Hin und Her und Hin und Her: Kerzell löst Aufgabe und darf hoffen

29. Mai 2024, 20:40 Uhr

Jubel bei der SG Kerzell: Durch die Relegationsteilnahme hat die Helvetia weiter die Chance auf den Gruppenliga-Klassenerhalt © Charlie Rolff

Die SG Kerzell hat weiterhin die Chance auf den Klassenerhalt in der Gruppenliga. Dank des 4:2 (3:2) bei der SG Oberzell/Züntersbach hat die Helvetia die Relegation erreicht.

Was für ein Drama in Oberzell. Die Ausgangslage war klar: Kerzell konnte mit einem Sieg aus eigener Kraft Platz 14 erreichen und damit Petersberg und Thalau in die Kreisoberliga schicken. Die Kontrahenten trafen im direkten Duell aufeinander, der RSV musste mehr Punkte holen als Kerzell. Thalau hätte nur mit einem deutlichen Sieg und einer Niederlage der Helvetia Chancen gehabt.

Kerzell sichert Gruppenliga-Relegation und hofft auf Ligaverbleib

Ganz früh ging Petersberg in Führung, wodurch Kerzell unter Zugzwang war – und lieferte. Nach einer Ecke prallte Johann Wess der Ball vor die Füße (9.). Nach Julian Ankerts zu leichtem Ausgleichtreffer nach einem Freistoß (14.) musste die Elf von Florian Günther wieder liefern – und tat das dank Tom Schnopps verwandeltem Foulelfmeter nur drei Minuten später. Obwohl es für Oberzell/Züntersbach um nichts ging, hatten die Hausherren nichts zu verschenken – und glichen nach Flanke von rechts durch ein Wess-Eigentor aus. Kurz vor der Pause war Kerzell also abgestiegen, nachdem Petersberg nach zwischenzeitlichem Ausgleichstreffer wieder in Führung gegangen war. Doch Sekunden nach dem Treffer des RSV nutzte Marc Röhrig ein Missverständnis zwischen Julian Müller und Robin Dorn zur 3:2-Pausenführung (45.).

Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit war es ein wahnsinnig interessantes Spiel, mit Chancen im Minutentakt und ständigem Hin und Her. Spannend war es bis in die Schlussphase, wenngleich Petersberg den Ausgleich kassierte und Kerzell so einen Zwei-Tore-Puffer hatte. Doch im Hinterkopf blieb: Wenn Oberzell/Züntersbach das 3:3 schoss – das genauso möglich war wie ein vierter Kerzeller Treffer – und Petersberg im Parallelspiel erneut in Führung ging, war Kerzell wieder abgestiegen. Und der RSV gewann am Ende tatsächlich mit 4:2.

Umso größer war die Kerzeller Erleichterung, als der auffälligste Gästeakteur Röhrig das 4:2 schoss und damit für die Entscheidung sorgte (76.). „Vielleicht hatten einige erwartet, dass bei Oberzell der letzte Biss fehlt. Aber das Gegenteil war der Fall. Es war ein klasse Gruppenliga-Spiel, aber wir wollten es am Ende mehr. Gerade die zweite Halbzeit war überragend“, jubelte Kerzells Trainer Florian Günther. „Wie die Mannschaft den Druck abgeschüttelt hat, ist brutal. Vielleicht brauchen wir diese Alles-oder-Nichts-Spiele, die uns den letzten Kick geben.“ Auf die möglichen Chancen in der Vierer-Relegation sagte Günther: „Ich denke, der Gruppenligist ist erstmal Favorit, zumal wir da nicht irgendwie reingerutscht sind. Wir sind bereit.“

Die Statistik SG Oberzell/Züntersbach: R. Dorn; M. Jäckel (81. J. Dorn), Müller, Föller, Kühlthau – Prasch (75. Schnarr), Langner – J. Ankert, N. Jäckel, V. Ankert – S. Ankert. SG Kerzell: Hohmann; Wess, T. Schnopp, Kreß, Henning – Kennel (89. Schönherr), F. Schnopp, Hörl, B. Reith (60. Götze) – Röhrig, Hasenauer (83. Birkenbach). Schiedsrichter: Elias Appel (JFV Burghaun/Haunetal). Zuschauer: 250. Tore: 0:1 Johann Wess (9.), 1:1 Julian Ankert (14.), 1:2 Tom Schnopp (17., Foulelfmeter), 2:2 Johann Wess (30., Eigentor), 2:3 Marc Röhrig (45.), 2:4 Marc Röhrig (76.).

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