Hanslik und Wiegand die Helden
Hessenliga: Steinbach macht es sich selbst schwer
Die Steinbacher beanspruchten auch in der Gemarkung Rödermark mal wieder die Nerven ihrer Fans bis zum zerreißen. Nach 70 Minuten hatte der SVS einen absolut verdienten und bis dahin souveränen 2:0-Vorsprung heraus geschossen, den der SVS aber prompt mal wieder verspielte.
Schon die erste Halbzeit ging klar an die Steinbacher. In einem durchaus temporeichen, wenn auch nicht gutklassigen Spiel, war der SVS im Spiel nach vorne wesentlich gefährlicher. Drei, vier gute Möglichkeiten hatte Steinbach bis dahin. Die vielleicht Beste lenkte Urberachs Torwart Dennis Weinreich nach einem sehenswerten Schlenzer von Julian Rohde zur Ecke (6.). Steinbachs Torwart Marco Motzkus bekam dagegen vor dem Wechsel keinen ernsthaften Schuss auf sein Gehäuse.
Die wichtige Führung fiel dann in der 52. Minute: Torschütze war mal wieder Daniel Hanslik, Vorbereiter wie so oft Julian Rohde. Über links setzte sich Rohde im Strafraum durch, ging bis zur Grundlinie und den anschließenden Pass verwertete Hanslik in der Mitte aus fünf Metern. Als dann erneut Daniel Hanslik in Minute 69 auf 0:2 erhöhte, da schien der Auswärtssieg bereits eingetütet.
Doch Steinbach wäre eben nicht Steinbach, würde die Mannschaft nicht doch noch einmal einen Hasen aus dem Hut zaubern würde. Die Art, wie der SVS einen bis dahin höchst biederen und verunsicherten Gegner stark machte, war schon bemerkenswert. Denn bis zum Anschluss durch Andre Schneider, bei dem SVS-Keeper Motzkus nicht gut aussah, hatte Urberach nach vorne null zu bieten. Es war bis dahin kein einziges Mal brenzlig.
Fulminante Schlussphase
Doch das 1:2 sollte es nicht gewesen sein. Fünf Minuten vor Schluss schien der Sieg der Steinbacher dann bereits verspielt. Erneut traf Andre Schneider. Diesmal zirkelte der Urberacher einen Freistoß herrlich in den Winkel. Vom Innenpfosten schlug der Ball ein. Es stand kurz vor Ende 2:2.
Die Steinbacher haben auch ein Gesicht des Willens. Nie stecken die Mannen von Karl-Josef Müller auf. Auch diesmal nicht, auch wenn an diesem Tag auch das Glück helfen musste. Denn dem 2:3 in der 90. Minute ging eine ganz schlechte Ecke von Marcel Ludwig voraus. Vielleicht war es aber genau die ungewollte Flugbahn, die die Szene gefährlich machte. Cino Schwab reagierte, Keeper Weinreich auch, aber Michael Wiegand staubte ab und drückte den Ball über die Linie. Danach kannte der Jubel keine Grenzen.
Seinem Ruf als Spieler des Tages setzte dann der erneut überragende Daniel Hanslik die Krone auf, als er mit seinem dritten Tor in der Nachspielzeit endgültig alles klar machte. "Es sieht momentan so aus, dass Daniel unsere Lebensversicherung ist", gab Coach "Kalle" Müller nachher an.
"Wir sind verdient 2:0 in Führung gegangen, aber ich habe keine Ahnung warum wir uns das Leben immer wieder selbst schwer machen und Urberach so zurück holen. Es wäre verdammt ärgerlich gewesen, wenn es 2:2 ausgegangen wäre", lautete Müllers Resümee. / kr
Die Statistik
Viktoria Urberach: Weinreich; Scheel, Niksic (63. Özgün), Wolf, Schneider, Muhic, Serra (46. J. Ludwig), Czerwinski (86. Haruna), Dimter, Dillmann, Pavlovic.
SV Steinbach: Motzkus; S. Bott, Schaub, Trabert, T. Wiegand (66. Münkel), M. Wiegand, Paliatka, Rohde (79. M. Ludwig), Schwab, Dimitrijevic (90.+2 Petrasch), Hanslik.
Schiedsrichter: Simon Müller (Oberzell).
Zuschauer: 130.
Tore: 0:1 Daniel Hanslik (52.), 0:2 Daniel Hanslik (69.), 1:2 Andre Schneider (71.), 2:2 Andre Schneider (85.), 2:3 Michael Wiegand (90.), 2:4 Daniel Hanslik (90.+1).

