Die Heddernheimer verpassten es, mit der spielfreien TSG 51 gleichzuziehen. Schwacher Trost: Sie hielten Bockenheim auf Abstand unf haben zumindest den direkten Vergleich gewonnen (3:2/1:1). Um die Klasse aber noch zu halten, muss jetzt dringend eine Siegesserie gestartet werden. Doch wer glaubt nach diesem ernüchternden 1:1 noch daran? VfR-Trainer Taner Yalcin zog folgendes Fazit: "Heddernheim hat stark angefangen. Nach der Roten Karte haben wir versucht, das Spiel zu kontrollieren und wurden mit dem 1:1 belohnt. Wir mussten dann in Überzahl den Sack zu machen, aber das ist unser Manko. Heddernheim hat mit zehn Mann für eine spannende Endphase gesorgt. Schade, beide Teams haben gegen höherliegende Teams gute Spiele gemacht, aber zu wenige punkte insgesamt geholt".

Schiedsrichter: Pascal Schiff (Hofheim). Zuschauer: 125.

Tore: 1:0 Deniz Yatci (9.), 1:1 Sedat Bicakci (65.).

Rote Karte: Oliver Solarz (Heddernheim/41.).

SC Weiss-Blau - Spvgg. 03 Fechenheim 2:1 (2:0)

Mit 2:1 besiegten die Niederräder die Spvgg. 03 Fechenheim und behielten die drei Punkte bei sich an den Sandhöfer Wiesen. In den ersten 20 Minuten übte Weiss-Blau Druck auf die Abwehrreihe der Fechenheimer aus und gingen verdient durch Yassine Maingad nach einer Flanke mit 1:0 in Führung. "Das 2:0 kam dann zum richtigen Zeitpunkt und wir konnten uns dann mehr auf das Verteidigen konzentrieren", befand WB-Trainer Rene Möbus. Georg Tushev traf mit einem Freistoß, der vom Innenpfosten den Weg in das Fechenheimer Tor fand. Im zweiten Durchgang musste Michael Metzger bei den Hausherren mit der Gelb-Roten Karte nach etwas mehr als einer Stunde den Platz verlassen.

"Wir mussten dann noch konsequenter verteidigen und jeder hat sich für jeden eingesetzt und ist gelaufen", bekräftigte Möbus. Fechenheim konnte außer durch Hossein Farman und Kamil Yikilmaz im ersten Durchgang im zweiten Abschnitt nie wirklich gefährlich werden. Erst in der 89. Minute traf Daniel Lotz nach einer Flanke von Yikilmaz zum 2:1-Endstand. "Das war eine verdiente Niederlage, wir hatten keinen Punkt verdient. Wir waren zu umständlich und nicht zielstrebig genug. Außer Torhüter Maximilian Schmidt, der uns mit zwei Paraden im Spiel hielt, waren wir nicht auf dem Platz. Weiss-Blau war in allen Belangen überlegen", konstatierte Fechenheims Sportdirektor Asghar Ali-Jaali. Bei Weiss-Blau lobte Rene Möbus sein Team: "Kompliment, wie wir mit zehn Mann 35 Minuten dagegen gehalten haben. Der Sieg geht in Ordnung".

Schiedsrichter: Rüdiger Ungeheuer (Schmitten). Zuschauer: 60.

Tore: 1:0 Yassine Maingad (26.), 2:0 Georg Tushev (37.), 2:1 Daniel Lotz (89.).

Gelb-Rote Karte: Michael Metzger (Weiss-Blau/61.).

SV Viktoria Preußen - SV Griesheim Tarik 0:2 (0:0)

Viktoria Preußen setzt die wechselvollen Ergebnisse der letzten Wochen weiter fort, dagegen hat Griesheim Tarik nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. "Das war ein wichtiger und verdienter Sieg", freute sich Tariks Trainer Hamza Azaoum, den Personalsorgen plagten: "Ohne Abwehrchef Issam Chami und Abdullah Yilmaz mussten wir viel verändern". Nach torlosen 45 Minuten kamen die Gäste in die Erfolgsspur. Mann des Tages im positiven, gegen Spielende aber auch im negativen Sinne, war bei den Gästen von der Griesheimer Lärchenstraße Mostafa El Aadmi. Nach dem Wechsel investierten die Gäste deutlich mehr in ihr Offensivspiel, der frühere Offenbacher brachte Tarik mit einer Einzelaktion mit 1:0 in Führung.

Eine Minute vor Spielende wurde der eingewechselte Mohamed Zaatan im Strafraum gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte El Aadmi zum 2:0-Endstand. "Der Sieg hätte noch höher ausfallen können", meinte Azaoum. Doppel-Torschütze El Aadmi hatte an der Hügelstraße einen unrühmlichen Abgang. In der Nachspielzeit sah der Stürmer für ein taktisches Foul die Gelb-Rote Karte, wollte diese Hinausstellung nicht einsehen und warf Schiedsrichter Rene Sauerwald einige unpassende Worte an den Kopf. Dieser ahndete El Aadmis Fehlverhalten nachträglich mit der Roten Karte. "Das war vollkommen unnötig. Das war kein guter Abgang und nun wird er zurecht gesperrt. Der Spieler muss sich besser unter Kontrolle haben", haderte Hamza Azaoum mit seinem zweifachen Torschützen.

