Fil: "Wir sind keine Übermannschaft"
Verbandsliga Süd: Usingen empfängt Alsbach
Usingens Spielertrainer Marcel Kopp (rechts) erwartet gegen Alsbach eine Partie auf Augenhöhe. Foto: Steffen Turban
SV FC Sandzak - Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr)
Die Witterungsverhältnisse in Deutschland hatten unter der Woche auch Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb der Verbandsligisten. "Bei dieser Kälte war das schwierig. Wir konnten leider nicht viele Trainingsinhalte anbieten", erklärt TGF-Trainer Mustafa Fil angesichts der Kältewelle. Der Coach hatte nach dem spektakulären 5:5-Unentschieden gegen Viktoria Nidda aber ohnehin genügend Gesprächsstoff mit seinen Schützlingen: "Wir haben kuriose Gegentore kassiert und vor allem haben wir gesehen, dass wir keine Übermannschaft sind. In dieser engen Liga kann jeder jeden schlagen und es geht viel über die Einstellung."
Zumindest vorübergehend haben die Friedberger nach dem elften ungeschlagenen Spiel in Folge die Tabellenführung erklommen, weil die Partie des Wetterauer Rivalen um den Hessenliga-Aufstieg FV Bad Vilbel abgesagt wurde. Dennoch erwartet Fil im Gastspiel bei der Frankfurter Balkan-Formation SV FC Sandzak ein Spiel, "in dem alles passieren kann. Wir wissen, wie stark Sandzak ist, das haben wir schon im Hinspiel gesehen. Wir haben Respekt vor dem SV FC, aber keine Angst. Körperlich, spielerisch und technisch offenbaren sie ein hohes Niveau", mahnt der Übungsleiter. Denn im Hinspiel stand es nach 90 Minuten 1:1 und erst in der Nachspielzeit glückten TGF die beiden Treffer zum 3:1-Sieg.
"Mit Mastilovic und Derdemez sind sie offensiv stark besetzt, haben gute Sechser und sind allgemein auf allen Positionen gut bestückt", zollt Fil den Gastgebern seinen Respekt. Personell hat er wieder die Qual der Wahl, denn alle Spieler haben sich einsatzbereit gemeldet. Bei Sandzak läuft es gerade nicht rund. Zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen haben den SV FC auf Rang elf abrutschen lassen. Durch den bekannten Sechs-Punkte-Abzug besteht nun nach der 1:2-Niederlage in Alsbach wieder unmittelbare Abstiegsgefahr. Das ist aber nicht der Grund, warum Trainer Aleksandar Pajic überraschend sein Amt niedergelegt hat.
Der aus beruflichen Gründen ausscheidende Coach wird mal wieder durch den auch in der Sportlichen Leitung tätigen Spieler Murat Sejdovic ersetzt. "Wir werden uns sehr gut auf Friedberg einstellen. Von der Qualität her sind wir auf Augenhöhe", kündigt der neue und alte Spielertrainer an, der jedoch derzeit eine Rotsperre absitzen muss. Von daher wird Vorstandsmitglied Anwar Naamnih das Team gegen den Spitzenreiter betreuen. (pa)
Vatanspor Bad Homburg - SC Hanau 1960 (Sonntag, 15 Uhr)
Der TSV Vatanspor war vor der Winterpause noch das Team der Stunde und hatte sich mit fünf Siegen aus sechs Spielen auf Rang drei festgesetzt. Von dieser tollen Formkurve war allerdings beim Beginn der Restrunde nichts mehr zu sehen. Erst gab es eine 0:3-Niederlage bei Viktoria Urberach und dann setzte es eine böse 0:4-Schlappe in Bensheim. Seit dieser Woche ist nun auch wieder Cheftrainer Jörg Loutchan an Bord, der in den vergangenen Wochen von Co-Trainer Turan Pekdemir vertreten wurde. Am Mittwoch fand ein gemeinsames Mannschaftsessen statt, in der es eine Aussprache über die aktuelle Situation gab, wie TSV-Sportmanager Hüseyin Güven berichtet: "Wir müssen jetzt die Ruhe bewahren, denn es ist nichts großartig schlimmes passiert. Wir haben lediglich eine gute Möglichkeit verpasst, uns oben festzunageln. Die Stimmung war natürlich so wie das Wetter im Eiskeller, aber wir müssen nun schnellstmöglich die Kurve kriegen", fordert Güven von seiner Mannschaft vor dem Duell gegen den Hanauer SC 1960.
