FC Alsbach fühlt sich auf Rang drei wohl

Verbandsliga Süd: Südhessen bislang das Überraschungsteam der Saison

14. Dezember 2016, 15:30 Uhr

Alsbachs Trainer Sascha Huy kann mit der Zwischenbilanz zur Winterpause hochzufrieden sein. Foto: Thomas Zöller.

Der FC Alsbach spielt bereits in der 13. Saison ununterbrochen in der Verbandsliga Süd. Als Meister der damaligen Bezirksoberliga Darmstadt schaffte der Verein aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg an der Bergstraße im Jahre 2004 den Sprung in die zweithöchste hessische Amateurklasse. Nachdem der FCA in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entronnen war, läuft es in dieser Saison prächtig bei der Mannschaft vom Sportplatz am Hinkelstein.

Denn nach 19 Spieltagen steht für das Team von Trainer Sascha Huy Platz drei in der starken Verbandsliga Süd zu Buche. Eine herausragende Zwischenbilanz, wenn man bedenkt, dass der vierte Platz in der Abschlusstabelle der Saison 2010/11 bislang als beste Platzierung der Vereinsgeschichte geführt wird. Mit 33 Punkten stehen die Südhessen auf Rang drei punktgleich mit dem TSV Vatanspor Bad Homburg scheinbar jenseits von Gut und Böse. Zur zweitplatzierten Spvgg. 03 Neu-Isenburg sind es schon neun Punkte Rückstand, doch auch zur auf Rang 13 bereits beginnenden Abstiegszone weist der FCA "nur" acht Zähler Vorsprung auf. "Wir haben natürlich vor der Saison nicht mit Rang drei gerechnet. Wir haben die Truppe verjüngt und diese hat viel Teamgeist entwickelt. Es herrscht allgemein eine gute Stimmung in Alsbach", erklärt Alsbachs Pressesprecher Andreas Rothermel.

Derby-Niederlagen als Wermutstropfen

Dennoch werden sich die Bergstäßler nicht auf ihren Loorbeeren ausruhen, wie Rothermel präzisiert: "Wir wollen schon oben dran bleiben, müssen aber auch den Blick nach unten richten". Denn angesichts der Leistungsdichte in dieser Spielklasse entscheidet oftmals auch die Tagesform über die Ergebnisse. Die Alsbacher leben vor allem von ihrer Heimstärke auf dem Kunstrasenplatz am Hinkelstein. Sechs von neun Begegnungen konnten vor heimischer Kulisse gewonnen werden. Erst in den letzten beiden Heimspielen setzte es zwei Heimniederlagen in Folge und das ausgerechnet gegen die benachbarten Aufsteiger VfR Fehlheim (2:4) und FC Bensheim (0:2). Diese beiden Derbyniederlagen empfindet Rothermel als Wermutstropfen, hat aber auch eine Erklärung parat: "Die Leichtigkeit vom Beginn der Saison hat etwas nachgelassen. Die Mannschaften haben sich dann auf unsere Spielweise eingestellt und in der Favoritenrolle sind wir gerade in diesen beiden Spiele etwas verkrampft aufgetreten".

Mit Marcel Daniel steht mit 14 Toren ein guter Torjäger zur Verfügung. Er profitierte aber auch von den starken Vorlagengebern Cengiz Gencer (zehn Assists) und Florian Frölich (sieben Assists). "Daniel ist sehr torgefährlich, spielt aber sehr mannschaftsdienlich. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Gencer klappt hervorragend", ist Rothermel begeistert. Aber auch Trainer Sascha Huy, der das Traineramt beim FC Alsbach am 1. Januar 2014 übernahm und nun fast schon drei komplette Jahre als Trainer am Hinkelstein tätig ist, ist entscheidend am Erfolg des Bergstraßen-Teams beteiligt. "Er setzt sich voll ein und legt viel Wert auf Teambuilding. Zudem kann er sehr gut motivieren und stärkt den Zusammenhalt in der Mannschaft", findet der Pressesprecher. Die Leistungsdichte schätzt der Medienbeauftragte des Vereins, der auch die Homepage ehrenamtlich pflegt, als sehr eng ein: "Wir hatten ja auch gegen die unteren Mannschaften unsere Probleme. Die bestechen durchaus auch durch taktisches Verständnis".

Hessenliga kein Thema beim FC Alsbach

Für Begeisterung sorgte nicht nur der 9:1-Sieg gegen den TSV Vatanspor Bad Homburg Mitte August, für das sich der türkische Klub im Rückspiel mit einem 3:0-Sieg revanchierte. Eine 0:3-Niederlage setzte es für die Alsbacher auch im Norden Frankfurts beim FC Kalbach, wo der FCA noch nie etwas geholt hat. Der dienstälteste Klub der Verbandsliga Süd fühlt sich momentan in der Verbandsliga Süd - besonders auf Rang drei - sehr wohl. Gedanken an einen möglichen Aufstieg in die Hessenliga hat sich beim FCA noch keiner gemacht, das Umfeld wäre auf diesen Schritt auch gar nicht vorbereitet. "Da müssen wir vorsichtig sein. In den Gremien wurde über dieses Thema noch gar nicht gesprochen", bekräftigt Rothermel. Denn die vielen Nachbarschaftsderbys gegen die anderen Vereine von der Bergstraße oder aus dem Odenwald sind für den FCA sehr attraktiv. Die Duelle gegen Nachbarn wie den FC Bensheim, VfR Fehlheim, den SV 07 Geinsheim und Eintracht Wald-Michelbach ziehen gute Zuschauerzahlen an, vor allem weil die Gastvereine viele Anhänger auch mitbringen. "Die Atmosphäre in diesen Spielen bilden die Highlights der Saison", findet Rothermel.

Autor: Pedro Acebes