Hessen-, Verbands- und Gruppenligisten brauchen keine Reserve mehr

Die wichtigsten Änderungen des Verbandsfußballtags im Überblick

18. Juni 2016, 17:47 Uhr

Foto: Charlie Rolff

Hessen-, Verbands- und Gruppenligisten müssen in Zukunft keine Reserve mehr melden. Das war die wichtigste Veränderung auf dem Verbandstag des Hessischen Fußballverbandes am Samstag. Außerdem wurde Stefan Reuß zum neuen Verbandspräsidenten gewählt. Wir haben für euch die wichtigsten Anträge zusammengefasst.

Reserven nicht mehr nötig

Gestattet wurde der Antrag, dass Hessen-, Verbands- und Gruppenligisten zur neuen Saison nicht mehr zwingend eine Reserve melden müssen. Künftig reicht es aus, wenn der Verein zwei Junioren-Mannschaften in unterschiedlichen Altersklassen an den Start schickt. Schafft ein Club es nicht, zwei Nachwuchsteams unterschiedlicher Altersklassen an den Start zu schicken, so kann eine Junioren-Mannschaft durch eine Reserve in Konkurrenz ersetzt werden. Jugendspielgemeinschaft und Jugendfördervereine werden nur dann angerechnet, wenn der betroffene Verein für jede gestellte Mannschaften sieben Spieler nachweisen kann. Sollte es einem Verein dennoch nicht gelingen, diesen Unterbau zu stellen, wird der Verein zukünftig erst in der darauffolgenden Saison bestraft. Jubel gibt es damit beim SVA Bad Hersfeld sowie bei Kerzell. Beide Teams hatten bereits angekündigt, zur neuen Saison keine eigenständige Reserve ins Rennen zu schicken.

Herren werden künftig wegen Nicht-Erfüllung des Schiedsrichtersolls bestraft

Außerdem werden bei Punktabzügen wegen Nicht-Erfüllung des Schiedsrichtersolls in Zukunft nicht mehr automatisch die ranghöchste Mannschaft im Verein, sondern die ranghöchste Herrenmannschaft bestraft. Da der Frauenfußball erst in der Kreisoberliga beginnt, wurden daher bislang oft den Frauen-Teams die Punkte abgezogen, sofern sie in einer höheren Spielklasse als die Herren gespielt haben. Jetzt trifft es immer die ranghöchste Herrenmannschaft, sofern diese vorhanden ist. Bei reinen Frauen-Vereinen wird natürlich das Frauen-Team bestraft.

Delegierten lehnen Antrag bezüglich der letzten vier Saisonspiele ab

Abgelehnt wurde derweil ein Antrag des Verbandsspielausschusses, der den Paragraph bezüglich der letzten vier Saisonspiele ersatzlos streichen wollte. Bislang sagt die Spielordnung vor, dass in den letzten vier Begegnungen kein Spieler mehr in einer zweiten oder dritten Mannschaft eingesetzt werden darf, der in einem einem höheren Team sechs oder mehr Einsätze in der Rückrunde absolvierte.

Veränderungen des Schiedsrichter-Solls

Zudem wurde ein Antrag zugestimmt, der besagt, das Schiedsrichter in Bezug auf das Pflichtsoll in Zukunft angerechnet werden soll. Soll heißen, wenn ein Verein beispielsweise vier Jahre in Folge das Schiedsrichter-Soll übererfüllt, kommt er im ersten Jahr bei der Nicht-Erfüllung des Solls straffrei davon. Hier haben sich die Delegierten durchgesetzt.

Richtzahl verändert sich, wenn keiner Aufsteiger will

Auf Antrag vom Verbandsspielausschuss wurde zudem beschlossen, dass es künftig nicht mehr Absteiger in einer Liga gibt, wenn kein Verein aus der Spielklasse in die nächsthöhere Liga aufsteigen möchte. In diesem Fall würde sich die Richtzahl der jeweiligen Spielklasse verändern.

Reuß neuer HFV-Präsident

Eine Veränderungen gab es außerdem im Präsidium. Da der bisherige Präsident Rolf Hocke nach 19 Jahren nicht mehr zur Wahl antrat und zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, ist sein bisheriger Vize Stefan Reuß aus Witzenhausen von den 329 anwesenden Delegierten zum Präsidenten gewählt worden. Vize-Präsident bleibt Thorsten Becker. Zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Bernd Reisig, Ex-Präsident von Zweitliga-Absteiger FSV Frankfurt gewählt, außerdem ist Horst-Günther Konle neuer Vorsitzender des Verbandssportgerichts.

Autor: Max Lesser

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