Seine Spieler müssten sich auf dem "berühmten" Kunstrasen, der eigentlich ein Hockeyplatz ist, "auf einen heißen Tanz einstellen. Uns erwarten mehrere schwere Spiele in Folge, da müssen wir schnellstmöglich punkten", mahnt Vatanspors Sportmanager. Die Platzverhältnisse waren unter der Woche aufgrund der anhaltenden Kälte katastrophal, aber bis zum Sonntag soll der Platz bespielbar sein. "Die Austragung der Partie steht noch nicht ganz fest, denn die Spielfeldseite Richtung des Baches ist noch vereist. Wir hoffen, dass das Eis an diesen Stellen noch schmilzt und abtaut", hofft Güven. Was angesichts von vorausgesagten elf Grad plus doch sehr wahrscheinlich sein dürfte. Ansonsten erwartet der TSV-Sportmanager im Duell zweier türkisch-geprägter Vereine ein "heißes Derby. Wir wissen, wie stark die sind. Trotzdem ist das ein Spiel wie jedes andere und ich erwarte ein faires Spiel", betont Güven.
Personell kann Trainer Jörg Loutchan momentan nicht aus dem Vollen schöpfen: Ibrahim El Ouahian wurde nach einer Magen-Nieren-Erkrankung stationär behandelt. Er wird vermutlich genauso ausfallen wie Alexander Koziolek mit einer Prellung. Noch fraglich ist der Einsatz von Pascal Schleifer. Für Furkan Usta ist die Saison beendet und Neuzugang Maximilian Waas fällt noch drei bis vier Wochen aus. Die Hoffnungen ruhen nun mehr denn je auf Ex-Profi Emin Yalin, der nach der Affäre um seine entzogene Spielgenehmigung mit zwei Spielen Sperre noch glimpflich aus der Sache raus kam. "Yalin wird uns in der Offensive extrem verstärken, aber dafür braucht er formstarke Mitspieler. Wenn einige Spieler einen schlechten Tag erwischen, überträgt sich das wie ein Virus auf das restliche Team", sieht Güven den Ex-Profi nicht als Alleinunterhalter.
Bei den Gästen aus Hanau ist das Gastspiel in der Kurstadt das erste Punktspiel seit dem Jahreswechsel. "Wir haben die Ergebnisse von Vatanspor registriert, aber es kann auch alles ganz anders sein, als viele vermuten. Unser Eindruck bleibt, dass der 3. Platz zur Winterpause nicht von ungefähr kommt. Sie gehören zu den besseren Mannschaften in der Klasse", erklärt SC 1960-Trainer Antonio Abbruzzese. Die schwache Vorbereitung, die Personalprobleme und der Platz "dürfen uns nicht beirren. Wir wollen ein gutes Ergebnis mitbringen", unterstreicht der Coach. Verzichten muss der Italiener auf Stürmer Semih Aydilek (Achillessehnenverletzung) und Sercan Demir (familiäre Gründe). Fraglich ist noch der Einsatz von Ali Mahboub, der sich "nach seiner Verletzung momentan schwer tut", so sein Trainer. (pa)
Usinger TSG - FC Alsbach (Sonntag, 15 Uhr)
Die Vorbereitung in der Winterpause bezeichnete Usingens Trainer als "speziell", denn der Platz im Hochtaunuskreis war lange Zeit vereist und mit Schnee bedeckt, weshalb ein Training auf dem Rasen nicht möglich war. "Wir waren ein paar Mal in der Soccer Halle, haben Workout-Einheiten in der Kabine gemacht und waren im Schwimmbad. Das war in jedem Fall besser und gesünder als bei den eisigen Temperaturen draußen zu trainieren", so Spielertrainer Marcel Kopp, der deshalb noch nicht einschätzen kann, wie sich seine Mannschaft im ersten Pflichtspiel des Jahres schlagen wird.
Zu Gast wird der FC Alsbach sein, die am kommenden Spieltag einen 2:1-Heimerfolg gegen den SV FC Sandzak feierten. Durch diese drei Punkte ist die Huy-Elf nun punktgleich mit den Usingern (26), weshalb Kopp eine Partie auf Augenhöhe erwartet, in der für harte Arbeit auf sein Team wartet: "Alsbach ist keine Laufkundschaft, deshalb sind wir gewarnt, wollen aber trotzdem die drei Punkte Zuhause holen, um in einen positiven Strudel zu geraten und von den Abstiegsplätzen weg zu kommen."
