Entscheidungsspiel würde am Sonntag steigen

Die einen halten die Spannung hoch, die anderen genießen ihre Pause

08. Juni 2017, 11:30 Uhr

Kann der RSV Margretenhaun im dritten Anlauf den Aufstieg in die Kreisoberliga Mitte bejubeln? Foto: Charlie Rolff

Das mögliche Entscheidungsspiel in der Relegation zur Kreisoberliga Mitte zwischen Burghaun und Margretenhaun soll am Sonntag (15 Uhr in Nüsttal) stattfinden - vorausgesetzt die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach steigt über die Aufstiegsrunde in die Gruppenliga auf. Die Relegation zur A-Liga Fulda-Rhön, die ebenfalls vom Ausgang der Begegnung betroffen ist, soll dann am Montag und Donnerstag über die Bühne gehen. Vorab haben wir mit den beteiligten Vereinen über die kuriose Situation gesprochen.

Eine endgültige Entscheidung, ob das Spiel ausgetragen werden muss, könnte aber erst Samstag fallen. Möglichkeiten gibt es zwei. Szenario eins ist, dass Elters/Eckweisbach/Schwarzbach am Freitag (19 Uhr) bei der SG Oberzell/Züntersbach einen Punkt holt und den Aufstieg in die Gruppenliga perfekt macht. Gelingt das der Elf von Trainer Daniel Schirmer nicht, muss der Mitte-Kreisoberligist am Samstag (16 Uhr) auf den FSV Thalau hoffen, der sein Heimspiel in der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga gegen Kaufungen bestreitet. Gewinnt Thalau, greift Szenario zwei. Dann würden nämlich nicht nur die Vorderrhöner aufsteigen, sondern auch zwei Mannschaften aus der Aufstiegsrunde zur Gruppenliga. Somit würde Elters/Eckweisbach/Schwarzbach den Aufstieg feiern - und Burghaun sowie Margretenhaun bekommen ihr Entscheidungsspiel um den letzten freien Platz in der Kreisoberliga Mitte.

"Es ist schon eine sehr verzwickte und kuriose Situation. Ich bin beim Treffer zum 3:1 von Lehnerz III in Richtung Auto gelaufen, plötzlich fällt im direkten Gegenzug das 3:2. Das war schon verrückt", muss Klaus Bodusch, Klassenleiter der Kreisoberliga Mitte, zugeben. Denn nach der 2:3-Niederlage des RSV Margretenhaun gegen den TSV Lehnerz III ist der RSV mit Burghaun punkt- und torgleich. Da der direkte Vergleich beider Mannschaften vergangenen Sonntag in Burghaun 2:2 endete, müsste noch ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz her. "Ich gehe fest davon aus, dass dieses Spiel stattfinden wird, weil ich damit rechne, dass Thalau aufsteigen wird", erklärt Bodusch, der die Partie am Sonntag (15 Uhr) in Nüsttal austragen lassen würde.

Bednarek wäre das Los lieber gewesen

„Es passt zu unser kuriosen Saison“, sagt Burghaun-Coach Sven Bednarek, der das mögliche Spiel seiner Mannschaft gar nicht live erleben wird. „Ich fliege mit meiner Familie in den Urlaub, das ist schon sehr länger geplant. Es konnte wirklich niemand ahnen, dass es ein Entscheidungsspiel geben wird“, so Bednarek, der offen und ehrlich zugibt, „dass es mir lieber gewesen wäre, wenn der zweite Platz ausgelost werden würde. Ich kann aktuell nämlich noch gar nicht sagen, was wir für eine Mannschaft stellen können.“

Posa: "Ein einziges Auf und Ab"

Margretenhaun-Coach Roberto Posa kann seine aktuelle Gefühlswelt gar nicht beschreiben. „Erst verspielst du in der letzten Minute in Simmershausen die Meisterschaft, dann holst du aus zwei Relegationsspielen nur einen Punkt. Wenn wir jetzt eine dritte Chance bekommen sollten, dann kannst du schon von einem Geschenk sprechen. Es ist ein einziges Auf und Ab im Moment, das zerrt an den Nerven“, weiß Posa, der aber klar macht: "Wir werden alles daran setzen, unsere dritte Chance zu nutzen."

Wiesen will die Spannung hochhalten

Total in der Luft hängt der SC Wiesen. Die Elf um Spielertrainer Kevin Muth wird erst nach der Begegnung von Burghaun gegen Margretenhaun am Sonntag erfahren, ob die Partie überhaupt gespielt werden muss. Denn gelingt Margretenhaun der Aufstieg, entfällt die Relegation. „Es ist einfach schlimm, wir werden immer wieder bezüglich der Ansetzung vertröstet. Jetzt sollen die Spiele scheinbar am Montag und Donnerstag stattfinden. Das glaube ich aber erst, wenn wir eine Mail im Postfach haben“, sagt Muth, dem es schwerfällt, im Training die richtige Balance zu finden. „Es ist nicht leicht, wenn du so lange die Spannung hochhalten musst. Zumal die Spieler auch wissen, dass mit jedem Tag die Sommerpause kürzer wird. Immerhin sieht es momentan danach aus, dass uns fast alle Spieler zur Verfügung stehen werden.“

Dipperz/Dirlos II genießt aktuell die Sommerpause

Ganz entspannt ist die FSG Dipperz/Dirlos II, die dann an der Relegation zur A-Liga Rhön teilnehmen dürfte, wenn Margretenhauns erste Mannschaft den Aufstieg in die Kreisoberliga verpasst. „Wir beobachten das ganz locker, denn wir können keinen Einfluss darauf nehmen. Wir trainieren deshalb auch nicht mehr und befinden uns in der Sommerpause“, berichtet Pietro Ferrara aus dem Führungsteam der FSG: „Wenn wir spielen müssen, dann machen wir es eben wie Dänemark 1992.“ Die Dänen waren bei der Europameisterschaft kurzfristig nachgerückt und hatten sich ohne Vorbereitung den Titel gesichert. Dass die Relegation zur A-Liga nun am Donnerstagabend beendet wird, kommt der FSG bei der Planung entgegen, denn am Freitag startet die Abschlussfahrt des Teams. / les, vg

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