Flieden baut Serie aus: 18 Spiele ungeschlagen

Verbandsliga: Petersbergs Handicap

07. März 2017, 18:00 Uhr

Flieden (links: Lukas Heil) bleibt auf Rang zwei, Kubilay Kücükler und seine Petersberger wollen nun in Schwalmstadt punkten. Foto. Charlie Rolff

Die Konkurrenz im Aufstiegsrennen der Verbandsliga hatte auf einen Patzer des SV Flieden in Petersberg gelauert, doch auch im 18. Spiel in Serie blieben die Buchonen am Samstag ungeschlagen. Ausgerechnet im Derby hatten die Petersberger nicht ihren besten Tag erwischt und Flieden so einen 4:1-Auswärtserfolg ermöglicht.

Enttäuscht zeigte sich RSV-Trainer Rolf Gollin nach Abpfiff. Nicht weil er im Duell mit seinem Cousin, Fliedens Trainer Meik Voll, den Kürzeren gezogen hatte, wohl aber aufgrund der Leistung, die sein Team gerade in den ersten 45 Minuten gezeigt hatte. Zu verkrampft habe sein Team agiert, "dabei hatten nicht wir etwas zu verlieren, sondern Flieden."

Allerdings waren die Petersberger von Beginn an gehandicapt in die Partie gestartet. Während Patrick Wingenfeld schon beim Aufwärmen signalisierte, dass sein Fuß nicht stabil genug sei (Wingenfeld war im Spiel gegen Sand umgeknickt), musste sich auch Torjäger Boris Aschenbrücker durch die Partie schleppen. Aschenbrücker macht ein schmerzhafter Fersensporn zu schaffen. "Auf Kunstrasen hätte ich gar nicht spielen können. Ich musste mich durchkämpfen, es war nicht mein Spiel", bedauerte der 33-Jährige, der dennoch zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte.

Während bei den Petersbergern im Vergleich zum Coup gegen Spitzenreiter Sand also wenig zusammenlief, sorgten die Fliedener dafür, dass sie auf der anschließenden Einstandsfeier allen Grund zum Feiern hatten. Während sich Kapitän Andreas Drews für seinen tollen Freistoßtreffer zum 2:1 bejubeln lassen konnte (Voll mit einem Augenzwinkern: "Dafür ist ein Kapitän ja da"), wurden "Joker" Imal Schersadeh sogleich 25 Euro Strafe aufgebrummt. Der künftige Spielertrainer des SV Welkers hatte nach einem tollen Solo zum 4:1 eingenetzt und anschließend für das Ausziehen seines Trikots die Gelbe Karte gezeigt bekommen.

Böse war ihm Voll freilich nicht, vielmehr fand der Buchonencoach lobende Worte für die eingewechselten Fliedener Spieler: "Wir konnten heute von der Bank nachlegen", freute sich Voll nicht nur über Schersadehs Treffer, sondern auch die Leistung von Felix Hack, der den Freistoß zum 1:2 inklusive Platzverweis für den RSV "herausgeholt" hatte.

"Entscheidend war, dass die Mannschaft auch dann weitergemacht hat, als die Köpfe vielleicht gesagt haben, dass es jetzt schwer wird. In den ersten Minuten nach der Pause haben wir uns ganz schön über den Platz geschleppt. Wir haben aber schon vorher gesagt, dass wir das nicht zulassen dürfen und wir, wenn wir den Kopf nicht gewinnen lassen, hintenraus noch die Luft haben, um das Ergebnis deutlich zu gestalten", verdeutlichte Voll, dessen Team 16 der 55 Saisontore in der Schlussviertelstunde erzielt hat.

Während Flieden also weiter auf dem zweiten Tabellenrang bleibt, hatte Petersbergs Patrick Wingenfeld schon vor der Partie betont: "Das Spiel nächste Woche ist wichtiger." So kommentierte der Mittelfeldspieler nicht nur seinen Ausfall, sondern blickte bereits auf die Begegnung beim 1. FC Schwalmstadt. Beim Konkurrenten im Abstiegskampf, der am Samstag beinahe ebenfalls dem SSV Sand ein Bein gestellt hätte, sollen die nächsten wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt folgen.

Autor: Viktoria Goldbach

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