Friedberg mit Rückenwind in die Aufstiegsrunde

Verbandsliga Süd: 1:0-Sieg bei Meister FV Bad Vilbel - Fotos

25. Mai 2018, 22:39 Uhr

Friedbergs Torschütze Alit Usic (rechts) gegen Bad Vilbels Alexander Bauscher. Foto: Steffen Turban

Der Aufstieg in die Hessenliga war bereits sicher, nun wollte der FV Bad Vilbel das letzte Saisonspiel gegen den unmittelbaren Verfolger und Vizemeister Türk Gücü Friedberg gewinnen. Doch das Vorhaben misslang aufgrund einer mangelhaften Chancenverwertung, worüber im Lager der Brunnenstädter nicht wirklich jemand böse war. Türk Gücü Friedberg nahm mit dem 1:0-Sieg am Niddasportfeld alle drei Punkte mit, verkürzte den Rückstand auf den Meister auf einen Punkt und geht jetzt mit Rückenwind in die Hessenliga-Aufstiegsrunde.

FV Bad Vilbel - Türk Gücü Friedberg 0:1 (0:1)

Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic, der mit grüngefärbten Haaren erschien, behielt auch nach der dritten Niederlage in dieser Saison gegen den Wetterauer Rivalen die Lockerheit: "Das Ergebnis ist heute nebensächlich gewesen. Die Jungs haben auch heute wieder gezeigt, dass sie wirklich die beste Mannschaft der Verbandsliga Süd waren. Was wir heute an Chancen versemmelt haben, reicht normalerweise für zwei oder drei Spiele. Wir haben sieben oder acht hundertprozentige Chancen vergeben. Wie wir die Chancen herausgespielt haben, war schon beeindruckend. Wir wollten mit dem Ball ins Tor spazieren. Heute verzeihe ich das aber alles", zeigte sich der Meistertrainer gütig.

Den entscheidenden Treffer in der letztlich bedeutungslosen Partie markierte Alit Usic in der 36. Minute mit einem Flachschuss nach einem Einwurf. Die Partie hatte wegen der Meisterehrung zehn Minuten später begonnen und startete ohne taktische Zwänge. Die Gäste trafen schon nach vier Minuten durch Selim Aljusevic die Latte, quasi im Gegenzug hatte Zoran Djordjevic TGF-Schlussmann Vladan Grbovic schon umspielt, den Kullerball rettete Alit Usic auf der Torlinie. "Schneller spielen, früher vom Ball trennen", forderte am Spielfeldrand Friedbergs Trainer Mustafa Fil.

Aljusevic als "ehrlicher Finder"

Kurz darauf war Grbovic erneut umspielt, aber Lukas Knell brachte es fertig, den Ball über das leere Tor zu befördern. Der Treffer von Bad Vilbels Kapitän Nuh Uslu in der 20. Minute fand dann wegen Abseitsstellung keine Anerkennung. Nach dem Rückstand wurde Bad Vilbel noch aktiver, Knell donnerte den Ball gegen die Latte und vergab vor den 320 Zuschauern kurz vor der Halbzeit noch eine glasklare Möglichkeit. Nach dem Seitenwechsel wurde es zunächst kurios: Friedbergs Selim Aljusevic fand ein Handy auf dem Rasen und übergab es als "ehrlicher Finder" der Bad Vilbeler Ersatzbank.

Nach dieser Episode liefen die Gastgeber weiterhin dem Rückstand hinterher und veranstalteten bis Spielende ein Festival der vergebenen Chancen. Der eingewechselte Ugur Erdogan in seinem letzten Spiel für den Meister hätte mehrmals für den Ausgleich sorgen können. Auch die Kopfbälle von Dennis Geh und Davor Babic gingen am Tor vorbei, sodass die Gäste auch die Schlussphase mit Glück und Geschick überstanden. Gültekin Cagritekin, der Co-Trainer der Gäste, resümierte das Spielgeschehen nach der Begegnung wie folgt: "Wir hatten ja im Vorfeld gesagt, dass wir uns auf die Aufstiegsrunde vorbereiten und uns versuchen einzuspielen. An der einen oder anderen Ecke hat es gehapert, aber wir haben ohne Druck aufgespielt."

Die Statistik:

FV Bad Vilbel: Orband - Geh, Babic, N.Uslu (46. Schlatter), Osman, Knauer, Knell (72. Barkok), Bauscher, Emmel, Huwa, Djordjevic (63. Erdogan) - Trainer: Amir Mustafic.
Türk Gücü Friedberg: Grbovic - Dananovic, Effiong (61. El Mai Mouni), Tesfaldet, Bayraktar, Toskovic (46. Matondo), Usic, Bell Bell (46. Gürsoy), Özdemir, Aljusevic, Raczek - Trainer: Mustafa Fil/Gültekin Cagritekin.

Schiedsrichter: Jan Lübberstedt (Neuhof).
Zuschauer: 320.
Tor: 0:1 Alit Usic (36.).

Autor: Pedro Acebes

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