Hessenliga
In der Dunkelheit geht die Sonne auf – Fotos
Ganz, ganz spät jubelte die SG Barockstadt (hier Yves Böttler, vorne) über den Siegtreffer im Derby beim SV Steinbach (hier Sebastian Bott). Foto: Charlie Rolff
"Ich habe in den letzten Jahren viele Spiele in Steinbach erlebt. Alle waren schwer, oft waren wir gut und haben nicht gewonnen. Heute waren wir nicht so gut, haben aber drei Punkte. Und das ist das, was zählt", fasste der Siegtorschütze das Spiel recht knapp, aber umso treffender zusammen und holte noch etwas aus: "Es ist einfach so, dass sich Steinbach eher gegen Dreieich hängenlässt, gegen uns aber doppelt Gas gibt."
Wie das Kaninchen vor der Schlange hatte sich Steinbach noch am Samstag gegen den SC Hessen Dreieich verhalten und wurde entsprechend vorgeführt. Kein einziger vernünftiger Abschluss gegen den Titelanwärter. Guter Rat war teuer – und das Trainerteam analysierte die SG Barockstadt sehr gut: Statt 4-1-4-1 agierte der SVS im 4-3-3 und versuchte sich nach kurzer Abtastphase in der Flucht nach vorne. Mutig, doch die exakt richtige Taktik, die Barockstadt noch vor der Pause in zahlreiche Verlegenheiten stolpern ließ. Gleich drei ganz dicke Chancen hatte der SVS, allesamt waren zudem noch richtig herausgespielt. Leon Wittke, Michael Wiegand und Max Stadler scheiterten. "2:0 müssen wir führen", stammelte SVS-Trainer Petr Paliatka beim Gang in die Kabine vor sich hin. Nicht die ganze Wahrheit, weil auch sein Schlussmann Vladan Grbovic in der Schlussphase zweimal zupacken musste: gegen Tolga Duran und Yves Böttler.
Doch insgesamt wirkte Fulda, diesmal im 4-1-4-1, arg ideenlos, auch weil das Allheilmittel der Spieleröffnung auf die sonst omnipräsente Zentrale exzellent von Steinbach unterbunden werden konnte – einzig Pomnitz war für Steinbach nie so richtig zu fassen. Doch auch SGB-Coach Sedat Gören war das nicht verborgen geblieben. Er ließ die drei Zentralen im zweiten Durchgang gestaffelter agieren, riss somit die Steinbacher Achse mehr auseinander und stellte sie vor Probleme. Entsprechend änderte sich das Spiel zumindest für 30 Minuten zu dem, das von Vornherein viele erwartet hatten. Fulda diktierte mehr und mehr, hatte das Chancendefizit aus Durchgang eins nicht nur rasend schnell ausgeglichen, sondern in ein Plus verkehrt. Doch vielleicht war es bezeichnend, dass die zwei dicksten Gelegenheiten Innenverteidiger Sonnenberger nach Standards besaß.
Und Steinbach hatte auch diesmal ein Rezept parat, stellte das System auf das angestammte um und hatte durch Stadler die ganz dicke Chance, das Spiel sieben Minuten vor Schluss in die eigene Bahn zu lenken. Er scheiterte am stark parierenden Tobias Wolf. Und so hatte Sonnenberger das letzte Wort. Und er ließ bitter enttäuschte Steinbacher zurück: "Vielleicht liegen uns Flutlichtspiele besser, wir waren jedenfalls deutlich aggressiver und besser als noch am Samstag", sagte SVS-Innenverteidiger Lukas Hildenbrand.
Die Statistik:
SV Steinbach: Grbovic – Gemming (90.+1 Hanslik), Bott, Hildenbrand, F. Wiegand – Zvekic (70. Kücükler), M. Wiegand, Uth – Wittke, Stadler, Manß (60. Körner).
SG Barockstadt: Wolf – Müller, Gröger, Sonnenberger, Hillmann – Schaaf – Trägler, Pomnitz, Duran (86. Vogel), Göbel (68. Kassa) – Böttler (56. Löbig).
Schiedsrichter: Christoph Rübe (OSC Vellmar).
Zuschauer: 250 (ausverkauft).
Tor: 0:1 Sebastian Sonnenberger (90.).


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