Hohmann der Held, Leibold der Depp
Verbandsliga: Flieden nach Kampfspiel Erster
Dennoch war das 0:0 im Spitzenspiel ein absolut gerechtes Resultat, das Flieden vor allem Keeper Lukas Hohmann zu verdanken hatte. Sowohl gegen den durchgebrochenen Plonka (3.) als auch bei den Freistößen von Jan Henrik Vogel (16.) und Matthias Bott (75.) hielt der Fleschenbacher überragend. Dazu traf Steffen Butterweck die Latte für die Upländer (17.). "Wir waren in der ersten Hälfte überhaupt nicht präsent, die Leistung war ganz schwach. Wir haben nur reagiert", haderte Fliedens Trainer Meik Voll vor allem mit dem Auftreten im ersten Durchgang.
"Wir hätten zur Pause 2:0 führen müssen. Dann wäre das Spiel auch weitaus weniger hektisch und zerfahren gelaufen", mutmaßte indes Willingens Coach Uwe Schäfer. Nach der Willinger Druckphase zu Beginn legte der junge Schiedsrichter Tobias Lecke (20) aus Bebra nämlich eine sehr kleinliche Linie an den Tag, etliche Unterbrechungen und Diskussionen sowie eine aufgeheizte Stimmung im Hoppecketalstadion waren die Folge. So gingen die zwei guten Distanzschüsse von Imal Schersadeh, der nach seiner Sperre erstmals wieder von Beginn an für den kranken Leonardo Kovacevic auflief, sowie die Chance von Marc Götze (34.) auf Seiten der Gäste beinahe unter.
In der zweiten Hälfte beruhigte sich das Geschehen etwas, wobei das Spiel weiterhin nicht gut war. Bei beiden Mannschaften regierte mehr Kampf als Spiel, wobei Flieden in der Schlussphase noch einmal aufdrehte. Nun klappte die ein oder andere Kombination, sodass unter anderem Sascha Rumpeltes (76.) eine gute Möglichkeit besaß. Die Riesenchance für einen Lucky Punch bot sich Flieden dann kurz vor Schluss: Der gerade eingewechselte Matthias Trachte erwischte Fabian Schaub mit dem Fuß im Gesicht - Strafstoß. Dazu sah Trachte Rot, weil er einem weiteren Fliedener noch einen "Nackenwischer" verpasste. Andre Leibold nahm sich - natürlich - des Elfmeters an, schoss aber wie schon vor zwei Wochen gegen Lehnerz II am Tor vorbei. Bitter, dass sich Schaub in der von vielen Unterbrechungen geprägten Schlussphase noch zu einem unnötigen Foulspiel hinreißen ließ und Gelb-Rot sah, der Angreifer fehlt kommende Woche nun in Weidenhausen.
Meik Voll war nach dem Spiel nicht nur mit seinem Team, sondern auch mit dem Unparteiischen Tobias Lecke unzufrieden: "Warum für ein Spitzenspiel so ein unerfahrener Mann angesetzt wird, erschließt sich mir nicht. Er hatte keine Linie drin, sodass es außen und auf dem Feld extrem hektisch geworden ist. Letztlich haben wir uns aber gerade vor der Pause den Schneid abkaufen lassen. Das passt mir heute gar nicht", schimpfte der 41-Jährige, der erst einmal Abkühlung brauchte, ehe es mit der Mannschaft auf die Partymeile von Willingen ging.
Willingen: Wilke; Pohlmann (82. Trachte), S. Butterweck, Ullbrich, Albers - Keindl, Vogel - Heine, M. Ullbrich, Plonka - D. Butterweck (48. Bott).
Flieden: L. Hohmann; Leibold, Bartel, N. Hohmann, Rumpeltes - Drews, C. Kreß (66. Zeller) - Götze (60. Gaul), Schersadeh, Hack - Schaub.
Schiedsrichter: Tobias Lecke (Bebra). Zuschauer: 100. Tore: Fehlanzeige. Rote Karte: Matthias Trachte (Willingen) wegen Tätlichkeit (89.). Gelb-Rote Karte: Fabian Schaub (90.+4, Flieden). Besonderes Vorkommnis: Andre Leibold (Flieden) schießt Foulelfmeter neben das Tor (90.).