Schiedsrichter: Rene Sauerwald (Fernwald). Zuschauer: 60.

Tore: 0:1 und 0:2 Mostafa El Aadmi (49./89., Foulelfmeter).

Rote Karte: Mostafa El Aadmi (Tarik/90.+3).

Concordia Eschersheim - TuS Makkabi 0:1 (0:1)

Im Verfolgerduell feierte TuS Makkabi einen 1:0-Sieg beim Nachbarn Concordia Eschersheim. Den entscheidenden Treffer markierten die Gäste von der Bertramswiese zwei Minuten vor der Halbzeitpfiff durch Daniel Endzweig. Zuvor monierten die Hausherren vor rund 150 Zuschauern ein nicht geahndetes Foulspiel an Simon Kramer. Der Angriff der Gäste rollte auf das Tor von Concordia-Torhüter Benjamin Kress zu, die Flanke kam in die Mitte und Endzweigs Abschluss kullerte zum einzigen Treffer des Nachmittages in das Tornetz. "Mitte der ersten Halbzeit schienen wir uns gefunden zu haben, konnten aber gute Chancen nicht nutzen. Makkabi stand nach einer guten Anfangsphase in der zweiten Halbzeit ganz tief. Wir hatten wenig Durchschlagskraft und Makkabi gute Konterchancen", resümierte Concordia-Trainer Roland Stipp.

Andreas Pannek hatte in der 87. Minute noch den Ausgleich auf dem Fuß, schoss den Ball aber aus spitzem Winkel über das Tor. Nicht einverstanden zeigte sich der Eschersheimer Trainer mit der seiner Meinung nach durch die Gäste übermäßig ausgenutzten Rückwechselregel auf Kreisebene: "Ob man derartig oft auswechseln muss, das weiß ich nicht". Makkabis Sportlicher Leiter Maximilian Eilingsfeld sah einen "verdienten Sieg. Die beiden Torhüter Kress und Simonsohn haben gut gehalten. Wir haben unsere alten Tugenden Kampf und Leidenschaft entdeckt. Das waren die alten Krieger, das was wir gefordert haben, wurde umgesetzt. Ich finde auch, dass wir in der zweiten Hälfte die besseren Chancen hatten".

Schiedsrichter: Pierre Hackler (Meilingen). Zuschauer: 150.

Tor: 0:1 Daniel Endzweig (43.).

FFV Sportfreunde 04 - FC Kalbach II 2:0 (1:0)

Die Sportfreunde setzten ihren Siegeszug weiter fort, landeten den 21. Sieg im 25. Spiel und schraubten ihr Punktekonto auf 66 Zähler hoch. Bei elf Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten FV Hausen fehlen den Speuzern rechnerisch nur noch elf Punkte aus sieben Spielen zur sicheren Meisterschaft. Ob das frühe 1:0 des Tabellenführers nun ein Tor von Robert Kohns oder doch ein Eigentor von Kalbachs Mohammed Brissa war, darüber gingen die Meinungen auseinander. Der Abschluss von Kohns wurde von Brissa in das eigene Tor gelenkt. Der Schiedsrichter wertete den Treffer als Eigentor. "Wir haben das Spiel kontrolliert und bestimmt. Die Führung war verdient", meinte FFV-Trainer Mehmet Tunay Somun und sprach das Manko an: "Die Chancenverwertung war nicht in Ordnung. Da waren wir zu ungenau und nicht kaltschnäuzig genug". Bei den Gastgebern blieb Torschützenkönig Okan Ilkiz zunächst auf der Ersatzbank sitzen, kam erst in der 75. Minute.

Die Verbandsliga-Reserve musste komplett auf Torjäger Lukas Höll (22 Tore) verzichten. "Kalbach hat engagiert verteidigt, auch die Laufleistung war engagiert. Offensiv haben sie uns jedoch nicht vor Schwierigkeiten gestellt", meinte Somun. Der wegen muskulärer Probleme erst spät gekommene Ilkiz entschied das Spiel in der 89. Minute auf Flanke von Kohns mit seinem 30. Saisontreffer. "Der Heimsieg ist verdient, die Aufgabe erfüllt. Einziges Manko war die Chancenverwertung", lautete das Fazit von Somun. Kalbachs Trainer Karol Drynda resümierte: "Das frühe 1:0 hat den Speuzern in die Karten gespielt. Die hatten gute Chancen, aber nichts hundertprozentiges. Je länger das Spiel gedauert hat, desto offener konnten wir das Spiel gestalten. Wir hatten fünf bis sechs gute Chancen, bei denen uns die Cleverness und die Konzentration gefehlt hat".

Schiedsrichter: Horst Schuierer (Bad Camberg-Würges). Zuschauer: 100.

Tore: 1:0 Mohammed Brissa (8./Eigentor), 2:0 Okan Ilkiz (89.).

Autor: Pedro Acebes

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