HSV kehrt vor Topspiel zur Dreierkette zurück

Verbandsliga: Die ganze Liga steigt ein

22. Februar 2018, 18:00 Uhr

Setzen Sebastian Schuch und der Hünfelder SV ihren Höhenflug auch bei CSC 03 fort? Foto: Siggi Larbig

Topspiel zwei von drei für den Hünfelder SV, der bereits am Freitag bei CSC 03 gastiert und den Tabellendritten im Idealfall auf zwölf Punkte distanzieren könnte. Im Gegensatz zum vergangenen Wochenende sind diesmal alle sechs heimischen Verbandsligisten gefordert – sofern dies die Plätze zulassen.

CSC 03 Kassel – Hünfelder SV (Freitag, 19.30 Uhr).

Mit Weitsicht wurde das Spiel auf Freitagabend gelegt, denn nur da ergibt sich an diesem Wochenende für die Nulldreier die Möglichkeit, auf den Kunstrasen am Waldauer Fußweg auszuweichen. Und die Platzverhältnisse beim wenige hundert Meter entfernten CSC-Platz hätten auch keine Austragung auf Rasen zugelassen. „Ganz glücklich ist ein Freitagabend auch für uns nicht, aber besser als Mittwochabend“, nimmt HSV-Trainer Dominik Weber das kleinere Übel in Kauf. Gerne darf an den 3:0-Hinspielerfolg anknüpft werden, als der CSC keine nennenswerte Torchance besaß. „Aber der CSC ist nicht mehr mit dem damaligen Team vergleichbar, Jaroslaw Matys oder Thomas Müller sind auf ganz anderen Level und die Mannschaft eingespielt. Hätte der CSC nicht die Schwächephase zum Start gehabt, die Mannschaft wäre auch tabellarisch mit uns auf Augenhöhe.“

Dementsprechend haben die Hünfelder Respekt vor der Alexi-Elf – und auch vorm Geläuf, das Weber vor Wochenfrist noch einmal persönlich in Augenschein nahm. „Ich bin froh, dass ich ihn mir angeschaut habe, weil wir taktisch schon auf die Enge eingestellt sein müssen, gerade die Zweikämpfe in der Zentrale entscheidend sein werden und es viele Torraumszenen geben wird.“ Ein Spektakel also? Weber zumindest wird dem versuchen aus dem Weg zu gehen und wohl wie im Hinspiel auf Dreierkette und Fünfermittelfeld vertrauen, um die Zentrale wasserdicht zu bekommen.

SG Bad Soden – SSV Sand (Samstag, 14.30 Uhr).

Ob auch wirklich gespielt werden kann, überprüften die Verantwortlichen in der Kurstadt in dieser Woche mehrfach – mit einem klaren Ergebnis: „Der Kunstrasen ist in den Mittagsstunden abgetaut und dementsprechend in überragendem Zustand“, frohlockt Soden-Trainer Anton Römmich, dem die Freude auf den Startschuss anzumerken ist, wenngleich mit Sand ein Titelkandidat vorstellig wird. „Trotzdem gehen wir nur mit dem Ziel auf den Platz, die drei Punkte zu holen und zweitens wissen wir so nach dem Spiel auch gleich, wo wir stehen.“

Rein vom Gefühl her befinde sich die Mannschaft aber in einem guten Zustand, gerade im Fitnessbereich habe sie in den vergangenen Wochen einen prima Job vollführt und auch spielerisch, sofern dies bei den teils schwierigen Bedingungen möglich gewesen sei, sehe es gut aus. Nachholbedarf habe Römmich lediglich bei Außenstürmer Taner Harmancioglu und Verteidiger Younes Idrissi ausgemacht, wobei Idrissi gerade in den vergangenen beiden Testspielen zu überzeugen wusste und somit gar eine Option für die Startelf darstelle.

