Gruppenliga: Favoritenrolle mehr Last denn Lust?
Fünf Trainer küren zwei Teams zu den Topfavoriten
Den Verlautbarungen nach steht neben Eichenzell Aufsteiger SG Johannesberg ganz weit oben auf der Favoritenliste - Trainer Oliver Starke muss selbst in bester Feierlaune auf des Deutschen liebster Insel darüber lachen: "Wer das sagt, der versteckt sich hinter den eigenen Erwartungen. Das finde ich einfach nur lächerlich", übermittelt er aus dem "Megapark" auf Mallorca und schiebt nach: "Johannesberg ist vor sieben Jahren auch mit großen Ambitionen in die Gruppenliga gestartet und dann sang- und klanglos abgestiegen." Ziel sei es, nichts mit dem Abstieg zu schaffen zu haben. Die Favoritenrolle schiebt er derweil seinen beiden Ex-Vereinen zu: "Bachrain hat sich gut verstärkt, außerdem hat Eichenzell eine gute Mannschaft, da dürfen auch die Abgänge keine Ausrede sein."
In Martin Kriwoschein und Mario Hartmann verlieren die Britannen zwei Säulen, außerdem gehen mit Julian Sipf, Maurizio Bohl und Ozan Isik drei weitere Spieler: "Das ist ein echter Umbruch, den wir schon vor der letzten Saison eingeläutet haben", sagt Coach Dominik Möller. Dieser sei aber gerade im aktuellen Jahr schon hervorragend vorangetrieben worden, Tabellenplatz vier sprang am Ende heraus. "Wir wollen wieder unter den ersten fünf landen. Wenn wir bis zum Schluss ganz oben mitspielen könnten, wären wir auch nicht abgeneigt." Immerhin wurden mit Benedikt Müller und Christian Winter zwei gestandene Spieler verpflichtet, hinzu kommen die Perspektivspieler Jonathan Wenzel und Marius Gutberlet. Wer sich neben dem eigenen Team für höheres empfehlen könne, gibt Möller ebenfalls preis: "Johannesberg, Petersberg und Ehrenberg."
Ehrenberg setzt auf Konstanz
Zieht man die Abschlusstabelle der gerade beendeten Runde zu Rate, wäre Ehrenberg tatsächlich erster Kandidat: "Das ehrt uns. Aber der Verein und ich sind sehr realistisch und wissen, dass die kommende Saison deutlich schwerer wird", gibt Coach Robert Schorstein zu bedenken. Allerdings wolle man auch nicht Zehnter werden, sondern schon wieder oben mitspielen. Während sich das Personalrad in der Gruppenliga wieder einmal äußerst rasant dreht, gibt es dahingehend aus der Rhön wenig zu vermelden: "Wir mussten im Winter nachlegen. Und wenn ein Verein wie Ehrenberg Michael Geier, Julien Mackenrodt oder Alex Hose bekommen kann, dann muss er zuschlagen. Jetzt wäre es aber falsch, fünf, sechs Neue zu holen und komplett Tabula rasa zu machen." Vielmehr sei man froh, dass der komplette Kader - auch Mackenrodt - zugesagt habe und man so noch mehr aufbauen könne. "Das ist vielleicht unsere große Stärke für die neue Runde", beschreibt Schorstein die Ausgangslage und glaubt an eine extrem ausgeglichene Runde - Meisterschaftsanwärter seien Petersberg, Johannesberg und Eichenzell.
Nicht zu vernachlässigen wird auch die Rolle Petersbergs sein: In Goran Gajic blickt der neue Coach voraus: "Wenn wir schon eine Spitzenmannschaft wären, hätten wir nach der starken Hinrunde eine bessere Rückrunde gespielt." Für Gajic stehen ebenfalls Eichenzell und Johannesberg ganz weit oben auf der Liste. Einen echten Topkandidaten macht lediglich Sven Bednarek aus: "Eichenzell hat viele verbandsligaerfahrene Spieler", verlautbart der Bachrainer Trainer, der selbst auf die Bremse tritt: "Wir haben die vergangenen beiden Jahre vornehmlich gegen den Abstieg gespielt, wir sollten die Erwartungen nicht in die Höhe wachsen lassen - und schon gar keine Ziele vor der fünfwöchigen Vorbereitung mit dem neuen Kader ausgeben."