Einen ähnlichen Plan verfolgen auch die Alsbacher, die bei der TSG an ihren 2:1-Heimsieg anknüpfen wollen. "Sascha Huy war am Sonntag sehr zufrieden mit den Jungs, denn sie standen defensiv stabil und haben in der ersten Hälfte sehr gut gespielt", äußerte sich der FCA-Pressesprecher rückblickend und erwartet nun in Usingen ein hartumkämpftes Spiel. Außerdem haben die Bergsträßer noch eine Rechnung aus dem Hinspiel zu begleichen, das die TSG mit 2:0 in Alsbach für sich entscheiden konnte, was den FCA noch wurmt, weil sie keinen guten Tag erwischt hatten.
Personell müssen beide Seiten auf einige Spieler verzichten. Ulrich Strenkert (angeschlagen) und Niklas Schulze (Bandscheibenvorfall) werden fehlen. Bei den Alsbacher kehrt Marcus Manga Mbou in den Kader zurück, dafür werden Lukas Moritz, Manuel Metzger und Joachim Fricker nicht zum Einsatz kommen. Ein Fragezeichen steht noch hinter Alexis Bonias und Philipp May. (se)
SG Bruchköbel - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)
Mit Albert Repp als neuen Trainer geht die SG Bruchköbel in die restliche Runde und will die aktuelle "Seuchensaison abmildern", wie das bereits auf der Vereinshomepage veröffentlichte Stadionmagazin für das Heimspiel gegen Aufstiegsfavorit FV Bad Vilbel titelt. Der Klub aus dem Main-Kinzig-Kreis steht zwar nach dem Rückzug von Rot-Weiss Frankfurt II nicht mehr am Tabellenende, aber auch die drei am grünen Tisch gewonnenen Zähler wegen des Nichtantritts des Frankfurter Reserveteams werden am Abstieg in die Gruppenliga Ost wohl nichts mehr ändern.
Nur drei Punkte aus 18 Spielen mit 12:58 Toren. Diese Bilanz des designierten Absteigers spricht Bände, auch wenn das Punktekonto nun auf einen Schlag verdoppelt werden konnte. Die restlichen 13 Spiele will Bruchköbel so gut wie möglich über die Runden bringen und sich anständig aus der Liga verabschieden. "Mein Ziel sind 15 bis 20 Punkte, wir wollen nicht mit wehenden Fahnen untergehen", kündigt Repp im Vereinsjournal an. Trotz der ernüchternden Zahlen und der Tatsache, dass der Rückstand auf das rettende Ufer schon 17 Punkte beträgt, wollen sich die Bruchköbeler nicht kampflos aufgeben und dem haushohen Favoriten FV Bad Vilbel Paroli bieten.
Bei den Wetterauern ist der Ärger über die kurzfristige und dubiose Absage der Heimpartie gegen die TS Ober-Roden verflogen. Was den Brunnenstädtern in der Trainingswoche mehr zu schaffen machte, waren die kalten Temperaturen am Abend. "Durch die Kälte hatten wir keine überragenden Bedingungen, aber da müssen wir wie andere Mannschaften jetzt durch", verkündete FV-Trainer Amir Mustafic vor der kurzen Anreise am Sonntag an die Hanauer Kante.
"Wir nehmen natürlich die Favoritenrolle an und meine Spieler sind inzwischen so weit, dass sie diese Verantwortung annehmen. Aber Bruchköbel hat immer noch sechs oder sieben Spieler mit Verbandsliga-Erfahrung", will Mustafic den Gegner keinesfalls unterschätzen. Zumal es im Hinspiel sehr eng zuging und erst Thorben Knauer die Brunnenstädter mit seinem 1:0-Siegtor in der 86. Minute erlöste. Personell kann der bosnische Übungsleiter bis auf den erkälteten Jonas Grüter auf seinen gesamten Kader zurückgreifen. (pa)
TS Ober-Roden - FC Bensheim (Sonntag, 15 Uhr)
Mit einem deutlichen 4:0-Erfolg siegten die Bensheimer am vergangenen Wochenende gegen Vatanspor Bad Homburg und wollen nun daran in Ober-Roden anknüpfen, um sich weiter von den Abstiegsplätzen zu entfernen. "Ein weiterer Sieg wäre wichtig, erst dann wird das 4:0 etwas wert", so Ludwig Brenner, dessen Team mit sehr viel Selbstvertrauen nach Rödermark fährt. Bensheims Coach erwartet dabei eine schwierigere Aufgabe als gegen Vatanspor, da "die TSO mit dem Rücken zur Wand steht und sie alle Register ziehen werden." Gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf gilt es für den FCB zu punkten, um den Abstand nach unten zu vergrößern.
