"Erst kämpfen, dann spielen"
Imal Schersadeh hat mit Flieden Platz eins abgehakt
Imal Schersadeh (schwarzes Trikot) wechselte im Sommer von Borussia Fulda ins Königreich. Foto: Charlie Rolff
„Die Mannschaft hat gerade zu Saisonbeginn noch an der Vorsaison zu knabbern gehabt. Man hat gemerkt, dass dem Team Selbstvertrauen gefehlt hat und die Jungs sehr verunsichert waren“, berichtet Schersadeh, der erst am vierten Spieltag eingreifen konnte und auf dem Feld stand, als die Buchonia beim 0:0 gegen den Hünfelder SV die Wende einleitete. Allerdings leistete Schersadeh seinem Team dabei einen Bärendienst und sah in der 49. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.
Es sollte nicht der einzige Platzverweis des einstigen Publikumslieblings aus der Fuldaer Johannisau sein. Mitte September sah Schersadeh gegen seinen Ex-Verein Neuhof in der 83. Minute die Rote Karte nach einer Tätlichkeit. „Die Verletzungen und Sperren haben mich immer wieder zurückgeworfen. Jetzt bin ich aber wieder auf dem Weg, um zu 100 Prozent fit zu werden“, freut sich „Scherse“, der von Trainer Meik Voll bevorzugt auf der Sechs oder Zehn eingesetzt wird. „Da kann ich der Mannschaft am meisten helfen. Im Sturm sind wir mit Fabian Schaub überragend aufgestellt“, lobt Schersadeh den Toptorjäger des SV Flieden.
Im Königreich fühlt sich der 31-Jährige inzwischen pudelwohl. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, im Sommer seinen Herzensverein Borussia Fulda zu verlassen, doch es sei die richtige gewesen. „Weil die Borussia ganz andere Ziele verfolgt. Aber ich bereue den Schritt keineswegs“, sagt Schersadeh. In Flieden sei er als Führungsspieler akzeptiert und könne seine gesammelten Erfahrungen an die jungen Spieler weitergeben. „Die Hierarchie im Team passt und die Stimmung ist hervorragend. Wir haben einen Stamm an gestandenen Akteuren, aber auch viele Talente, die noch geführt werden müssen.“
Dennoch musste Schersadeh, der sich früher als ballverliebter Edeltechniker einen Namen machte, seinen Spielstil zu Saisonbeginn ein wenig umstellen. „Wir sind eine Mannschaft, die vor allem über die Geschlossenheit kommt. Wir müssen erst kämpfen und dann die spielerischen Mittel finden“, sagt Schersadeh, der trotz der großartigen Serie von inzwischen 15 Begegnungen ohne Niederlage Platz eins abgehakt hat. „Sand ist absoluter Topfavorit, sie werden das Meisterrennen für sich entscheiden“, glaubt der Mittelfeldspieler, der beim Gastspiel in Nordhessen mit einem Punktgewinn hochzufrieden wäre. „Unser Ziel ist Platz zwei. Wenn uns das gelingen würde, nach dem verkorksten Start, wäre wirklich eine super Geschichte.“

