Finanzielle Schieflagen und Rückzüge am Saisonende
Bad Sodens Lukas Ehlert hat in jungen Jahren schon viel erlebt
Die SG Bad Soden ist für Lukas Ehlert (links) bereits die sechste Station im Seniorenbereich. Foto: Charlie Rolff
Nach langen Junioren-Jahren bei der Frankfurter Eintracht schloss sich der Offensivspieler im Jahr 2013 dem Stadtrivalen FSV Frankfurt an - sein erster von einigen Wechseln. "Ich wollte nach all den Jahren mal etwas anderes sehen", erklärt Ehlert. Wie schon bei der SGE kam er auch beim damaligen Zweitligisten in der Reserve-Mannschaft zum Einsatz, zehn Treffer erzielte er in seinem ersten Hessenliga-Jahr. Blöd nur, dass der FSV seine zweite Garnitur am Ende der Saison abmeldete - es sollte kein Einzelfall für Ehlert bleiben.
Der damals 21-Jährige stand anschließend vor einem Wechsel zu Hansa Rostock, absolvierte dort ein Probetraining. In einem Freundschaftsspiel verletzte sich der Altenstädter jedoch schwer, der Sprung in den Profifußball blieb ihm dadurch verwehrt. Stattdessen ging es in die Regionalliga Südwest nach Zweibrücken, verletzungsbedingt absolvierte Ehlert aber nur zwei Pflichtspiele. Der Verein geriet dann in eine finanzielle Schieflage, durch den Weggang von Spielern wurde die Insolvenz verhindert. So wechselte auch der Linksfuß bereits im Winter nach Hauenstein, dem Lehnerzer Gegner in den Aufstiegsspielen zur vierthöchsten Spielklasse.
Doch auch dort blieb er nur ein halbes Jahr, Ehlert wollte zurück in die Heimat. Bei Hessenligist Eschborn war der angehende Bürokaufmann Stammspieler. Am Ende der Saison stellte der Verein seinen Spielbetrieb jedoch völlig ein, Ehlert musste einmal mehr einen Verein verlassen. "Da war schon viel Pech dabei", lässt der 23-Jährige seine bisherigen Stationen Revue passieren. Letztlich entschied er sich im Sommer für einen Wechsel zur SG Bad Soden. Der Kontakt kam über Trainer Sead Mehic zustande, der ebenfalls in Altenstadt wohnt. "Das Konzept hat mir gut gefallen, deshalb bin ich hierher gewechselt."
Ehlert will langfristig wieder eine Liga höher
Das Ziel beim ambitionierten Verbandsligisten war klar: "Ich wollte so lange wie möglich oben mitspielen." Bislang hinken die Sprudelkicker ihren Ambitionen jedoch meilenweit hinterher. Soden steht nur auf Rang sieben, ein Platz ganz vorne scheint schon außer Reichweite. Der Knackpunkt: Nach einem guten Saisonstart holte die Mehic-Elf nur einen Punkt aus fünf Spielen. "Die vier Wochen, in denen wir nichts geholt haben, haben wehgetan", muss Bad Sodens treffsicherster Schütze (acht Tore) zugeben.
Daher gilt es für die kommenden Wochen und Monate, "so viele Punkte wie möglich zu holen." Schließlich sieht sich Ehlert, der schon 32 Regionalliga- und 58 Hessenligaspiele auf dem Buckel hat, in Zukunft durchaus wieder eine Klasse höher. "Es wäre super, wenn das mit Bad Soden klappen würde", sagt der 23-Jährige. Ehlert hat nämlich bis Sommer 2018 unterschrieben. Es wäre sein erster Verein im Seniorenbereich, bei dem er in eine zweite Saison gehen würde.


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