Flieden gelingt Coup beim Tabellenführer

Verbandsliga: 2:0-Erfolg trotz mehrere Ausfälle

26. November 2016, 16:40 Uhr

Der SV Flieden hatte allen Grund zum Jubeln. Foto: Charlie Rolff

Im letzten Spiel des Jahres ist dem SV Buchonia Flieden noch einmal eine dicke Überraschung gelungen: Im Spitzenspiel beim SSV Sand gelang der Elf von Meik Voll trotz mehrerer Ausfälle ein nicht unverdienter 2:0 (1:0)-Erfolg.

Die Rahmenbedingungen vor dem Schlager hätten für Flieden schlechter kaum sein können. Fabian Schaub (Mandelentzündung), Imal Schersadeh (Magen-Darm-Infekt) und Tobias Bartel (Pferdekuss am Oberschenkel) mussten am Vormittag den Daumen senken, dazu reisten Marc Götze und Trainer Meik Voll vor der Partie aus beruflichen Gründen auf eigene Faust an und kamen erst wenige Minuten vor Spielbeginn an der Sander Höhe an.

Offensichtlich schärften diese schwierigen Umstände aber die Sinne der Buchonen, die blendend ins Spiel fanden: Nach einem Freistoß von Benedikt Kreß spielte Sand auf Abseits, ließ dabei aber Nico Hohmann völlig aus den Augen - 1:0 (7.). Ein schönes Abschiedspräsent für den Fleschenbacher, der in der Rückrunde aufgrund eines Auslandssemesters in Spanien nicht für Flieden am Ball sein wird.

In der Folge hatte Sand erwartungsgemäß mehr vom Spiel, mehr als ein Schuss von Viktor Moskaltschuk (10.) und die Möglichkeit von Robert Garwardt, der kurz vor der Pause an Keeper Lukas Hohmann scheiterte, sprangen für die Nordhessen aber nicht heraus. Sand wollte vieles spielerisch lösen, allerdings verteidigte Flieden aufopferungsvoll und der vor Spielbeginn gute Rasen wurde von Minute zu Minute schlechter, sodass es teilweise auch zu hitzigen Situationen kam. Unter anderem forderten die Hausherren nach einer Attacke an Tobias Oliev einen Elfmeter - eine strittige Szene.

"Ich habe der Mannschaft in der Pause gesagt, dass es heute nur über Einsatzbereitschaft und Wachsamkeit geht", erklärte Voll nachher, dessen Mann auch nach der Pause hinten bis auf wenige Ausnahmen bombensicher standen. Vor allem der junge Niko Zeller machte einen Riesenjob, gewann schätzungsweise 90 Prozent seiner Zweikämpfe. "Aber auch Lukas Hohmann war heute bärenstark, wobei ich eigentlich gar keinen herausheben will", befand Voll und erinnerte sich dabei vor allem an Minute 72, als Hohmann trotz Kälte und Nebel wieder zur Stelle war und klasse gegen Steffen Bräutigam aus kurzer Distanz hielt.

Die Abwehrschlacht zog sich bis in die 89. Minute, ehe Marco Gaul das erlösende 2:0 besorgte. Lukas Heil hatte sich den Ball gegen weit aufgerückte Sander erkämpft und wurde gefoult. Marco Gaul jedoch nutzte den Vorteil, den der umsichtige Schiedsrichter Patrick Haustein gewährte und lupfte den Ball außerhalb des Strafraums an Sands Keeper Mathias Opfermann vorbei. Der Jubel kannte danach keine Grenzen, die komplette prominent besetzte Fliedener Bank sprang auf den Platz.

"Wir sollten nicht traurig sein, sondern uns lieber über eine wahnsinnig starke Hinserie freuen. Flieden hat alles rausgehauen und uns einen tollen Fight geliefert", gab Sand-Coach Peter Wefringhaus fair zu Protokoll, nachdem die erste Heimniederlage des Spitzenreiters in dieser Runde amtlich war. Flieden dagegen hat zum Ende des Jahres noch einmal Ansprüche auf einen Spitzenplatz gestellt, wenngleich Meik Voll relativierte, "dass Sand immer noch ein gutes Stückchen weg ist. Dennoch gehen wir nach 16 Spielen ohne Niederlage mit einem guten Gefühl in die Winterpause."

Die Statistik:

Sand: Opfermann; Garwardt, Amert, Bräutigam - Steffen Bernhardt (52. Guthof), Klitsch - Moskaltschuk, Simon Bernhardt, Knigge (52. Wicke) - Oliev, Wagner (65. Schäfer).
Flieden: L. Hohmann; Leibold, Zeller, N. Hohmann, Rumpeltes - C. Kreß, Heil - Hack (82. Müller), Drews (63. Lingenfelder), Gaul - B. Kreß (77. Götze).
Schiedsrichter: Patrick Haustein (Buseck). Zuschauer: 300. Tore: 0:1 Nico Hohmann (7.), 0:2 Marco Gaul (89.).

Autor: Christian Halling

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