Handys und Taschenrechner als Protagonisten
Gruppenliga Frankfurt West: Reyschmidt: "100 Prozent werden nicht reichen“
SG Bornheim – FFV Sportfreunde (Sonntag, 15 Uhr)
Sowohl die SG Bornheim als auch der FFV Sportfreunde haben 33 sensationelle Spieltage hinter sich. In den vergangenen neun Monaten sorgten die direkten Duelle der beiden für großes Aufsehen. Jetzt treffen beide Teams im Saisonfinale ein letztes Mal aufeinander. Der offensichtliche Unterschied ist, dass die SG ihr Saisonziel bereits erreicht hat und im neuen Jahr in der Verbandsliga spielt, während die Sportfreunde womöglich einen Sieg brauchen, um im Juni an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Vor genau neun Monaten trafen die Kontrahenten in einem packenden Hinspiel aufeinander. Nach drei Führungswechseln und drei Gleichständen gewann der FFV durch den Treffer von Okan Ilkiz in der 87. Minute mit 5:4. Vor gut einem Monat hatte die SG Bornheim im Kreispokalfinale die Nase vorne und gewann mit 2:1.
Jetzt brauchen die Sportfreunde wieder die Punkte, denn sowohl der SC Dortelweil, der einen Punkt weniger hat, als auch die Spvgg. Oberrad, die drei Punkte hinter dem Aufsteiger liegt, haben den direkten Vergleich gegen die Speuzer gewonnen. Nur mit einem Sieg gegen Bornheim droht keine Gefahr von hinten: "Beide Mannschaften kennen sich sehr gut. Ich erwarte ein enges Spiel gegen eine starke Mannschaft, die sich über die Saison betrachtet den Aufstieg verdient hat“, hat man sich nach den Worten von Speuzer-Trainer Mehmet Somun in den vergangenen Monaten schätzen gelernt. Obwohl der direkte Aufstieg der Bornheimer am vorletzten Spieltag erreicht wurde versprach Trainer Maik Rudolf: "Gegen die Speuzer werden wir auf jeden Fall nochmal 100 Prozent geben.“
FSV Friedrichsdorf – SC Dortelweil (Sonntag, 15 Uhr)
Mit einem Auge der Blick auf dem Rasen in Friedrichsdorf, mit dem anderen Auge auf dem Handy beim Spiel zwischen Bornheim und den Sportfreunden. So werden einige Dortelweiler Anhänger wohl den letzten Spieltag verbringen. Denn die Teilnahme an der Aufstiegsrunde hängt auch vom Ergebnis des Top-Spiels ab. Den direkten Vergleich gegen die Speuzer konnten die Dortelweiler für sich entscheiden. Sollte Bornheim also gegen den FFV gewinnen, würde ein Remis gegen Friedrichsdorf reichen. Bei einem Unentschieden in Bornheim würde Dortelweil mit einem Sieg auf Platz Drei springen. Im Weg steht allerdings ein befreiter Gegner aus Friedrichsdorf, der am letzten Sonntag seine Abstiegssorgen ablegen konnte: "Eines ist klar, wir werden nichts zu verschenken haben. Vielleicht ist es ein Pluspunkt, dass wir befreit aufspielen können“, will FSV-Coach Metin Yildiz den heimischen Zuschauern zum Saisonabschluss ein schönes Spiel bieten.
FC Kalbach – Spvgg. Oberrad (Sonntag, 15 Uhr)
Der FC Kalbach ist am Ziel: Durch den Sieg bei der TSG Nieder-Erlenbach konnte sich die Truppe von Spielertrainer Elton da Costa Junior vorzeitig zum Meister küren lassen. Gegen den Mitabsteiger aus Oberrad will sich der FCK dennoch "ordentlich verabschieden. Wir wollen versuchen, vor eigenem Publikum zu gewinnen.“ Im Gegensatz zu den Kalbachern ist der Ausgang der Saison in Oberrad sowohl vom Ergebnis des eigenen Spiels, sowie von den Ergebnissen der Konkurrenten abhängig. Sowohl die Speuzer als auch Dortelweil müssten verlieren, damit die Spielvereinigung bei einem Sieg auf Platz Drei springen würde, der zur Aufstiegsrunde berechtigt.
