Hessenliga: Fliedener Bollwerk hält - Dietz schießt Tor des Tages
Hohmann: Bin nun sicher, dass wir drinbleiben
Andreas Drews (vorne) und Sebastian Ruhl (hinten) halten Lohfeldens Enes Glogic in Schach. Foto: Christian Halling
"Gut war es nicht, aber wir haben die Punkte geholt - und vor allem zu Null gespielt", fasste ein erleichterter Fliedener Rechtsverteidiger Sebastian Ruhl die 90 Minuten, in denen vor allem die kämpferische Komponente dominierte, kompakt in einem Satz zusammen.
In einem zunächst ausgeglichenen Spiel merkte man beiden Mannschaft erst einmal an, dass sie darauf bedacht waren, keinen Fehler zu machen. Glück hatte Flieden nach einer knappen Viertelstunde, als Salkovic in Folge eines Ankert-Fehlpasses im Mittelfeld alleine vor Jonas Ritzel auftauchte, der abermals bärenstarke Buchonen-Keeper aber zur Stelle war. Julian Ankert, der für den privat verhinderten Marco Gaul in die Anfangself gerückt war, bügelte sein misslungenes Abspiel aber kurz darauf wieder aus: Im Anschluss an einen Ballgewinn von Kapitän Andreas Drews im Halbfeld brachte der Züntersbacher Fabian Schaub mit einer wunderbaren Seitenverlagerung in Position. Schaub wiederum setzte Stefan Dietz ein, der trotz einer im Wehen-Spiel erlittenen Prellung am Spann spielte und zum 1:0 abschloss (20.). "Das war der beste Spielzug im Spiel, einfach perfekt", freute sich Trainer Martin Hohmann über den Treffer, der letztlich der einzige an diesem Tag sein sollte.
Denn Lohfelden hatte lediglich in der ersten Halbzeit offensiv etwas entgegenzusetzen. Neben der bereits genannten Möglichkeit von Salkovic hatten Linor Demaj (27.) und der beste Nordhesse, Jonas Spengler (32.), Topmöglichkeiten, beide schossen - nicht zuletzt wegen eines Platzfehlers - aber in die Wolken. In der Phase um die 30. Minute wirkte Flieden kurzzeitig unsortiert, da Andreas Drews bei einem Pressschlag am Knöchel verletzt wurde, kurzzeitig behandelt werden musste, aber letztlich bis zum Ende auf die Zähne biss.
Auf Seiten der Fliedener hatten Ankert, der eine Schaub-Flanke verpasste (24.) und einen Lupfer knapp drüber setzte (48.) sowie Fabian Schaub selbst mit einem Freistoß (64.) die besten Chancen. Je länger das Spiel dauerte, desto druckvoller, jedoch bei weitem nicht strukturierter drängte Lohfelden auf den Ausgleich. Die Fliedener bauten in ihrem mittlerweile etablierten 4-3-3-System ein Bollwerk auf, das nach 92 Minuten seine Reifeprüfung - nicht zuletzt dank einer tollen Parade von Ritzel gegen Petrukhins Kopfball - bestanden hatte.
"Ich habe heute absolut nichts zu nörgeln. Nun bin ich mir ganz sicher, dass wir die Klasse halten werden", war Fliedens Coach Martin Hohmann nach Abpfiff hochzufrieden, zumal die Begleitumstände alles andere als einfach waren: "Gies verletzt, Heil gesperrt, Gaul verhindert. Und dann schleppen sich Andi Drews, Fabi Schaub und Christian Birkenbach noch durch die Partie. Wirklich ein ganz großes Kompliment." Kein Wunder also, dass die Buchonen in der kommenden Woche einen freien Tag mehr zugesprochen bekommen.
Lohfeldens Coach Otmar Velte, dessen Mannschaft man teilweise die Verunsicherung des Abstiegskampfes anmerkte, war da natürlich ganz anders gestimmt, befand, "dass wir spielerisch mehr in das Spiel investiert hatten und uns einen Punkt verdient gehabt hätten. Dazu muss man aber auch einmal eine Chance nutzen." Selbst die hatte indes Mirko Tanjic nicht, der knapp 25 Minuten vor Ende einmal mehr nur eingewechselt wurde. Der Ex-Lehnerzer verbuchte keine fünf Ballkontakte bis zum Schluss, verzog einen Abschluss weit.
Flieden: Ritzel - Ruhl, Drews, Rumpeltes, N. Hohmann - Friedel, Müller (90. Bartel), Birkenbach - Ankert (78. Nuspahic), Schaub (69. Leibold), Dietz.
Lohfelden: Bauernschmitt; Beyer, Latifi (73. Boukhoutta), Petrukhin, Keßebohm - Kühne, D'Agostino (78. Bravo-Sanchez) - Salkovic (65. Tanjic), Glogic, Spengler - Demaj.
Schiedsrichter: Simon Heß (Heppenheim). Zuschauer: 300. Tor: 1:0 Stefan Dietz (20.)


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