Hanauer FC siegt mit Aufstiegsmannschaft

Verbandsliga Süd: Bruchköbel holt zweiten Punkt

05. November 2017, 16:50 Uhr

Dorian Joachim Ahouandjinou (links) erzielte für die SG Bruchköbel den Führungstreffer gegen den SC Hanau. Foto: Steffen Turban

Am 17. Spieltag hätte Tabellenschlusslicht Bruchköbel beinahe den ersten Sieg in dieser Saison eingefahren. Doch gegen den Hanauer SC reichte es am Ende nur zu einem 1:1 (1:0)-Unentschieden. Der Hanauer FC hingegen war in seinem einzigen Heimspiel im November gegen den FC Bensheim mit 4:1 (1:0) siegreich, während sich Nidda im Aufsteigerduell mit einem 6:3-Erfolg gegen Sandzak durchsetzte. Auch Türk Gücü Friedberg siegte souverän bei der zweiten Mannschaft von Rot-Weiss Frankfurt mit 5:0 (2:0).

1. Hanauer FC - FC 07 Bensheim 4:1 (1:0)

Das einzige Heimspiel im November konnten die Hanauer erfolgreich mit einem 4:1-Sieg gegen Bensheim gewinnen. Dabei stand in der Startelf der Gastgeber kein einziger Neuzugang sondern nur Spieler, die im Sommer aus der Gruppenliga aufgestiegen waren. "Das macht mich sehr stolz, auch wenn man die Leistung betrachtet", freute sich Hanaus Sportlicher Leiter Giovanni Fallacara nicht nur über die drei Punkte. Denn von Beginn an dominierte der FC die Bensheimer, die im ersten Durchgang nur eine Chance hatten. "Ansonsten haben sie nicht stattgefunden und wir waren besser", äußerte sich Fallacara zur ersten Hälfte, in der Sascha Ries das Führungstor für die Hanauer erzielt hatte.

Nach der Halbzeitpause kamen die Gäste zunächst besser in die Partie, denn Florian Budimir glich aus. Viele Zweikämpfe bestimmten fortan das Geschehen, trotzdem ließen sich die Hanauer nicht davon abbringen erneut zu treffen. Tolga Talha-Ünal erzielte das 2:1, ehe Bensheims Tim Rettig in der 75. Minute die Gelb-Rote Karte sah. Die Überzahl nutzte die Mannschaft von Christoph Prümm aus, um als Sieger vom Platz gehen zu können. Kahrmann Damar und Christian Fischer trafen zum 4:1-Endstand, womit der FC nun 29 Zähler auf dem Konto hat. "Wir wollten in der Hinrunde 30 Punkte holen, nun fehlt uns noch einer aus zwei Spielen. Wir hätten aber natürlich gerne alle sechs", blickte Hanaus Sportlicher Leiter auf die Auswärtspartien beim FC Alsbach und Germania Ober-Roden voraus. Die Bensheimer hingegen haben nur 19 Punkte und stehen aktuell auf einem Abstiegsplatz.

Schiedsrichter: Martin Maienschein.
Zuschauer: 140.
Tore: 1:0 Sascha Ries (27.), 1:1 Florian Budimir (57.), 2:1 Tolga Talha-Ünal (65.), 3:1 Kahrmann Damar (82.), 4:1 Christian Fischer (85.).
Gelb-Rote Karte: Tim Rettig (75., Bensheim) nach wiederholtem Foulspiel.

SG Bruchköbel - SC 1960 Hanau 1:1 (1:0)

"Wir sind unglücklich an den ersten drei Punkten vorbei geschrammt", sagte Bruchköbels Pressevertreter Michael Kwasniok nach dem 1:1-Unentschieden gegen den Hanauer SC. Dem Tabellenschlusslicht ist es damit aber gelungen, den zweiten Zähler in dieser Saison einzufahren. Dass es nicht zum ersten Sieg reichte, lag an dem Hanauer Tor in der Nachspielzeit, das Travis Parker (90.+3) erzielte. Für Bruchköbel hatte Dorian Joachim Ahouandjinou bereits schon nach 14 Minuten getroffen, während den Gästen in der Anfangsphase nur wenig gelang. "Hanau hat weder in der ersten Hälfte noch in der zweiten ins Spiel gefunden. Dafür haben wir sehr diszipliniert und engagiert verteidigt, denn unser Abwehrverband stand sicher", freute sich Kwasniok über die Defensivarbeit des Tabellenschlusslichts.

Erst gegen Ende der zweiten Hälfte drängte der SC auf den Ausgleich, um sich eine Blamage in Bruchköbel zu ersparen. Zusätzlich mussten die Gäste die Schlussphase in Unterzahl bestreiten, weil Güney Günel eine Rote Karte sah und vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Trotz einem Mann weniger konnten die Hanauer in der Nachspielzeit immerhin noch einen Punkt mitnehmen, denn die SG verpasste es zuvor über einen ihrer Konter die Führung auszubauen.

Schiedsrichter: Alexander Pächthold.
Zuschauer: 140.
Tore: 1:0 Dorian Joachim Ahouandjinou (14.), 1:1 Travis Parker (90.+3).
Rote Karte: Güney Günel (80., SC Hanau).

