Flieden trotz Schersadehs Bärendienst wieder da
Verbandsliga: 0:0 im Derby
Steffen Witzel (links) und Fliedens Torjäger Fabian Schaub lieferten sich zahlreiche rassige Zweikämpfe. Foto: Charlie Rolff
Vor dem Spiel nahm Fliedens Coach Meik Voll seine Mannschaft in die Pflicht, verlangte von ihr ein ganz anderes Auftreten und stellte somit auch die Charakterfrage. Diese beantwortete sie eindeutig:Angetrieben von Kapitän Andreas Drews und Sturmführer Fabian Schaub begegneten die Fliedener den Hünfeldern mit jeder Menge Leidenschaft und Aggressivität. Was zwar manchmal hart an der Grenze war (HSV-Trainer Dominik Weber:„Heute haben meine Spieler ihre Schienbeinschoner gebraucht“), stimmte Voll in Gänze zufrieden. „Ich hoffe, dass das nun die Kehrtwende ist. Wir werden jetzt versuchen, diese Leistung jedes Wochenende auf den Platz zu bekommen.“
Einer hatte es allerdings mit der Aggressivität übertrieben:Neuzugang Imal Schersadeh gab nach ausgestandenen Leistenproblemen sein Debüt und musste nach zwei überflüssigen und zu harten Fouls gegen Kevin Krieger und Lukas Budenz bereits nach 49 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz. „Wir haben in der ersten Halbzeit gesehen, was Imal für eine Präsenz in unser Spiel bringt“, sagte Voll nachher und vermied jegliche Kritik an seinem neuen Spielmacher.
Hohmann bärenstark gegen Fröhlich
Ebenfalls in den Blickpunkt spielte sich Fliedens Schlussmann Lukas Hohmann, der in der zweiten Halbzeit über sich hinauswuchs und vor allem einen zur Verzweiflung brachte: Maximilian Fröhlich. Drei Gewaltschüsse feuerte der Linksaußen ab, dreimal lenkte Hohmann das Leder um den Pfosten. Auch gegen Lukas Budenz war Hohmann auf dem Posten und hielt so das Remis fest. Auch Flieden hätte nach der Pause treffen können, doch der finale Pass wollte schlicht nicht gelingen.
Vor der Pause durfte Flieden die besseren Chancen verbuchen, doch weder Fabian Schaub (2., 6.) noch Marc Götze (15.) oder Marco Gaul (39.) war der so ersehnte Führungsteffer vergönnt. Auf der anderen Seite schoss Christoph Neidhardt frei vor Hohmann am Tor vorbei – Budenz hatte klasse aufgelegt (20.). Nach eben jener Neidhardt-Chance fand Hünfeld besser in die Partie und hatte zumeist das Zepter in der Hand, weil Flieden zwar leidenschaftlich agierte, allerdings auch nicht ganz so sauber im Kombinationsspiel war.
Was aber nicht verwundlich ist, da zwei der drei Positionen in der Zentrale neu besetzt waren, schließlich gab Last-Minute-Zugang Leonardo Kovacevic nur zwei Tage nach seiner Verpflichtung sein Comeback. Letztlich waren beide Trainer mit dem Remis zufrieden, das Flieden vom letzten Tabellenplatz befreite und Hünfeld zumindest für eine Nacht an die Spitze brachte.
Die Statistik:
Flieden: L. Hohmann – Leibold, Bartel, N. Hohmann, Rumpeltes – Drews (90. C. Kreß), Kovacevic – Götze (75. Hack), Schersadeh, Gaul – Schaub (90.+1 B. Kreß).
Hünfeld: Ernst – Wahl (90. Faulstich), Krenzer, Witzel, Yildiz (71. Helmke) – Krieger (73. Simon), Budenz – Neidhardt, Schuch, Fröhlich – Weber.
Schiedsrichter: Christian Stübing (SV Breitenborn).
Zuschauer: 600.
Gelb-Rote Karte: Imal Schersadeh (49., Flieden).


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