Fulminante Rückserie bescherte Pilgerzell den Titel
Frauen-Gruppenliga: Hallenrunde sorgte für die Wende
„Kurz nach 5 Uhr haben wir das Häuschen abgeschlossen“, berichtet Abteilungsleiter Marc Leubecher schmunzelnd. Schon direkt nach Abpfiff hatten die Feierlichkeiten am Samstag begonnen, wurden bei einer Traktor-Fahrt durch Pilgerzell fortgesetzt und am Sonntag und Montag noch einmal ausgeweitet.
Mehr als den Traktor auf Abruf hatte der TSV in diesem Jahr nicht vorab organisiert. „Da waren wir eher konservativ, es hätte ja auch noch schiefgehen können“, sagt Leubecher, schließlich hätte Jossa mit einem Sieg an Pilgerzell vorbeiziehen können. Doch auch ohne obligatorische Meistershirts ließen es die Pilgerzellerinnen ordentlich krachen. „Man hat gemerkt, welche Last von allen abgefallen ist“, so der Abteilungsleiter.
Dass die Saison für den TSV mit dem Titelgewinn enden würde, hatte sich vor der Winterpause kurzzeitig alles andere als abgezeichnet. Zwar war Pilgerzell fulminant in die neue Runde gestartet, doch in den letzten beiden Spielen vor der Pause unterlag der TSV den beiden direkten Verfolgern Jossa und Soisdorf. Die Stimmung war auf dem Tiefpunkt.
Mit Beginn der Hallensaison sowie der Rückkehr von Trainer Marcus Neugebauer, der das Team in der Winterpause wieder übernahm, änderte sich die Stimmungslage wieder, wie Leubecher berichtet: „Durch die Hallenrunde haben wir wieder die Kurve bekommen. Der Gewinn der Hessenmeisterschaft war ein Highlight, durch das wir unheimlich viel Schwung mit in die Vorbereitung nehmen konnten. Marcus hat es in Zusammenarbeit mit Co-Trainer Stefan Freier geschafft, die Köpfe wieder frei zu bekommen und die Stärken der Mannschaft geweckt.“
Ein Blick auf verschiedene Statistiken zeigt, dass mit den Pilgerzellerinnen ein verdienter Meister gefunden wurde. In der Rückrunde ist der TSV ohne Punktverlust und hat mit 86:6 Toren sowohl die beste Offensive als auch die beste Defensive der Liga gestellt. Mit der aus Schwarzbach gekommenen Magdalena Krug (27 Saisontore) sowie Eigengewächs Pia Nitsche (19 Tore) kommt das beste Sturmduo der Liga aus Pilgerzell und auch die „Dauerbrenner“ Lisa Schlott sowie Johanna und Luise Groß haben als Führungsspielerinnen das Team in die richtige Spur gelenkt. Außerdem bemerkenswert: Bis zur Rückkehr von Keeperin Lorena Herbert (ein Gegentor), die kurzzeitig einen Auslandsaufenthalt eingeschoben hatte, stand mit Michelle Baier eine Feldspielerin zwischen den Pfosten, die lediglich fünf Gegentore kassiert hat.
Entscheidend sei zudem der Fitnesszustand des Teams gewesen: „Wir hatten in der Vorbereitung auf die Rückrunde eine super Trainingsbeteiligung. Die Fitness hat uns auch in den Spitzenspielen ausgezeichnet“, lobt Leubecher die Spielerinnen, die sich zudem unwahrscheinlich weiterentwickelt hätten: „Es haben alle noch einmal einen Sprung gemacht und sind zudem nicht mehr so grün hinter den Ohren. Dementsprechend hoffen wir auch, dass wir uns in der Verbandsliga noch besser präsentieren können als in der ersten Saison.“

