Hessen werden von der Tabellenführung gehemmt

Wächter zollt May und Prokopenko Respekt

21. Oktober 2016, 10:04 Uhr

Roman Prokopenko hat ein echtes Topspiel vor der Brust.

Topspiele in den Kreisoberligen: Während im Norden das Gipfeltreffen zwischen Hessen Hersfeld und Ober-/Untergeis ansteht, fordert im Süden die SG Oberzell/Züntersbach die Spvgg. Hosenfeld heraus.

Kreisoberliga Nord

Nächster Kracher im Norden: Spitzenreiter Hessen Hersfeld empfängt am Sonntag (15 Uhr) Verfolger SG Ober-/Untergeis. Nach einem bärenstarken Saisonstart strauchelten die Hessen zuletzt ein wenig, spielten dreimal in Folge remis. „Die Hessen sind sicherlich in der Defensive verwundbar“, glaubt Klaus Wächter, Trainer der SG Ober-/Untergeis, der ebenfalls festgestellt hat, „dass wenn Roman Prokopenko im Sturm nicht dabei ist, ihnen ein richtiger Killer fehlt. Trotzdem haben sie für mich mit den besten Kader in der Liga. Sie verfügen über zahlreiche gestandene Gruppenliga-Spieler.“ Dennoch war der Erfolg der Hessen nicht vorherzusehen, stiegen sie in der Vorsaison noch sang- und klanglos aus der Gruppenliga ab. „Daher muss ich den Trainern Roman Prokopenko und Adrian May meinen Respekt zollen, sie leisten richtig gute Arbeit und haben das Team stabilisiert.“ Entsprechend seien die Rollen vor dem Spitzenspiel klar verteilt, die SG Ober-/Untergeis geht als Underdog in die Begegnung. „Mein Team macht das bislang prima, unsere Zielsetzung vor der Saison war der Klassenerhalt, weshalb das Spiel für uns lediglich eine Zugabe ist. Für viele meiner Jungs ist es etwas besonderes, überhaupt mal im Hessen-Stadion spielen zu dürfen. Schließlich hat Hersfeld jahrelang immer mindestens eine Liga höher gespielt. Verstecken wollen wir uns aber trotzdem nicht“, macht Wächter klar. Sein Gegenüber Roman Prokopenko sagt: "Wir sind der glasklare Favorit und wollen dieser Rolle auch gerecht werden. Trotzdem ist für uns auffällig, dass seitdem wir an der Tabellenspitze stehen, einige Spieler teilweise gehemmt agieren. Wir haben daher versucht, den Druck von der Mannschaft zu nehmen, damit die Jungs wieder befreit aufspielen."

Kreisoberliga Mitte

"Es ist für uns neben der Begegnung gegen Kiebitzgrund/Rothenkirchen das zweite große Derby", freut sich Sven Bednarek, Trainer von Rot-Weiß Burghaun, bereits auf die Partie am Sonntag (15 Uhr) gegen Michelsrombach/Rudolpshan. Für den Ex-Bachrain-Coach wird vor allem die Einstellung seiner Mannschaft entscheidend sein. "So einen blutleeren, leidenschaftslosen Auftritt wie gegen Kiebitzgrund/Rothenkirchen will ich eigentlich nicht mehr sehen. Ich glaube, wenn man die beiden Top-Teams der Liga, Elters/Eckweisbach/Schwarzbach und Müs, mal ausklammert, gewinnt in der Liga immer die Mannschaft, die die bessere Mentalität an den Tag legt. Die Klasse ist sehr ausgeglichen", sagt Bednarek. Ausgeglichen: Das ist das Stichwort zu Gegner Michelsrombach/Rudolpshan, der nach 13 Begegnungen ein Torverhältnis von 13 geschossenen Toren gegenüber 14 kassierten Treffern aufweist. "Wir werden den Gegner aber nicht nur auf sein Torverhältnis reduzieren, vielmehr wollen wir auf uns schauen. Die Mannschaft weiß, dass sie ans Limit gehen muss, um zu punkten. Wir wollen uns darauf konzentrieren, kompakt zu stehen und kleine Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen herzustellen."

Kreisoberliga Süd

Ein echtes Spitzenspiel steigt auch in der Kreisoberliga Süd, wenn der Tabellendritte SG Oberzell/Züntersbach am Samstag (17 Uhr) den Spitzenreiter Hosenfeld empfängt. Die Zuschauer dürfen auf ein echtes Spektakel hoffen, ist das Prunkstück der beiden Mannschaften doch die Offensive. „Die Mannschaft, die die gegnerische Offensive in den Griff bekommt, wird das Spiel gewinnen“, ist sich Mike Gaul, Trainer der SG Oberzell/Züntersbach, sicher. Seine Elf ließ zuletzt allerdings ein bisschen Federn, holte nur drei Siege aus den vergangenen sieben Begegnungen und hat inzwischen sechs Punkte Rückstand auf Hosenfeld. „Wir sind derzeit nicht konstant genug. Warum das so ist, ist aber schwierig zu analysieren. Vielleicht ist es eine Mentalitätssache“, mutmaßt Gaul, der sich für das Spitzenspiel am Samstagabend eine ordentliche Kulisse wünscht. „Wenn wir weiter den Kontakt zur Tabellenspitze bewahren möchten, sollten wir zumindest einen Punkt mitnehmen.“

Autor: Max Lesser

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