Hessenliga: Schaaf fordert mehr Anerkennung und Respekt

"Regionalliga ist ein Traum, aber nicht unser Ziel"

01. April 2015, 09:00 Uhr

Patrick Schaaf (rechts) wäre mit dem dritten Platz am Saisonende zufrieden. Foto: Charlie Rolff

Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen will Hessenligist TSV Lehnerz gegen Vellmar zurück in die Erfolgsspur. Von einer Krise will Mittelfeldregisseur Patrick Schaaf allerdings nichts wissen. Vielmehr hadert der Ersatzkapitän mit der fehlenden Wertschätzung für die Fortschritte des TSV.

"Wir dürfen nicht vergessen, welche Entwicklung wir genommen haben. Vor zwei Jahren sind wir ohne Niederlage souverän aufgestiegen, als Aufsteiger in der Hessenliga haben wir einen überragenden vierten Platz geholt. Jetzt bestätigen wir die Leistung aus dem Vorjahr und spielen wieder eine klasse Saison", macht der 25-Jährige deutlich. "Wir sind in Osthessen der Vorreiter, das Aushängeschild in der Region. Das zeigt der Tabellenabstand zu Flieden. Und trotzdem fehlt mir da so ein wenig die Anerkennung für unsere Erfolge, der Respekt vor unserer Entwicklung."

Der Aufstieg in die Regionalliga werde dabei nur vom Umfeld thematisiert, das Team selbst gehe die Sache realistisch an. "Die Regionalliga ist ein Traum, aber nicht unser Ziel. Wir lassen uns da auch nicht unter Druck setzen", erklärt Schaaf. "Man darf nicht vergessen, wie jung unsere Mannschaft noch ist. Gegen Oberrad war ich mit 25 Jahren der Drittälteste. Wichtig ist, dass wir uns als Team und individuell entwickeln." Das Endresultat sei dabei nur zweitrangig: "Es wäre keinesfalls eine Enttäuschung, wenn wir nur Dritter werden würden. Dann hätten wir nächstes Jahr mit Flieden, Borussia und hoffentlich Hünfeld sechs Derbys in der Hessenliga."

Mit dem Lehnerzer Konzept, nur auf einheimische Spieler zu setzen, ist Schaaf sehr zufrieden. "Ich glaube, dass die Zuschauer es besser finden, wenn Leute aus der Region spielen, bei denen der Bezug da ist. Und ich als Spieler habe auch lieber Teamkameraden, die aus der Umgebung stammen." Ob der TSV es jedoch schaffen könnte, sich ausschließlich mit Einheimischen in der Regionalliga zu etablieren, bezweifelt der Mittelfeldspieler: "Selbst wenn wir alle einheimischen Spieler wie Fabian Schaub, Alex Reith, Marius Müller und unsere Spieler in ein Team bringen würden, glaube ich nicht, dass wir langfristig eine große Rolle in der Regionalliga spielen würden. Kein Verein aus der Region ist dafür stark genug", so Schaaf, der selbst schon bei Eintracht Frankfurt II eine Saison Stammspieler in der vierten Liga war.

Am Gründonnerstag hat der Tabellendritte die Möglichkeit, bis auf drei Punkte an den Relegationsplatz und sechs Punkte an Primus Steinbach heranzurücken. Gegner Vellmar wurde schon zweimal in dieser Saison besiegt, in der Liga und im Hessenpokal (jeweils 3:1). "Vellmar ist weit hinter den Erwartungen zurück, nachdem sie vergangene Saison Zweiter geworden sind. Fußball spielen können sie, sind robust in den Zweikämpfen und dadurch unangenehm zu spielen. Wir wissen, dass wir 100 Prozent geben müssen, um den Sieg einzufahren."

Autor: Steffen Kollmann

Kommentieren