Gaul und Co. ärgern den haushohen Favoriten
Soden quält sich gegen gut eingestellte SG Oberzell/Züntersbach - Fotos
Kevin Paulowitsch und seine SG Bad Soden hatten sich die Aufgabe gegen Tobias Manz und dessen Oberzeller anders vorgestellt. Foto: Ralf Hofacker
Was Oberzell/Züntersbach in diesem Endspiel auf den Platz zauberte war aller Ehren wert. Von Trainer Mike Gaul bestens eingestellt stand der der zwei Klassen tiefer spielende Kreisoberligist zwar von Beginn an tief. Doch von purer Abwehrschlacht konnte keine Rede sein. Immer wieder versuchte Oberzell/Züntersbach selbst Nadelstiche zu setzen, was auch gelang.
"Die Oberzeller haben sich hier super aus der Affäre gezogen und von Anfang an gut dagegen gehalten. Hut ab, wie die hier das Spiel offen gehalten haben", frohlockte Schlüchterns Kreisfußballwart Dietmar Pfeiffer. "Wenn man dann noch bedenkt, dass die Oberzeller einige Spieler von einem Festival weggeholt haben, dann muss man mehr als Respekt zollen."
Die dickste Chance für Bad Soden, dem Drama in der regulären Spielzeit doch noch ein Ende zu setzen, vergab Dimitrij Scheller. Vom Elfmeterpunkt aus scheiterte er am überragenden Rene Bezemer, der sich als wahrer Teufelskerl erwies und schon vorher eine grandiose Sicherheit bei allen Bällen ausstrahlte. Vorher hatte Tobias Manz Sven Hassler gefoult. Und auch wenn es zu diesem Moment kurz vor Ende bitter war: Gelb-Rote und Elfmeter waren berechtigt.
Schon in der ersten Halbzeit überraschte Oberzell/Züntersbach mit einer super disziplinierten Leistung. Zwar hatte Sodens Sven Hassler die dickste Möglichkeit des ersten Abschnitts, als er frei vor dem Oberzeller Tor auftauchte und das Tor eigentlich hätte machen müssen, doch ansonsten fightete der Außenseite grandios. Mehr noch: Eine Minute vor der Pause war nach einem Konter plötzlich Mehmet Yilmaz durch die Mitte durchgebrochen und hätte frei vor Sodens Keeper Arturo Gonzales-Garcia sogar das 1:0 für Oberzell/Züntersbach machen können.
Auch nach der Pause hatte Oberzell/Züntersbach noch nach einem Freistoß von Patrick Föller die Führung am Fuß, als sein Ball aber an Freund, Feind und dem Pfosten vorbei streifte. Sodens spielerische Feldüberlegenheit zahlte sich dagegen nur mit wenigen richtig ernsten Möglichkeiten aus.
In der Verlängerung musste man befürchten, dass dem Underdog irgendwann die Puste ausgeht. Und tatsächlich wurde Sodens Überlegenheit größer. Doch Oberzell/Züntersbach das Glück des Tüchtigen, als Johannes Noll den Ball an die Unterkante der Latte knallte (99.) und nur wenig später zwei Oberzeller auf der Linie den Torschrei des Favoriten im Keim erstickten (101.).
Im zweiten Abschnitt der Verlängerung mussten dann die Sodener Anhänger den Atem anhalten, denn nach einem scharfen Freistoß von Patrick Föller rutschte Julian Müller nur knapp am Ball vorbei. Hier war erneut das 1:0 für den Außenseiter drin (107.). So aber wurde doch noch Dimitrij Scheller zum Matchwinner. Nach seinem kläglich verballerten Elfmeter holte Scheller nach einer abgewehrten Ecke den Hammer raus und erlöste mit seinem super Schuss in den Winkel die Sprudelkicker. Danach brach Oberzell ein und kassierte nur 90 Sekunden später durch Paulowitsch das nächste herrliche Gegentor aus der Distanz.
Oberzell/Züntersbach: Bezemer; Manz, K. Föller, Martin (77. Zeier), Heil, Müller, Löffert, Ankert, P. Föller, Lingelbach, Yilmaz (68. Eichholz).
Bad Soden: Gonzales-Garcia; Harmancioglu, Hassler, Kress, Scheller, Moaremoglu, Paulowitsch, Oeyzer, Zuchowski (46. Sieniawski), Kutlu, Dietz (63. Noll).
Schiedsrichter: Jeffrey Euchler (Schlüchtern).
Zuschauer: 250.
Tore:
0:1 Dimitrij Scheller (109.).
0:2 Kevin Paulowtisch (111.).
Besonderes Vorkommnis: Dimitrij Scheller (Bad Soden) scheitert mit Foulelfmeter an Oberzells Torwart Rene Bezemer (90.+5).
Gelb-Rote Karte: Tobias Manz (Oberzell) wegen wiederholten Foulspiels (90.+3).


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