1. FC Schwalmstadt – RSV Petersberg (Samstag, 14.30 Uhr).

Durchexerziert bis ins Essgefach wurde das 3:3 des RSV bei CSC 03 mit dem Ergebnis, dass Neu-Trainer Jürgen Krawczyk zwar von zwei verlorenen Punkten spricht, aber die Erkenntnis, dass die Mannschaft dem Gegner über weite Strecken überlegen gewesen sei, überwiegt. „Die Mannschaft war schon bereit für den Sieg und wird es auch am Samstag sein. Dafür soll sie wieder so aggressiv und dominant auftreten“, erklärt Krawczyk, der aber auch gesehen hat, „dass in der Schlussphase bei den Spielern etwas in den Köpfen gewesen ist, dass sie das Gefühl hatten, dass da trotz gutem Spiel wieder nicht drei Punkte rausspringen“. Dagegen müsse man nun die richtigen Mittel finden, damit in Zukunft solch eine augenscheinlich komfortable Führung auch über die Bühne gebracht werde.

Vorteil für den RSV: Auf das Spiel kann sich der Club auch wirklich einstellen, da in Treysa ein Kunstrasen zur Verfügung steht. Einer, der im Gegensatz zum Geläuf vor Wochenfrist auch wieder näher an Normalmaße heranreicht. Zusätzliche Hoffnung für den so bitter notwendigen Sieg liefert Mittelstürmer Boris Aschenbrücker, der im Training zurück ist und zumindest einen Platz auf der Bank sicher haben scheint.

SG Johannesberg – SV Kaufungen 07 (Sonntag, 14.30 Uhr).

Die SGJ um Jochen Maikranz und Max Lesser würde nach zuletzt verbesserten Testspielen gerne Tabellenführer Hünfeld unter Druck setzen, doch wirklich gut sieht der Platz nicht aus. „Sehr mäßig“, schätzt Coach Maikranz die Chancen ein und gibt stattdessen einen Einblick in seine Gefühlswelt nach einer Vorbereitung mit Höhen und Tiefen. „Es waren zähe Wochen, auch weil Teile der Mannschaft in einer sehr guten Verfassung sind, andere aber noch Nachholbedarf haben. Wir haben als Gesamtmannschaft noch nicht die Geschlossenheit erreicht, die wir uns wünschen.“

Dementsprechend müsse die Entwicklung in den kommenden Wochen weiter vorangetrieben werden. Gerade das Spiel im letzten Drittel bereitet Maikranz weiterhin Sorgen, wenngleich er mit Neuzugang Osman Özlük und Rückkehrer Witali Bese zwei Hoffnungsträger ausgemacht hat. In Sachen Zielausrichtung erklärt Maikranz weiterhin recht staatsmännisch, „dass man nach der herausragenden Hinserie so lange wie möglich in der Spitzengruppe verbleiben wolle“. Die Gefahr, dass das Team gänzlich abrutscht, habe er nicht mehr. Da sprechen auch die jüngsten Testergebnisse eine andere Sprache: Zwei Remis gegen die Hessenligisten SV Steinbach und Borussia Fulda.

SV Neuhof – SV Adler Weidenhausen (Sonntag, 14.30 Uhr).

Ebenfalls eher unwahrscheinlich ist die Austragung eines Punktspiels in Neuhof. Sollte doch gespielt werden können, erwartet die Kiebitze eine runderneuerte Neuhofer Mannschaft. Der Verein hat alles unternommen, um noch den Klassenerhalt zu sichern. Sieben Neue sind dabei.

SV 07 Eschwege – TSV Lehnerz II (Sonntag, 14.30 Uhr).

Nachdem der Start nicht wirklich nach Wunsch verlief, will Lehnerz II nun in Eschwege was mitnehmen, auch wenn aus der Ferne betrachtet kaum an eine Austragung zu glauben ist. „Aber das war im vergangenen Jahr nicht anders, die Platzverhältnisse katastrophal und wir haben trotzdem gespielt. Deswegen bereiten wir uns auch ganz normal vor“, erklärt TSV-Trainer Sedat Gören, der hofft, dass das Team Lehren aus der 2:4-Niederlage gegen Rothwesten gezogen hat. „Wir haben vor dem Spiel und in der Halbzeit einige Dinge klar angesprochen, die letztlich nicht umgesetzt wurden. Deswegen ist es so ärgerlich, dass wir das Spiel aus der Hand gegeben haben.“ Eschweges Start gegen Sand fiel den schlechten Bedingungen an der heimischen Torwiese zum Opfer. Im kommenden Jahr soll dies der Vergangenheit angehören, die Nullsiebener planen einen Kunstrasen.

Autor: Johannes Götze