FG Seckbach – FV Stierstadt (Sonntag, 15 Uhr)
Letzte Chance für den FV Stierstadt: Alles andere als ein Sieg bei der formstarken FG Seckbach würde den sicheren Abstieg in die Kreisoberliga bedeuten. Der FVS steht mit 28 Punkten auf dem sicheren Abstiegsplatz 15. Der FV Hausen steht mit 30 Punkten auf einem möglichen Abstiegsplatz. Da der direkte Vergleich ohne Sieger endete, würde bei Punktgleichheit die Tordifferenz zählen. Ein klarer Pluspunkt für Hausen, das gegen die abgeschlagene Spielvereinigung aus Griesheim spielt. Der SV BKC Bosnien steht mit 31 Zählern auf einem sicheren Nichtabstiegsplatz. Gegen die Bosnier konnte Stierstadt den direkten Vergleich im Lauf der Saison für sich entscheiden.
FV Hausen – Spvgg. Griesheim (Sonntag, 15 Uhr)
Durch den 3:0-Auswärtserfolg beim VfB Friedberg hat der FV Hausen seine Chancen auf den Klassenerhalt drastisch verbessert. Dümpelte man in großen Teilen des Frühjahrs noch auf Platz 16 herum, hielt der Aufsteiger zuletzt seine Partien offen. Trotz einiger bitterer Niederlagen steht Hausen nun auf Platz 14. Sollte der TSV Vatanspor in der Verbandsliga am Sonntag die Klasse halten, würde dieser 14. Platz ausreichen. Dass der FVH das Erreichen des viertletzten Platzes am letzten Spieltag in der eigenen Hand hat, "freut uns schon, denn wir haben in den Spielen der letzten Wochen in den letzten Minuten oft etwas hergeschenkt“, so Trainer Martin Reyschmidt, der die Griesheimer trotz der heftigen Niederlage gegen Seckbach ernst nimmt: "Ich war früher selbst Griesheimer, die werden nichts herschenken. Wir brauchen 120 Prozent, 100 Prozent werden nicht reichen.“
FC Neu-Anspach – SV BKC Bosnien (Sonntag, 15 Uhr)
Im Gallusviertel muss gerechnet werden: Denn sollte der TSV Vatanspor am Sonntag in der Verbandsliga punkten und damit nicht absteigen, würde auch dem SV BKC Bosnien ein Punkt genügen, um den Klassenerhalt zu sichern. Sollte Vatanspor absteigen, würde demzufolge auch der 14. der Gruppenliga absteigen. In dem Fall könnte ein Remis zu wenig sein, da der aktuelle 14. aus Hausen den Tabellenletzten aus Griesheim empfängt. Bei einer Niederlage Bosniens müsste man zusätzlich den FV Stierstadt im Auge behalten. Gewinnt der FVS bei den Seckbachern, könnte dieser auf grund des direkten Vergleiches an Bosnien vorbeiziehen. Eines steht fest: Gewinnt Bosnien, können alle Taschenrechner eingepackt bleiben. Wie das klappen soll, weiß deren sportlicher Leiter Admir Malohodzic: "Wir müssen unsere Abschlussschwäche abstellen. Wenn wir das hinbekommen, haben wir auch gegen Neu-Anspach eine Chance.“
TuS Merzhausen – 1. FC Oberstedten (Sonntag, 15 Uhr)
Der TuS aus Merzhausen hat es geschafft und durch den 2:1-Auswärtssieg gegen Oberrad die Klasse gehalten: "Von der Qualität her dürften wir überhaupt nicht da unten mitspielen, aber mehrere Faktoren haben dafür gesorgt, dass es so gelaufen ist“, will Trainer Slobodan Turjacanin im letzten Spiel gegen Oberstedten die 40-Punkte-Marke überschreiten: "Ich will das letzte Spiel auch gewinnen. Wir können nicht ins Spiel gehen und Larifari spielen. Ich erwarte, dass wir die Einstellung vom Spiel in Oberrad mitbringen und drei Punkte holen.“
TSG Nieder-Erlenbach – SKV Beienheim (Sonntag, 15 Uhr)
In Nieder-Erlenbach steigt am letzten Spieltag noch ein letztes direktes Duell, allerdings nur, was die Positionen im Tabellenmittelfeld angeht. Der SKV Beienheim steht mit 44 Zählern auf dem achten Platz, die TSG Nieder-Erlenbach liegt mit 43 Punkten eine Position dahinter. Bei einer Niederlage des FC Neu-Anspach gegen Bosnien könnte Aufsteiger Beienheim wegen des gewonnenen direkten Vergleichs gegen den FCNA die Saison auf dem siebten Platz abschließen. Die TSG, die Mitte der Hinrunde noch auf dem letzten Tabellenplatz stand, kann durch den eindrucksvollen Formanstieg der letzten Monate im schlimmsten Fall Zehnter werden.
(sly)