Aktuell sind es drei Zähler Abstand zwischen Ober-Roden und Bensheim. Die Mannschaft von Zivojin Juskic könnte bei einem Heimerfolg also mit der Brenner-Elf gleichziehen. "Für uns ist jede Partie der pure Überlebenskampf, um aus der Abstiegszone heraus zu kommen", brachte es der TSO-Coach auf den Punkt und fügte hinzu, dass die Partie wohl auf dem kleinen Kunstrasenplatz ausgetragen wird, da der Rasen noch vereist ist.
Personell fehlen auf beiden Seiten einige Spieler angeschlagen. Neben den Langzeitverletzten muss Juskic auf Florian Henkel und Thomas Barowski verzichten. Ein Einsatz von Max Hesse ist fraglich. Bei den Gästen werden Patrick Bohn (Muskelfaserriss), Philipp Pfeier (gesperrt) und Tim Rettig (Schulteroperation) ausfallen. Janis Niklas Wiesener ist aufgrund von Knieproblemen noch fraglich. (se)
Viktoria Urberach - Rot-Weiß Darmstadt (Sonntag, 17 Uhr)
Nach dem 3:0-Erfolg gegen die Bad Homburger in Jügesheim muss Viktoria Urberach auch das nächste Heimspiel in der Fremde austragen, da der heimische Platz nicht bespielbar ist. Beim 1. FC Langen treffen die beiden Hessenliga-Absteiger Urberach und Darmstadt aufeinander. "Es ist natürlich kein gutes Gefühl, schon wieder ausweichen zu müssen. Dadurch gehen dem Verein Einnahmen flöten", zeigte sich der neue Viktoria-Trainer nicht allzu sehr zufrieden mit der Situation erneut ausweichen zu müssen. Hinzu kommt, dass Lars Schmidt verletzungsbedingt auf viele Akteure verzichten muss. "Aktuell stehen mir 12 Feldspieler zur Verfügung", so der Coach, der auf eine couragierte und engagierte Leistung seines Teams hofft. Zudem möchte Schmidt mit seiner Mannschaft so aggressiv auftreten, wie gegen Bad Homburg, um erneut als Sieger vom Platz zu gehen.
Das werden die Darmstädter aber versuchen zu verhindern wollen, um selbst die drei Punkte im Abstiegskampf einzufahren. Außerdem will das Team von Dominik Lohrer eine Reaktion zeigen, nach der 1:2-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen den Hanauer FC, wobei Darmstadts Trainer auch gute Ansätze erkannte und weiß, worauf es nun gegen Urberach zu achten gilt. "Wir dürfen in der Nähe des Strafraums keine leichten Fehler machen, um Freistöße gegen uns zu bekommen, das könnte uns sonst zum Verhängnis werden", sagte Lohrer zu den Standardsituationen, durch die die Rot-Weißen gegen den Hanauer FC die beiden Gegentore kassierte.
Durch die Niederlage bleiben die Darmstädter auf einem Abstiegsplatz, haben allerdings auch nur einen Zähler Rückstand auf Viktoria Urberach, die einen Rang vor dem Tabellenkeller stehen. Trotzdem wollte Urberachs Trainer nichts von einem Endspiel wissen, da noch einige Punkte zu vergeben sind. Personell können beide Vereine nicht aus den Vollen schöpfen. Auf Seiten der Rödermarker fehlen die Langzeitverletzten Youssef Mokhtari und Robin Schniter sowie Ferhat Gecili (Sperre), Abdelaziz Hamed und Loris Lang (beide Grippe). Die Rot-Weißen hingegen müssen auf Petrus Baldes verzichten. Christopher Nguyen, der gegen Hanau verletzt ausgewechselt werden musste, ist wieder fit, so Lohrer. (se)

