Gören kann mit der Rolle des Gejagten gut leben

Verbandsliga: Letzte Chance für den RSV Petersberg?

03. Mai 2018, 21:00 Uhr

Plötzlich Gejagter: Sedat Gören und der TSV Lehnerz II. Archivfoto: Charlie Rolff

Die ersten drei der Verbandsliga, Hünfeld, Lehnerz II und Johannesberg, wollen ihre Ausgangslage im Aufstiegskampf weiter verbessern. Ganz anders ist die Situation in Petersberg.

SC Willingen - RSV Petersberg (Samstag, 15.30 Uhr).

Wenn das Wochenende ganz schlecht läuft - sprich sollte Dörnberg gewinnen, Schwalmstadt punkten und Petersberg sein Gastspiel in Willingen verlieren - könnte der Abstieg des RSV schon am Sonntagnachmittag besiegelt sein. Diesen Gedanken wollen Jürgen Krawczyk und sein Team aber völlig ausblenden: "Wir machen es wie jede Woche und versuchen, das Beste herauszuholen und das Spiel zu gewinnen", so der Coach, der zwar auf Mario Vogt (Rotsperre) verzichten muss, dafür kehrt Alexander Kilian nach seiner gezwungenen Auszeit wieder zurück.

Der RSV fährt derweil zu einem sehr formstarken Gegner, nur ein einziges der vergangenen zehn Spiele hat Willingen verloren. "Sie haben eine ähnliche Qualität wie Lehnerz II", sagt Krawczyk, dessen Team beim 1:2 vergangenen Sonntag durchaus hätte punkten können - sogar dreifach. Die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor sowie die individuellen Fehler hinten müssen zwingend abgestellt werden, sollte es noch mit dem Wunder von Petersberg 2.0 klappen.

TSV Mengsberg - SG Johannesberg (Samstag, 17 Uhr).

Der Tabellenletzte empfängt den Dritten. Eine Pflichtaufgabe für die SG Johannesberg beim bereits abgestiegenen TSV Mengsberg, um weiter voll im Aufstiegsrennen mitzumischen. Dafür fordert Coach Jochen Maikranz "A eine ordentliche physische Verfassung, B die nötige Konzentration und Einstellung für das Spiel und C Effektivität vor dem gegnerischen Tor", so der Trainer.

Gerade die physische Verfassung könnte aber besser sein: Alin Cotan, Patrik Kaizar, Ilker Dapar und Eric Stephane Kengni Fotsing fehlen, Cino Schwab, Radomir Vlk und Hamid Noori sind fraglich. Dazu fehlt der künftige Hauswurzer Anton Balz, er ist auf einem Junggesellenabschied. Im Hinspiel tat sich die SGJ ziemlich schwer, erst ein Standardtor von Vlk nach 78 Minuten sorgte für das Standardergebnis von 1:0.

Hünfelder SV - SV Kaufungen (Sonntag, 15 Uhr).

"Wir sind kurz vor der Zielgeraden", sagt HSV-Trainer Dominik Weber, der um die tolle Ausgangslage seines Teams weiß. Nach dem 4:2-Sieg in Sand braucht Hünfeld nur noch sieben Punkte aus vier Partien, um die Meisterschaft einzufahren. Und die Konkurrenten nehmen sich - wie am Wochenende im direkten Duell zwischen Lehnerz II und Weidenhauen - gegenseitig die Punkte weg. "Wir wollen daheim gegen Kaufungen gewinnen und nicht auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen", betont der Coach.

Und Hünfeld will den Heimfluch brechen. Nach dem 2:1-Sieg gegen Weidenhausen zum Jahresauftakt konnte der HSV kein Spiel vor heimischer Kulisse gewinnen. Aufsteiger Kaufungen dagegen punktete zuletzt in Weidenhausen und sogar dreifach auf der Sander Höhe. Niclas Rehm steht nach seiner Gelb-Roten Karte im Spiel eins nach 574 Tagen wieder zur Verfügung und könnte insbesondere dann wieder zum Einsatz kommen, sollten die angeschlagenen Spieler nicht fit werden. Zu diesen zählen Steffen Witzel, Franz Faulstich, Julian Rohde und Christoph Neidhardt.

TSV Lehnerz II - SV Weidenhausen (Sonntag, 15 Uhr).

Durch den 2:1-Sieg in Petersberg hat Lehnerz II Rang zwei erobert. "Das ändert für uns aber gar nichts. Auch als wir Fünfter oder Achter waren, haben wir uns nie unter Druck gesetzt. Das werden wir auch jetzt nicht machen, das kostet dich nur Selbstvertrauen. Wir wollen einfach weiterhin unseren Fußball spielen", kann TSV-Coach mit der Rolle des Gejagten gut umgehen. Einer der Eckpfeiler der letzten Wochen, Jan-Henrik Wolf, wird krankheitsbedingt aber fehlen. Marvin Friedrich hat Probleme mit dem Innenband, auch Kaan Say war zuletzt gesundheitlich angeschlagen.

Dennoch soll die starke Serie gegen Weidenhausen fortgesetzt werden: "Wir wissen um die Stärken und Schwächen des Gegners. Sie sind seit Jahren oben etabliert und haben viel Qualität, das hat man zuletzt auch gegen Rothwesten gesehen." Da holten die Adler noch ein 0:3 auf. Im Aufstiegskampf bleiben kann die Truppe um die Gonnermann-Brüder aber wohl nur, wenn es in Lehnerz einen Dreier gibt.

CSC Kassel - SG Bad Soden (Sonntag, 15 Uhr).

Der kuriose 4:3-Sieg gegen Dörnberg als Initialzündung für die kommenden Wochen im Abstiegskampf? "Das erhoffe ich mir natürlich. Der Sieg hat uns einen Ruck gegeben, die Stimmung in der Mannschaft ist deutlich besser. Aber ich habe die Jungs auch direkt gewarnt. Es gibt noch keinen Grund zum Feiern, wir brauchen noch Punkte. Mindestens sechs aus den verbleibenden vier Spielen", gibt Sodens Trainer Anton Römmich die Marschroute vor.

Bei Topteam CSC Kassel könnte es den Sprudelkickern zugute kommen, dass der Gegner nur noch theoretische Chancen auf Platz zwei hat. Römmich erwartet einen "offenen Schlagabtausch auf Augenhöhe" zweier offensiver Mannschaften, muss aber auf Daniele Fiorentino, Lukas Ehlert (beide privat verhindert) und Kevin Paulowitsch (Sperre) verzichten. Lars Jordan, Dimitrij Scheller und Kevin Demuth könnten dafür in die Startelf rücken.

FSV Dörnberg - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).

Beim 2:2 in Sand am Maifeiertag ging der SV Neuhof zwar erstmals nach vier Spielen nicht als Sieger vom Platz, in der Erfolgsspur bleibt die Truppe aus der Kaligemeinde aber weiterhin. Der Klassenerhalt ist quasi schon eingetütet, erst recht, wenn auch beim FSV Dörnberg Zählbares rausspringt: "Ich wäre sehr überrascht, wenn wir noch einmal in den Abstiegskampf reingezogen werden", ist der Sportliche Leiter Alexander Bär optimistisch.

Der Kunstrasenplatz in Dörnberg könnte seiner spielstarken Mannschaft entgegenkommen, abzuwarten bleibt aber, wie die Spieler mit der enormen Hitze dort umgehen können. Aber auch so erwartet Bär keine einfache Aufgabe: "Die stehen mit dem Rücken zur Wand und werden sicherlich um ihr Leben fighten, bis der Schiedsrichter das Spiel abpfeift."

Autor: Steffen Kollmann