Gießens Geduld zahlt sich aus – Adler bangen um Gonnermann

20. April 2024, 15:44 Uhr

Weidenhausens Sören Gonnermann (links) musste in Gießen spät verletzt ausgewechselt werden. © Charlie Rolff

Der FC Gießen hat in der Hessenliga sechs Spieltage vor Schluss die Tabellenspitze verteidigt, musste aber beim 1:0 (0:0) gegen den SV Adler Weidenhausen lange bangen, bis der kompakte Abwehrriegel der Gäste aus dem Werra-Meißner-Kreis einmal geknackt wurde.

Bei typischem Aprilwetter musste beim Aufstiegsaspiranten kurz vor dem Anpfiff Deniz Vural passen, für ihn rückte Keanu Hagley auf der Sechserposition in die Anfangsformation. Von Beginn an wurde klar, dass die auf Rang neun stehenden Gäste, die zuletzt viermal in Folge unbesiegt blieben und den Klassenerhalt mit 37 Punkten so gut wie sicher haben dürften, sich auf die Defensive konzentrieren wollten. Die Räume eng machen und wenig zulassen war die Devise der kampfstarken Mannschaft aus dem Nordosten Hessens. Gießen probierte viel, die Gastgeber kamen aber kaum durch. Ein Freistoß von Tolga Duran über den Kasten und eine Situation, als Kapitän Wessam Abdel-Ghani freigespielt wurde und im Duell mit Gästekeeper Luca Wassmann zu Fall brachte, waren die wenigen Höhepunkte in den ersten 20 Minuten.

Schiedsrichter Lasse Braun gab keinen Elfmeter, sondern Abstoß. Die 378 Zuschauer sahen im weiten Rund ein Geduldsspiel, in dem Gießen kurz vor der Halbzeit durch Michael Fink eine gute Kopfballchance vergab. Nach dem Seitenwechsel intensivierten die Hausherren ihre Offensivbemühungen, eine Flanke von Maximilian Böger köpfte der Ex-Barockstädter Dominik Rummel in die Arme von Wassmann, der kurz danach einen fulminanten Distanzschuss von Hagley parierte. Danach musste ein Gästeakteur einen Rummel-Kopfball auf der Torlinie klären, der Nachschuss ging am Tor vorbei. Waren die Gäste zeitweise bei Ecken mit elf Männern im eigenen Strafraum, öffneten sie sich ab der 60. Minute und kamen zu einer Möglichkeit, bei der Kapitän Sören Gonnermann den Kopfball nicht Richtung Tor platzieren konnte.   Durch die Hereinnahmen von Connor Filsinger und Lian Akkus Rodriguez kam mehr Zug ins Gießener Spiel, das zunächst auch durch temporären strömenden Regen ausgebremst wurde. Die Gäste, die im November bei den Aufstiegsanwärtern Bayern Alzenau (3:0) und Türk Gücü Friedberg (3:2) gewonnen hatten, hielten weiter die Null, mussten aber nach einem guten Angriff über Filsinger, den Akkus Rodriguez flach vollendete, doch geschlagen geben (74.). Am Ende versuchte Weidenhausen noch über lange Bälle etwas zu bewirken, konnte die mit 21 Gegentreffern beste Abwehr der Liga aber nicht überwinden. Wermutstropfen unter der guten Leistung der Gäste war die Knieverletzung im letzten Laufduell von Sören Gonnermann, der am Spielfeldrand behandelt werden musste. Adler-Trainer Ronald Leonhardt zeigte sich mit dem Auftritt seiner Leute einverstanden: „Am Ende ist der Gießener Sieg sicherlich verdient. Wir haben unsere Aufgabe erfüllt, indem wir uns sehr kompakt bewegt haben und wenig zugelassen haben. Ab der 62. Minute mit den beiden Wechseln der Gastgeber war deutlich mehr Tempo drin, da fiel uns das Verteidigen schwerer. Für uns ist eine 0:1-Niederlage in Gießen nichts schlimmes. Wir hoffen, dass Sören Gonnermann nicht so schwer verletzt ist, wie es aussah.“   Gießens Trainer Daniyel Cimen erkannte an: „Es war das erwartete schwere Spiel. Weidenhausen hat kompakt gestanden und sehr gut verteidigt. Da kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie haben es probiert und es bis zum Sechzehner gut gemacht, dann waren aber die Räume zu eng. Deswegen war das ein Geduldsspiel. Kompliment, dass wir trotzdem nicht die Geduld verloren haben und nicht zu offensiv gedacht haben, da Weidenhausen auf den Außenpositionen viel Qualität mit viel Geschwindigkeit hat. Es freut mich für den Torschützen Akkus Rodriguez, der es zuletzt nicht einfach hatte. Wir nehmen das 1:0 gegen den sehr guten Gegner mit und wünschen vor allem Sören Gonnermann gute Besserung.“

Die Statistik FC Gießen: Jomaa Zabadne; Böger (89. Oliveira Damaceno), Mihaylov, Fink, Abdel-Ghani - Hagley - Scholl, Duran, Aigboje (62. Akkus Rodriguez), Arcanjo Köhler (62. Filsinger) - Rummel. SV Adler Weidenhausen: Wassmann; M.Krug (87. Pfliegner), Hammer, Binneberg, Beng - T.Gonnermann, Gerbig, K.Krug, Swinarski (71. Ullrich) - S.Gonnermann (90.+3 Farcas), Grosu (45. Jung). Schiedsrichter: Lasse Braun (FC Fortuna Frankfurt). Zuschauer: 378. Tor: 1:0 Lian Akkus Rodriguez (74.). 

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