Gießens Meisterparty steigt dank Hofmann doch noch
Hessenliga: 2:1 reicht - Lohfelden fast als Party-Crasher
Nur noch theoretische Restzweifel gab es an der Meisterschaft der Mittelhessen, diese wurden aber von stark aufspielenden Gästen aus Lohfelden stark ausgereizt. Mit dem Schwung von fünf ungeschlagenen Spielen im Rücken traten die Nordhessen überraschend kompakt und offensiv auf. In die Karten spielte dem FSC auch der unsichere Auftritt von FCG-Torhüter Frederic Löhe, der nach einem Rückpass zu lässig agierte und den Ball an Nasuf Zukorlic verlor, der den Ball ins leere Tor schob (10.). "Wir wollten als Party-Crasher auftreten und das wäre uns auch fast gelungen", sagte FSC-Trainer Alfons Noja nach der Begegnung auf der trotz des Aufstiegsjubels doch noch einberufenen Pressekonferenz.
Die obligatorische Bierdusche durch seine Spieler wäre dem Meistertrainer Daniyel Cimen beim Gelingen des Lohfeldener Vorhabens ganz sicher erspart geblieben. Mitten in seinem Statement rauschten seine Leute vorbei und der Coach sah aus wie ein begossener Pudel. Nach Aufstiegsfeierlichkeiten hatte es im Waldstadion lange nicht ausgesehen. Die Gäste verteidigten aufmerksam und systematisch mit einer guten Raumaufteilung und hätten durch einen Lattentreffer von Tjarde Bandowski sogar den zweiten Treffer nachlegen können.
In der Halbzeit stellte Cimen um und brachte mit Timo Cecen und Markus Müller zwei frische Kräfte. Doch zunächst sorgte erneut Löhe im Tor mit einer Harakiri-Aktion für einen Schreckmoment. "Es war wie David gegen Goliath, aber in dieser Geschichte fehlte der Todesstoß", bemühte Noja die Mythologie. Denn im zweiten Abschnitt nahm der Druck des Klassenprimus nach dem Ausgleichstreffer per Kopfball von Damjan Marceta auf Flanke von Alban Lekaj immer mehr zu (57.).
Daniyel Cimen jubelt über ersten Regionalliga-Aufstieg als Trainer
Da war er noch trocken: Meistertrainer Daniyel Cimen (rechts) vor der obligatorischen Bierdusche. Foto: Pedro Acebes.
Aufstiegsstimmung herrschte im weiten Rund immer noch nicht, einer der Stadionsprecher musste immer wieder etwas künstlich Stimmung erzeugen. Mit der Hereinnahme von Cem Kara erfolgte dann der letzte Impuls für die Hausherren. FSC-Keeper Maximilian Zunker konnte zwar noch den Volleyschuss von Michael Fink parieren, war aber letztlich gegen den Distanzschuss Hofmanns aus der zweiten Reihe machtlos (88.). Das 2:1 war die Erlösung und nach dem Abpfiff brachen im Waldstadion alle Dämme.
"Glückwunsch an Gießen, ein hochverdienter Meister", erkannte Noja an, dessen Team kurz davor war einen Zähler mitzunehmen. Sollte sich das Team der Lohfeldener in den restlichen Spielen zu ähnlichen Leistungen zusammenfinden, müsste der Klassenerhalt bald feststehen. Cimen jubelte hinterher über seinen ersten Aufstieg als Trainer in die Regionalliga, nachdem er mit Rot-Weiss Frankfurt 2016 und 2017 in der Aufstiegsrunde jeweils gescheitert war.
"Es war sehr nervenaufreibend heute. Ich wusste, dass es kein Selbstläufer wird. Am Ende sind wir froh, dass wir uns in der zweiten Halbzeit steigern konnten. Am Ende ist die Art und Weise egal, wir haben es geschafft", so der erleichterte Meistercoach. Ein Meilenstein auch in der noch jungen Trainerkarriere des ehemaligen Bundesligaspielers: "Für so einen Titel arbeitet man als Trainer. Wir waren natürlich der Favorit, aber ich bin unheimlich stolz auf diese Mannschaft. Sie hat sich den Aufstieg mehr als verdient. Die Saison war überragend und heute feiern wir endlich."
Die Statistik:
FC Gießen: Löhe - Antonaci, Spang, Nennhuber, Lekaj - Hofmann, Fink - Koyuncu (46. Cecen), Solak (46. Müller), Mukasa (76. C.Kara) - Marceta.
FSC Lohfelden: Zunker - Schneider, M.Bandowski, Keßebohm - Beyer, Szczygiel (61. Lensch), Berninger-Bosshammer, Gül, Meuser - Zukorlic (85. Drizis), T.Bandowski (62. Salkovic).
Schiedsrichter: Christoffer Reimund (Zwingenberg).
Zuschauer: 1173.
Tore: 0:1 Nasuf Zukorlic (10.), 1:1 Damjan Marceta (57.), 2:1 Johannes Hofmann (88.).


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