Hessenliga: Poredski lässt Borussia Fulda spät jubeln - Fotostrecke

Brendel-Elf siegt glücklich, verliert aber Schwab

05. März 2016, 18:00 Uhr

Ingmar Merle (rechts) siegte mit Borussia Fulda. Foto: Charlie Rolff

Der SC Borussia Fulda hat dank eines späten Treffers von Matija Poredski einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Vor 750 Zuschauern im Stadion der Stadt Fulda setzte sich der Hessenligist mit 2:1 (0:0) gegen Viktoria Griesheim durch.

Es war kein Spiel für Fußball-Ästheten, gerade Durchgang eins war sehr zäh anzuschauen. Lediglich Ingmar Merle sorgte in Minute 28 für ein Raunen auf den Rängen, als der Ex-Kasseler aus spitzem Winkel knapp am langen Pfosten vorbeischoss. Mehr hatte Halbzeit eins allerdings nicht zu bieten.

Doch nach dem Seitenwechsel wurde es besser: Nach einer Flanke von Felix Beck setzte sich SCB-Winterneuzugang Sebastian Schmeer mit dem Rücken zum Tor stehend klasse durch und wuchtete den Ball aus fünf Metern in die Maschen (48.). "Vielleicht war da ein bisschen Zorn dahinter, da ich sonst nicht so gut gespielt habe", sagte Schmeer nach Treffer Nummer zwei im Borussen-Trikot mit einem Grinsen. In der Folge waren die Hausherren dem 2:0 nah, auch wenn die ganz dicken Chancen ausblieben. Am gefährlichsten wurde es in der 55. Minute, als sich Leon Pomnitz klasse auf links durchsetzte und den Ball fast von der Grundlinie auf Schmeer spielen wollte, der im Rückraum völlig verwaist war. Sein Zuspiel war allerdings zu ungenau, sodass die Chance verpuffte.

Ansonsten ließ Griesheim nicht viel zu. Die Mannschaft von Trainer Angelo Barletta arbeitete extrem diszipliniert, wurde im Spiel nach vorne allerdings kaum gefährlich. So brauchten die Gäste beim 1:1 von Kevin Jung in Minute 71 Schützenhilfe von Borussen-Keeper Tobias Wolf, der eine Flanke von Yannik Brehm versuchte mit dem Fuß zu klären, dabei allerdings den Ball nicht traf. Jung bedankte sich artig und köpfte den Ball mithilfe der Unterkante der Latte ins Tor.

Doch das letzte Wort war noch nicht gesprochen - und Fulda zeigte einmal mehr seine starke Willenskraft. Einen langen Ball verarbeitete Schmeer klasse mit der Brust und legte den Ball zurück auf den eingewechselten Matija Poredski, der sein Herz in die Hand nahm, den Ball aus 25 Metern flach ins Eck jagte und für den 2:1-Endstand sorgte. "Ich bin sehr, sehr glücklich und natürlich war der Treffer wichtig für mich. Aber ich habe immer gesagt, dass der Erfolg der Mannschaft entscheidend ist", gab sich Matchwinner Poredski bescheiden.

"Ob es ein verdienter Sieg war, weiß ich nicht. Spielerisch waren wir Griesheim nicht ganz ebenbürtig, da haben sie uns immer wieder vor Probleme gestellt. Insgesamt hatten wir heute ein bisschen Probleme mit der Frische und der Konzentration, das hat uns von Anfang an ein bisschen gefehlt. Aber ich glaube, das ist genau das, was uns derzeit auszeichnet: Dass wir solche Spiele dann trotzdem für uns entscheiden können. Wir müssen einfach glücklich sein, dass wir bereits so viele Punkte geholt haben", war Borussen-Coach Thomas Brendel erleichtert, der nach dem Abpfiff von den Fans mit Sprechchören gefeiert wurde.

Sein Gegenüber Angelo Barletta sagte folgendes zum Spiel: "Jeder Trainer hat seinen Matchplan und ich finde, dass wir das heute sehr gut gemacht haben. Gegen den Ball und auch im Spielaufbau war ich sogar sehr zufrieden, auch wenn sich das nach einer Niederlage natürlich komisch anhört. Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, und haben Fulda nicht so zur Entfaltung kommen lassen. Daher finde ich, dass wir einen Punkt verdient gehabt hätten", resümierte der Ex-Profi.

Bitter für beide Mannschaften: Nach einer Rudelbildung in der Nachspielzeit wurden sowohl Cino Schwab (Fulda) als auch Aret Demir (Griesheim) des Feldes verwiesen. Während Demir Gelb-Rot sah, bekam Schwab den Roten Karton unter die Nase gehalten.

Borussia Fulda: Wolf - Beck, Jerkovic, Milankovic, Fuß - Schwab, Schersadeh (62. Poredski) - Merle, Pomnitz (90. Schad), Trägler (72. J. Müller) - Schmeer.
Griesheim: Blessing - Weisenborn (86. Stork), Auer, Marbe, Brehm - Walter - Schiffmann (60. Calabrese), Jung, Demir, Firat - Starck (88. Özbak).
Schiedsrichter: Martin Kliebe (Kassel). Zuschauer: 750. Tore: 1:0 Sebastian Schmeer (49.), 1:1 Kevin Jung (71.), 2:1 Matija Poredski (86.). Gelb-Rote Karte: Aret Demir (Griesheim, 90+3.). Rote Karte: Cino Schwab (Borussia Fulda) wegen einer Tätlichkeit (90+3.).

Autor: Max Lesser

Kommentieren
Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe