Erhoffter Punkt nach Strangls Tanz
Hessenliga: Lehnerz spielt 1:1 gegen Watzenborn
"Unserem Finanzvorstand Martin Geisendörfer, der heute Abend noch seinen 60. Geburtstag feiert, wollten wir gerne drei Punkte schenken. Ich denke aber, dass er nach diesem Spiel auch mit einem Remis leben kann", fand Lohsse, der bei dieser Aussage vor allem an die Anfangsphase zurückgedacht haben dürfte. Da fanden seine Mannen nämlich nicht ins Spiel, die mit vier Innenverteidigern aufgestellte Viererkette schaffte es nicht, die Watzenborner Angreifer zu binden. Nach einem Doppelpass zwioschen Timo Cecen und Markus Müller hatte der TSV noch Glück, dass der Ball knapp am Tor vorbeistrich (6.).
Eine Viertelstunde später allerdings klingelte es der Logik folgend, als zunächst Julian Pecks Amachaibou vor dessen Flanke zu viel Raum gewährte und "Kante" Raffael Szymanski anschließend nicht mal hochsteigen musste, um einzuköpfen, weil Sonnenberger nicht am Mann war. Doch es wurde besser: Auch, weil Lehnerz im Anschluss hinten nur noch mit drei Mann verteidigte und Kemal Sarvan neben den bemühten, aber oft auf sich allein gestellten Marcel Trägler rückte. "Wir mussten mehr Präsenz im Mittelfeld bekommen", hatte Kapitän Patrick Schaaf zuvor analysiert. In der Folge war Lehnerz im Spiel, kam hier und da gefällig nach vorne, hatte aber bis zur Pause keine nennenswerte Torchance im Köcher.
Umstellung auf Dreierkette fruchtet
Im zweiten Durchgang agierte der Tabellenführer dann zielstrebiger nach vorne und kam zum 1:1. Der aus einer guten Lehnerzer Mannschaft herausstechende Marius Strangl vernaschte auf links zwei Watzenborner auf dem Bierdeckel und hatte beim Schuss Glück, dass der Ball unhaltbar für Watzenborns Keeper Sahin abgefälscht wurde (57.). Einmal mehr das Glück, das Lehnerz sich seit Wochen erarbeitet. In der Folge wog das Geschehen hin und her. Lehnerz agierte gefällig nach vorne, hatte aber auch wegen einiger unnötiger Ballverluste im Aufbau noch ein paar wenige Schrecksekunden zu überstehen: So, als Cecen per Freistoß aus 17 Metern nur den Pfosten traf (70.). Zu viel des Guten wäre es hingegen gewesen, hätte Tobias Göbel kurz nach seiner Einwechslung noch den Kopf an die Flanke des ebenfalls eingewechselten Pierre Mistretta bekommen und noch das Siegtor für Lehnerz erzielt (87.).
"Die Anfangsphase war nicht so gut, letztlich hat unsere Umstellung und die daraus folgende mutigere Ausrichtung dafür gesorgt, dass wir gegen einen Gegner von hoher Qualität noch was mitnehmen konnten", war Marco Lohsse hochzufrieden. Sein Gegenüber Daniyel Cimen dagegen haderte, "dass wir in Summe die zwingenderen, hochkarätigeren Chancen hatten. Wir hätten heute mit einem Dreier den nächsten Schritt machen und klettern können. Für mich sind das zwei verlorene Punkte. Wir haben die Hypothek des schwachen Saisonstarts und müssen jetzt einfach vor Spiel zu Spiel weiterschauen."
Die Statistik:
Lehnerz: Bayar; Pecks, Milankovic, Sonnenberger, Bartel - Schaaf - Strangl, Sarvan (86. Göbel), Youm, Bravo-Sanchez (75. Wollny) - Trägler (66. Mistretta).
Watzenborn-Steinberg: Sahin; Lemke, Spang, Laux, Koutny - Schadeberg - Goncalves, Amachaibou (76. Koyuncu), Cecen - Müller, Szymanski (73. Marceta).
Schiedsrichter: Timo Ide (Marburg). Zuschauer: 320. Tore: 0:1 Raffael Szymanski (21.), 1:1 Marius Strangl (57.). / hall


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