Spvgg. Hosenfeld

Grösch: Nichtaufstieg eine große Enttäuschung

Hosenfelds Torhüter über die Reaktionen, Gründe und seine Zukunft

02. Juni 2020, 06:57 Uhr

Christoph Grösch wäre gerne mit Hosenfeld in die Verbandsliga aufgestiegen. Foto: Charlie Rolff

In der vergangenen Woche überraschte der designierte Gruppenliga-Meister Spvgg. Hosenfeld mit der Nachricht, auf den Verbandsliga-Aufstieg verzichten wollen. Doch wie haben die Spieler diese Entscheidung aufgenommen? Wir haben ein Interview mit Torwart Christoph Grösch (25) geführt.

In den letzten Wochen wurde jeder in eurer Mannschaft gefragt, ob er in die Verbandsliga aufsteigen will oder nicht. Wie hat das Team das Ergebnis letztlich zur Kenntnis genommen?

Ein Stück weit waren alle erleichtert, dass es endlich eine Entscheidung gab. Aber natürlich wurde der Entschluss auch mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Schließlich hatten viele Spieler ein Ziel, und diese sind jetzt enttäuscht, dass sie ihren Traum, eine Liga höher spielen zu dürfen, nicht verwirklichen können.

Und persönlich? Wie war deine Reaktion?

Bei mir gab es eine tiefe Enttäuschung. Das wird mich in den nächsten Tagen auch noch beschäftigen. Mein persönliches Ziel war die Verbandsliga.

Hosenfeld war schon vor der Saison der Top-Favorit auf die Meisterschaft, während der Saison hat sich eine sehr gute Platzierung abgezeichnet. Da muss das Thema Aufstieg in der Mannschaft doch schon mehrmals aufgetaucht sein ...

Als Team haben wir uns auf jeden Fall gesagt, dass wir Meister werden wollen. Durch die anstehenden Abgänge ist die Euphorie aber etwas umgeschlagen. Das hat letztlich wohl auch zu der Entscheidung des Aufstiegsverzichts geführt.

Den Hauptausschlag für den Nichtaufstieg gaben also sportliche Zweifel innerhalb der Mannschaft?

Grundsätzlich ist es so, dass die Entscheidungsträger im Vorstand vor einer schwierigen Aufgabe standen und im Wohle des Vereins handeln müssen. Solche wichtigen Entscheidungen müssen sorgfältig getroffen werden, so dass der Verein keinen Schaden nehmen kann. Da geht es nicht um einzelne Personen, auch wenn einige Spieler gerne hochgegangen wären.

Bist du der Meinung, dass ihr in der Verbandsliga mithalten könntet?

Mithalten auf jeden Fall, wir wären nicht sang- und klanglos untergegangen. Alleine durch unsere Neuzugänge Branimir Velic und Radomir Vlk, die aus der Hessenliga kommen, und die Spieler, die diese Liga schon kennen, bringen wir genug Erfahrung mit. Ich denke deshalb, dass wir die Klasse gehabt hätten, die Liga zu halten.

Wird es jetzt stattdessen schwer sein, sich für die Gruppenliga-Saison 2020/2021 zu motivieren, nachdem die Meisterschaft in dieser Saison nicht zu einem Aufstieg geführt hat?

Momentan fällt es mir schwer, das zu beurteilen, da die Enttäuschung überwiegt. Wenn man aber den erneuten Umweg über die Gruppenliga gehen muss, um vielleicht dann im nächsten Jahr den Aufstieg in die Verbandsliga zu feiern, hätte wohl keiner ein Problem damit, sich bald wieder den Allerwertesten aufzureißen.

Du hast das Interesse von einigen höherklassigen Vereinen geweckt. Ist der Nichtaufstieg für dich ein Grund, Hosenfeld zu verlassen?

Es war auf jeden Fall ein Schlag für mich, der mich getroffen hat. Aber ich habe schon vor der Corona-Pandemie für die nächste Saison zugesagt und ich bin niemand, der seine Zusage zurücknehmen würde. Grundsätzlich fühle ich mich ja sehr wohl und sehe auch die sportliche Perspektive gegeben. Und vielleicht läuft es so wie bei meinem Vorbild Gianluigi Buffon, der nach dem Zwangsabstieg mit Juventus Turin mit in die zweite Liga gegangen ist und später wieder große Erfolge feiern konnte.

Autor: Steffen Kollmann