Rot-Weiss Frankfurt II - Türk Gücü Friedberg 0:5 (0:2)

In den ersten 20 Minuten hätten die Hausherren auf dem Kunstrasenplatz am Brentanobad durchaus in Führung gehen können, vergaben aber zwei hochkarätige Möglichkeiten. "wir konnten an diese Intensität nicht mehr anknüpfen und haben Friedberg das Spielfeld überlassen", bedauerte Rot-Weiss-Kapitän Patrick Gürser. Erst gegen Ende der ersten Hälfte münzten die Friedberger ihre optische Überlegenheit in Treffer um. Den Torreigen eröffnete Abdussamed Gürsoy, der sich alleine auf der rechten Außenbahn durchgetankt hatte. Kurz vor der Halbzeit sorgte Jonatan Tesfaldet auf Zuspiel von Gürsoy für eine beruhigende 2:0-Führung des Tabellenzweiten. Die auch hätte höher ausfallen können, weil es in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch einen Foulelfmeter für Türk Gücü gab, nachdem Baris Özdemir gefoult worden war.

TGF-Kapitän Florian Decise konnte den Strafstoß jedoch nicht verwandeln, sondern setzte die Kugel an die Unterkante der Latte. "Im zweiten Abschnitt haben wir den Ball und den Gegner besser laufen lassen", konstatierte Friedbergs Trainer Mustafa Fil. Resultat dieser Ballsicherheit war zunächst das 3:0 durch Betim Mezimi. Als Rot-Weiss-Torhüter Marco Kapias den diesmal leer ausgehenden TGF-Torjäger Baris Özdemir von den Beinen holte, gab es erneut Elfmeter. Diesmal verwandelte Decise zum 4:0. Den Schlusspunkt setzte Gürsoy mit seinem zweiten Treffer auf Vorarbeit von Özdemir. "Der Sieg geht in Ordnung. Bad Vilbel ist für uns kein Maßstab. Wir wollen uns bis zur Winterpause in der Spitzengruppe halten, damit es für uns im Frühjahr noch um etwas geht", sagte Fil zu den Ambitionen seines Teams.

Schiedsrichter: Simon Wecht.
Zuschauer: 100.
Tore: 0:1 Abdussamed Gürsoy (37.), 0:2 Jonathan Tesfaldet (45.), 0:3 Betim Mezimi (49.), 0:4 Florian Decise (53., Foulelfmeter), 0:5 Abdussamed Gürsoy (77.).
Besonderes Vorkommnis: Friedbergs Florian Decise setzt Foulelfmeter an die Latte (45.+2).

Viktoria Nidda - SV FC Sandzak 6:3 (2:2)

Sandzaks Trainer Aleksandar Pajic sprach von einem "Spiel, dass wir sofort vergessen müssen. Es war ein schlechter Tag für uns". Bevor die Balkan-Kicker im Büdinger Kreis überhaupt richtig angekommen waren, da lagen sie auch schon durch zwei Tore von Noah Michel mit 0:2 hinten. Doch Sandzak zeigte mit seiner spielerischen Klasse eine Reaktion und glich durch Aleksandar Mastilovic und Shelby Printemps zum 2:2 aus. Und die Schlüsselszene ereignete sich laut Pajic kurz vor der Halbzeit, als Mastilovic es freistehend vor dem leeren Nidda-Tor verpasste, die Frankfurter in Führung zu bringen. "Bis zur Führung von Nidda haben wir das Spiel kontrolliert und hatten noch drei klare Torchancen", berichtete der SV FC-Coach. Nicht zu stoppen war für die Gäste danach allerdings Kevin Kuhl, dem innerhalb von einer Viertelstunde ein lupenreiner Hattrick gelang und die Viktoria mit 5:2 nach vorne brachte.

Spätestens nach dem 6:2 von Sven Diedrich war das Ding gelaufen und der Schlusspunkt von Hammad Geith zum 6:3-Endstand hatte nur noch den berühmten statistischen Wert. Wegen eines taktischen Fouls von Fatmir Omerovic waren die Gäste da längst in Unterzahl und mussten sich an diesem gebrauchten Tag mit der Niederlage abfinden. Während Nidda sich auf Rang vier in der erweiterten Spitzengruppe festbeißt, muss Mitaufsteiger Sandzak weiter um jeden Punkt kämpfen. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht und vergessen uns zu belohnen. Alle Achtung vor Niddas Konterspiel. Sie haben das brutal ausgenutzt", resümierte Pajic. Und musste am Abend noch mit Konsequenzen von Seiten seiner Frau rechnen. "Wegen der Niederlage gibt es daheim kein Abendessen. Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Sponsor, der mir eine warme Mahlzeit in einem Restaurant ausgibt", witzelte der Trainer.

Schiedsrichter: Christian Ballweg.
Tore: 1:0 Noah Michel (5.), 2:0 Noah Michel (15., Foulelfmeter), 2:1 Aleksandar Mastilovic (22.), 2:2 Shelby Printemps (30.), 3:2, 4:2 und 5:2 Kevin Kuhl (68., 70., 83.), 6:2 Sven Diedrich (85.), 6:3 Hammad Geith (88.).
Rote Karte: Fatmir Omerovic (Sandzak, 78.).