Interview

„Hätten unglaublichen Bock auf eine Relegation“

A-Liga Fulda/Rhön: Welkers’ Spielertrainer Imal Schersadeh macht dem Team keinen Druck

05. April 2019, 20:56 Uhr

Imal Schersadeh (links, im Duell mit Gersfelds Andre Ruppert) beißt sich trotz einer Zerrung seit einigen Wochen durch. Foto: Christian Halling

In der vergangenen B-Liga-Saison der famose Aufstieg mit 159 erzielten Treffern, nun Rang zwei und ebenfalls wieder die beste Torausbeute der A-Liga Fulda/Rhön. Der SV Welkers lässt aufhorchen und ein Durchmarsch in die Kreisoberliga scheint möglich. Für Spielertrainer Imal Schersadeh ist ein Aufstieg aber bei weitem kein Muss.

Woher kommt es, dass Dein Team auch in dieser Saison sehr torgefährlich agiert? Liegt das nur an Deinen 22 erzielten Treffern?

Nein, absolut nicht. Wir sind flexibel und die Abwehrreihen müssen sich nicht nur auf mich konzentrieren. Die Vielseitigkeit sieht man schließlich auch bei unseren Torschützen, denn mit Peres Bruno Dongueguim, Jonas Melzer und Marius Müller haben gleich drei Spieler siebenmal getroffen.

Nach der Winterpause lief die Tormaschinerie allerdings noch nicht an. Lediglich ein Punkt aus zwei Spielen steht auf der Habenseite...

Das stimmt. Ich habe jedoch schon vor der Winterpause betont, dass wir es in der Restrunde sehr schwer haben werden und vor der Saison war auch nie die Rede vom Aufstieg, sondern dass wir „nur“ oben mitspielen wollen. Momentan ist also alles im Rahmen. Allerdings haben wir besonders am Anfang den Unterschied zwischen A- und B-Liga festgestellt, denn bei den drei Niederlagen zum Saisonstart hast du gemerkt, dass jahrelang nur in der B-Liga gekickt wurde.

Der Aufstieg ist also kein Muss?

Keinesfalls. Auf dem zweiten Platz zu stehen ist natürlich schön und wenn es irgendwie geht, wollen wir den auch verteidigen. Wir sind erst aus der B-Liga aufgestiegen – das sollte niemand vergessen. Wir sind ganz entspannt und froh über die derzeitige Punktausbeute.

Gegen den direkten Konkurrenten Gersfeld musste am Sonntag eine Niederlage hingenommen werden. Mit Reulbach/Brand ist noch ein weiteres Team auf Augenhöhe. Der Kampf um Rang zwei nimmt langsam dramatische Züge an...

Es macht aber auch einen riesigen Spaß. Druck ist überhaupt nicht da. Wir freuen uns, wenn es am Ende reicht, denn auf eine Relegation hätte die gesamte Mannschaft unglaublichen Bock. Ich selbst habe ja bereits Aufstiege oder eine Relegation einige Male erleben dürfen und den Jungs deshalb erzählt, dass sie das auch erleben müssen. In der A-Liga vor 1000 Zuschauern zu spielen ist nicht alltäglich und ein geiles Feeling, das jeder einmal mitgemacht haben sollte.

Dich selbst plagt momentan eine Zerrung. Droht ein Ausfall?

Die Probleme sind schon seit längerer Zeit vorhanden. Ich hätte normalerweise pausieren müssen, aber durch unsere personell etwas angespannte Lage war das nicht so leicht möglich. In dieser Woche war ich erneut in Behandlung, aber ob ich Sonntag spielen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

Du sprichst den Sonntag an. Steht gegen den Tabellenletzten Lütter II ein leichtes Spiel an?

Auf keinen Fall. Ich erwarte ein schweres Spiel mit Derbycharakter. Schon im Hinspiel haben wir gesehen, dass es gegen sie schwer war und damals haben wir uns zu einem 1:0-Sieg gemüht. Dennoch sind wird der Favorit und wollen unser Heimspiel gewinnen.

2017 hast Du den SV Concordia als Spielertrainer übernommen. Bislang hast Du jedoch nicht für die kommende Saison zugesagt. Woran liegts?

Beruflich hat sich einiges verändert und dadurch bin ich stärker eingeschränkt, weshalb eine Entscheidung noch nicht gefallen ist. Aktuell steht es noch in den Sternen, ob ich ein drittes Jahr in Welkers als Spielertrainer aktiv bin. / tok, jul